Kunst als Denkanstoß: Der Frauenbund Tutzing hat eine Frauenskulptur gestaltet, mit der er auf die Nöte der Frauen hinweist, aber auch an das Erreichte erinnert.
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Kunst als Denkanstoß: Der Frauenbund Tutzing hat eine Frauenskulptur gestaltet, mit der er auf die Nöte der Frauen hinweist, aber auch an das Erreichte erinnert.

Frauenbund gestaltet Kunstwerk für Fastenzeit-Station

Mit Herzen und Tränen

Der Pfarrgemeinderat St. Joseph gestaltet in der Fastenzeit einen Stationenweg, der jede Woche um die Pfarrkirche herum wächst. „Wir wollen anregen zum Hinschauen, zum Wahrnehmen von Problemfeldern – denn das gehört ja sicher auch zur Fastenzeit“, sagt Rita Niedermaier vom Pfarrgemeinderat und ergänzt: „Um den Blick zu weiten über den eigenen Tellerrand hinaus.“

Passend zum Weltfrauentag hat der Frauenbund am Dienstagabend beim Stationenweg die Andacht vorbereitet. Mit einer Frauenfigur aus Draht sei all der Frauen gedacht worden, die im Laufe der Jahrtausende bis heute nicht gesehen, missachtet oder unterdrückt worden seien, berichtet Niedermaier, die auch beim Frauenbund engagiert ist. Als Beispiele nennt sie die Weigerung der Amtskirche, Frauen zu Weiheämtern zuzulassen. Viele Frauen, gerade Alleinerziehende, seien aufgrund ihres geringen Verdiensts nicht in der Lage, ihre Familien angemessen zu ernähren und für ihr Alter vorzusorgen. Überall in der Welt seien Frauen Opfer sexueller und häuslicher Gewalt. „Aber so wollen wir das Thema nicht stehen lassen“, fordert Niedermaier. „Das Leitwort der Fastenaktion von Misereor 2021 ,Es geht! Anders.‘ hat uns dazu gebracht, nachzuhaken, wo es Hilfen gibt und wo Frauen in ihren Positionen oder aus ihrer Motivation heraus bereits Veränderungen bewirkt haben.“ Dabei seien Frauenbund-Gründerin Ellen Ammann zu nennen oder Sr. Dr. Lea Ackermann vom Verein Solwodi. „Wir unterstützen die Frauenbewegung Maria 2.0 für eine geschlechtergerechte Kirche, es gibt in großen Firmen Frauenquoten. Die Gewerkschaften setzen sich für Lohngerechtigkeit ein, und der Weltgebetstag gibt jedes Jahr Einblick in Frauenleben auf der Welt“, zählt Niedermaier auf. „Mit unserem Kunstwerk wollen wir Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Die Tränen stehen für das Traurige, die Herzen für die Hilfen.“  

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