(v.l.): Alexander Stadtherr, Laurens Burth, Anabel Gösswein, Lisa Nagel, Emilia Hanel, Anna Chatziiordanidou und Paul Friedrich in einem Pavillon vor dem Ufer des Starnberger Sees in Tutzing.
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Kümmern sich um die Einrichtung eines Jugendbeirats und hoffen auf weitere Helfer (v.l.): Alexander Stadtherr, Laurens Burth, Anabel Gösswein, Lisa Nagel, Emilia Hanel, Anna Chatziiordanidou und Paul Friedrich.

Vorbereitungen für Beirat

Mehr Einfluss für Tutzings Jugend

Eine stärkere Beteiligung der Jugend am lokalen Geschehen als bisher soll es künftig in Tutzing geben. Ein Baustein soll dabei ein Jugendbeirat sein, ein weiterer eine Stelle für die Jugendpflege.

Tutzing – Wer gehört zur Jugend? Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz sind das junge Menschen bis 27 Jahre. In Tutzing betrifft dies ziemlich genau ein Viertel der Gesamtbevölkerung von knapp 10 000 Einwohnern. Für möglichst viele von ihnen soll es künftig deutlich bessere Möglichkeiten der Beteiligung am lokalen Geschehen geben als bisher. Ein Baustein dabei soll ein Jugendbeirat sein.

Nachdem sich der Gemeinderat im Dezember auf Antrag der FDP grundsätzlich für so ein Gremium ausgesprochen hat, laufen mittlerweile intensive Vorbereitungen. Etwa zehn Jugendliche haben sich hierfür zusammengeschlossen, weitere Interessierte wären ihnen willkommen, bekräftigt einer von ihnen, Paul Friedrich. Er hofft auf die Wahl des Jugendbeirats bis zu den Sommerferien.

Von Seiten des Gemeinderats unterstützen diese Arbeit vor allem Vereinsreferent Ludwig Horn (CSU) und Jugendreferent Claus Piesch (Freie Wähler), der auch Vorsitzender des Kreisjugendrings ist und im Gemeinderat schon konkrete Vorschläge für die Jugendarbeit eingebracht hat. „Es ist super, wie sich die Jugend engagiert“, sagt Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Auch eine Jugendpfleger-Stelle für Tutzing ist im Gespräch. Sie gab es vor Jahren schon einmal, doch die betreffende Mitarbeiterin hat schnell wieder aufgehört, eine Nachfolge gab es nicht. In ihrem Haushalt hat die Gemeinde dafür aber Finanzmittel eingeplant, wenn auch begrenzt, sodass es wohl zunächst nur für eine Mitarbeit auf 450-Euro-Basis reicht. Aber Piesch führt nach eigenen Angaben bereits Gespräche über eine Verbindung mit ähnlichen Tätigkeiten.

Mit konkreten Themen für die Jugendarbeit halten sich die Initiatoren noch zurück. Alle möglichen Stichworte schwirren zwar durch die Diskussionen: Jugendzentrum, bessere Busverbindungen, E-Ladestationen, Optimierung der Skateranlage, Bikepark, Grillplätze und Feuerstellen, unabhängig von Vereinsmitgliedschaften nutzbare Sportstätten. Doch Horn bekräftigt: „Schwerpunkte sind definitiv nicht gesetzt.“ Piesch formuliert es so: „Der Jugendbeirat ist nur ein Baustein der Jugendbeteiligung.“ Die Jugend, sagt er, soll überall dort in der Gemeinde mitreden, wo sie betroffen ist – vom Haushalt der Kommune über Baumaßnahmen bis zur Straßengestaltung.

Ob und wie man die jungen Menschen auf breiter Basis überhaupt für so ein Engagement gewinnen kann, muss sich zeigen. Die Initiatoren verweisen auf recht unterschiedliche Vorstellungen etwa von Zehn- bis Zwölfjährigen oder 18- bis 20-Jährigen. Die meisten jungen Leute seien es zudem nicht gewöhnt, mit ihrer Meinung ernst genommen zu werden, meint Piesch. Für unzureichend hält er eine Gleichsetzung mit Schülern. Viele befänden sich in Ausbildung, im Studium oder bereits im Beruf.

Um Interesse zu wecken, verweist Teammitglied Paul Friedrich beispielhaft auf Online-Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen. Auch ein „Videomobil“ des Kreisjugendrings könne eingesetzt werden, eine Online-Umfrage sei geplant.

Möglichst viel Freiheit für die Jugend oder konkrete Strukturen? In dieser Frage gingen die Meinungen im Gemeinderat ein wenig auseinander. Mittlerweile bringt es Piesch auf diese Formel: „Nicht belehren – unterstützen.“ Einig sind sich alle beim Thema Parteipolitik: Sie sollte draußen bleiben.

Lorenz Goslich

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