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Martin Schulz wird nicht während der Festwoche nach Tutzing kommen.

Festwoche

Schulz-Zug: Kein Halt in Tutzing

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Im Festzelt auf der Fischerhochzeit in Tutzing gibt sich die Politprominenz die Klinke in die Hand. Nur die SPD hat jetzt kurzfristig mitgeteilt, dass sie keinen hochkarätigen Festredner aufbieten kann.

Landkreis – Im September wird der neue Bundestag gewählt. Kein Wunder, dass die Parteien im Rahmenprogramm der Fischerhochzeit in Tutzing ihre besten Pferde ins Rennen schicken. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat sich angesagt, der FDP-Heilsbringer Christian Lindner hat sich vorsorglich das Festzelt reservieren lassen, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat fest zugesagt.

Nur die SPD legte einen monatelangen Eiertanz hin. Seit fast einem halben Jahr hieß es, Kanzlerkandidat Martin Schulz wolle im Festzelt sprechen. Doch bestätigt wurde das nie. Jetzt riss der SPD-Kreisvorsitzenden Julia Ney endgültig der Geduldsfaden. Eigentlich ist sie gerade im Urlaub. Doch selbst am Strand hatte sie immer das Laptop in Griffweite. Falls doch noch die ersehnte Zusage aus der Parteizentrale in Berlin kommt.

„Am Ende hatten wir zwei halbe Zusagen von Parteigrößen, die durchaus den Rednern der anderen Parteien gewachsen gewesen wären“, sagt sie. Aber zwei halbe Zusagen machen immer noch keine ganze. Deswegen hat sie am gestrigen Donnerstag der Gemeinde Tutzing mitgeteilt, dass die SPD das Festzelt nicht länger reserviert.

„Wir waren startklar, das Team stand bereit. Aber mittlerweile hätten wir das zeitlich einfach nicht mehr hinbekommen“, so Ney. Plakate hätten gedruckt und aufgehängt werden müssen, 1000 Einladungen verschickt. Eine Blaskapelle hätte gefunden, die Sicherheitsmaßnahmen organisiert werden müssen. „Das hätte zeitlich einfach nicht mehr ausgereicht.“ Besonders der SPD-Bundestagskandidat Christian Winklmeier tue ihr leid, sagt sie: „Der macht einen tollen Wahlkampf und bekommt jetzt nicht den nötigen Schub.“

Bei der Gemeinde Tutzing ist man derweil alles andere als begeistert. „Ich habe der SPD erstmal geschrieben, dass wir das nicht schön finden“, sagt die Dritte Bürgermeisterin Marlene Greinwald hörbar genervt. Einen Plan B hat die Gemeinde natürlich nicht, ist sie doch bisher davon ausgegangen, dass die SPD einen Festredner auftreibt. „Nun haben wir allerdings zwischen Montag, wo Lindner kommt, und Mittwoch, wo Seehofer spricht, ein Loch“, so Greinwald. Sie hofft, dass sich bei der SPD doch noch etwas tut, „ansonsten wäre das nicht gerade ein Ruhmesblatt“.

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