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Miteinander und füreinander: Rund 350 Menschen aus Tutzing und der Umgebung setzten am Montagabend bei der Lichterkette ein Zeichen für die Menschenrechte und die Demokratie. 

Lichterkette

Tutzinger trotzen dem Gegenwind

Viele junge Menschen unter rund 350 Teilnehmern der fünften Tutzinger Lichterkette setzten am Montagabend ein Zeichen für Demokratie, Frieden und Menschenrechte.

Tutzing – Eisig kalt und windig war’s. Trotzdem harrten am Montagabend rund 350 Menschen über eine Stunde bei der fünften Tutzinger Lichterkette aus, darunter viele junge Leute. Gemeinsam verstanden sie dies als Zeichen für Demokratie, Frieden, Menschenrechte und Zusammenhalt. „Manchmal ist es auch der Gegenwind oder der kalte Wind, mit denen wir fertig werden müssen“, sagte Pfarrer Peter Brummer.

Für die Benedictus-Realschule trat deren Fairtrade-Arbeitsgemeinschaft auf. „Wir sind die erste Fairtrade-Schule in unserem Landkreis“, sagte eine Schülerin stolz. Bürgermeisterin Marlene Greinwald zollte gerade den jungen Menschen Respekt, besonders den Gymnasiasten für ihre Beteiligung am Netzwerk „Courage – Schule gegen Rassismus“. Ausdrücklich erwähnte sie die 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden, die jeden Freitag für Klimaschutz demonstriert statt zur Schule zu gehen und damit viele Nachahmer findet. „Meine Unterstützung hat sie.“

Eine Lichterkette war es diesmal eigentlich nicht, sondern eine Lichterprozession – als Signal zum Aufbruch. „Tutzing ist bunt“, war auf einem Transparent zu lesen. Dafür stand auch die große Zahl von Akteuren aus Kirchen, Gemeinde, Schulen, Kloster und Akademien. Von der Kirche St. Joseph aus führte der Weg sie alle zur evangelischen Kirche und zum Rathaus. Pfarrer Brummer sah in der Veranstaltung geradezu ein Ausrufezeichen für das Zusammenleben in Tutzing, für Werte und Prinzipien. Etliche Teilnehmer waren aus anderen Orten gekommen, darunter Mitglieder des „Starnberger Dialogs“ für ein friedliches Zusammenleben. Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie, wies darauf hin, dass nach Untersuchungen des Netzwerks „Civicus“ nur zwei Prozent der Weltbevölkerung in offenen Zivilgesellschaften leben. An fehlenden Mahnrufen für die Menschenrechte kann es nicht liegen. Gerold Jilg vom evangelischen Kirchenvorstand zitierte sie – vom Grundgesetz über die UN-Menschenrechtscharta und die europäische Menschenrechtskonvention bis zur Bibel.

LORENZ GOSLICH

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