Das mögliche Aus der Vorbereitungsklassen bringt manche Mittelschule in die Bredouille. Foto: sh

Tutzing will Erfolgsmodell verteidigen

Tutzing - Die Tutzinger Mittelschule bangt um ihrel Vorbereitungsklassen. Verschärfte Zugangsvoraussetzungen dürften deren Aus sein, die zur Mittleren Reife führen sollen.

Die Gemeinde Tutzing will um seine Vorbereitungsklassen für die Mittlere Reife kämpfen: Die werden seit einiger Zeit an der örtlichen Mittelschule angeboten und sollen Schüler nach ihrem qualifizierenden Abschluss (Quali) in zwei Jahren auf den Mittleren Schulabschluss vorbereiten. Nachdem das Kultusministerium angekündigt hatte, den Notendurchschnitt für den Besuch der Vorbereitungsklassen auf 2,5 anzuheben (bisher 3,0), hat der Tutzinger Hauptausschuss reagiert. Er empfiehlt dem Gemeinderat, dass Bürgermeister Rudolf Krug (ÖDP) beim Ministerium nachdrücklich den Fortbestand des „sehr erfolgreichen Modells“ fordern soll.

Schulreferentin Marlene Greinwald (Freie Wähler) zeigte sich entsetzt über die Absichten des Ministeriums: „Das geschieht ohne jede Not.“ Gerade in Tutzing habe sich das Konzept der beiden Vorbereitungsjahrgänge (V1/ V2), von der örtlichen Schulleitung samt Lehrplan mühevoll erarbeitet, in hervorragender Weise bewährt. Vor allem Schülern mit Migrationshintergrund oder einer verzögerten Reifeentwicklung werde hier Chance eines Bildungsweges zur Mittleren Reife eröffnet. Die Starnberger Mittelschule habe das Tutzinger Erfolgskonzept „kopiert“, sagte Rathauschef Krug. Es werde dort dank ausreichender Schülerzahl seit zwei Jahren parallel geführt.

Krug hält den ministeriellen Vorstoß für einen „reinen Büroakt“, der an der Realität vorbeigehe und darauf abziele, Kosten im Bildungswesen zu sparen. Brigitte Grande, Kulturreferentin der Gemeinde, hieb in die gleiche Kerbe: „Wir müssen Druck aus dem Rathaus machen - ich begrüße das Modell sehr, es ist eine Abrundung unseres Gesamtbildungsangebots, ein wichtiger Baustein, den wir nicht ohne Not und ohne Kampf aufgeben dürfen.“

Im westlichen Landkreis gibt es keine Vorbereitungsklasse an Mittelschulen. Interessierte Schüler weichen nach Tutzing oder Starnberg aus. Der Leiter der Herrschinger Mittelschule, Florian Thurmair, beklagt das Vorgehen des Ministeriums: „Ich finde das nicht sehr sinnvoll.“ Ein Notendurchschnitt von 2,5 nehme vielen Schülern die Möglichkeit zum Weiterkommen. „Ich finde, das ist ein gutes Angebot für Schüler, die nicht in einem Jahr alles nachlernen können“, sagt Thurmair. Manche bräuchten eben etwas länger. Bei der Senkung des Notenschnitts sei zu befürchten, dass nicht genug Schüler für eine Vorbereitungsklasse zusammenkommen. Die sollte eine Stärke von 15 bis 20 Schüler haben. In Franken drohen deswegen bereits Schließungen von Mittelschulen und Mittelschulzweigen. Dort sind viele Eltern auf den Barrikaden.

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