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Die Braut kommt an: Das Archivfoto von 2011 zeigt den Beginn der Feierlichkeiten am Hochzeitssonntag. 

Tutzinger Fischerhochzeit

Lastwagen riegeln den Festzug ab

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Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt man heuer in Tutzing. Anlässlich des 1275. Geburtstags der Gemeinde wurde die traditionelle Fischerhochzeit um ein Jahr verschoben, um beides gemeinsam zu feiern.

Tutzing – Eine solche Großveranstaltung wie Fischerhochzeit und Festwoche lässt sich nur stemmen, wenn der ganze Ort die Ärmel hochkrempelt und kräftig mit anpackt. Genau so, wie es gerade in Tutzing passiert. „Wir haben keine Ahnung, wie viele freiwilligen Helfer wir mittlerweile haben – es werden bestimmt an die 300 sein“, sagte die Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde, Elisabeth Dörrenberg, im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Da seien die Feuerwehren aus Traubing und Tutzing, all’ die Rettungskräfte, die freiwillig Dienst schieben, die Mitglieder der Gilde, der Vereine – „die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Und man würde am Ende immer doch noch jemanden vergessen“, so Dörrenberg weiter.

Generell mache sich im Ort ein vorfreudiges Gemeinschaftsgefühl breit, attestiert die Dritte Bürgermeisterin Marlene Greinwald. „Häuser, die seit vielen Jahren keine Blumen mehr gesehen haben, haben heuer Blumenkästen voller Geranien. Und die Malerbetriebe haben in Tutzing reichlich Überstunden geschoben, so viele Fassaden sind in den vergangenen Wochen noch schnell frisch gestrichen worden“, berichtet sie. Tutzing macht sich hübsch für das Fischerhochzeitspaar. Und für knapp 10 000 Besucher, die am Festwochenende erwartet werden. In Zeiten schlimmer Terroranschläge in Berlin, London oder Paris bedeutet das aber heutzutage auch, dass erhebliche Sicherheitsmaßnahmen nötig werden. Das Sicherheitskonzept steht seit vielen Wochen (wir berichteten). Rund 15 000 Euro gibt die Gemeinde dafür und für eine Sicherheitsfirma aus, die im Ort und im Festzelt für Ordnung sorgen soll.

Mittlerweile wurden auch Lastwagen organisiert, die während des Festumzugs die entsprechenden Straßen abriegeln sollen. Sicherheitshalber, die Geschehnisse auf dem Gendarmenmarkt in Berlin sind vielen noch präsent. Wer kann, sollte größere (Hand-)Taschen zu Hause lassen, appelliert Marlene Greinwald an die Besucher. „Ansonsten haben die Sicherheitsleute die Anweisung, Taschenkontrollen beim Zugang zu Schloss oder Festzelt vorzunehmen“, stellt sie klar.

Alles in allem rechnet die Gemeinde mit Kosten von rund 60 000 Euro für Fischerhochzeit und Festwoche. Nicht eingerechnet ist dabei die Miete für das riesige Festzelt mit 900 Plätzen – das übernimmt der Festzeltbetreiber. Nachdem es bei der letzten Fischerhochzeit Ärger mit dem vorherigen Betreiber gab, ist heuer ein neuer am Start. Von den 60 000 Euro Gesamtkosten wird aber nur ein kleiner Teil direkt bei der Gemeinde hängenbleiben, verspricht Elisabeth Dörrenberg. Es gebe verschiedene Großspender, Bezirk und Landkreis schießen etwas zu, der Verkauf von Festzeichen und Festschrift spült Geld in die Taschen. Und der Förderverein der Fischerhochzeit übernimmt satzungsgemäß den größten Teil des auflaufenden Defizits.

Was nun noch fehlt, ist das passende Wetter: „Es sollte nicht zu warm sein, bedeckter Himmel und ein bisschen Wind wären super, aber kein Regen“, sagen die beiden Organisatorinnen und lachen. Dann lockt die Fischerhochzeit mehr als der See.

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