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Massives Holz und doch mobil: Eine solche Holzhütte für 150 Personen können sich die Pächter der Ilkahöhe als Erweiterung ihres Angebots vorstellen.

Kirchenpfleger wenig begeistert

„Nicht alles dem Zeitgeist opfern“: Debatte um mobile Alm auf der Ilkahöhe

Eine mobile Almhütte auf der Ilkahöhe könnte das gastronomische Angebot in Tutzing erweitern. Die Pächter der Ilkahöhe wollen die Hütte auch als Veranstaltungsort für Tutzinger zur Verfügung stellen. Die Kirche ist nicht begeistert.

Oberzeismering – Auf einen Berg gehört eine Alm. So könnte man die Pläne der Pächter der Ilkahöhe beschreiben. Doch das ist zu kurz gegriffen. Es geht nicht um Kühe oder um Bergsteiger, sondern um ein neues gastronomisches Angebot am Starnberger See.Alexandra und Bernhard Graf, seit drei Jahren Pächter des Forsthauses Ilkahöhe, wollen eine mobile Almhütte temporär in der Sommersaison betreiben, für etwa sechs bis acht Wochen jährlich. Frühestens 2019 sei dies geplant. Das Konzept ist nach Angaben von Alexandra Graf mit der Familie Wendelstadt abgesprochen. Der Familie gehört das Gut Ilkahöhe und das Forsthaus am wohl berühmtesten Aussichtspunkt am Starnberger See.

Alles werde in Abstimmung mit der Kirche und den Behörden geplant, sagt Alexandra Graf. Der sonstige Betrieb, die gesamte Infrastruktur und der Zugang zur Kirche werde nicht behindert, versichert sie: „Es bleibt alles, wie es ist.“ Bei der Gemeinde Tutzing sei die Idee für gut befunden worden, man sei in gutem Einvernehmen.

Tutzinger Veranstaltungsorte weggefallen

Den Bedarf hält Alexandra Graf für groß. Es gebe immer wieder Anfragen für Veranstaltungen mit mehr als 70 Gästen, für die das Forsthaus zu klein sei. Gefragt seien dabei fast immer die Samstage, meist in den Monaten Juni und Juli. Außer für Hochzeiten und andere Privatfeiern werde die mobile Almhütte für den ganzen Ort und die Bevölkerung angeboten werden – so etwa für Versammlungen, Feste und ähnliche Anlässe. Dabei wird viel Interesse vermutet, weil mehrere andere Veranstaltungsorte in Tutzing weggefallen sind.

Auf- und abgebaut wird die Almhütte, wenn das Vorhaben in Tutzing realisiert werden sollte, vom Anbieter mit dem schönen Namen „von Alm das Beste GmbH & Co. KG“ in Dornach. Seine Hütten können mit einem Baukastensystem in verschiedenen Größen errichtet werden. Vielleicht für ein Fassungsvermögen von 150 Personen kann sich Alexandra Graf dies in Tutzing vorstellen. Sie ist überzeugt von der Idee: „Die mobile Almhütte passt in die Landschaft und zu unserem bayerischen Bild.“

Kirchenpfleger befürchtet „Eventplatz“

Der Tutzinger Kirchenpfleger Alfons Mühleck steht den Plänen skeptisch gegenüber. Denn zwischen der Wiese, auf der die Hütte stehen soll, und dem Lokal befinden sich die Kirche St. Nikolaus und ein Friedhof mit rund 60 Gräbern. Er befürchtet einen „Eventplatz für Hochzeiten und Empfänge“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Und er sieht die Totenruhe gefährdet, wenn die Pläne für eine mobile Almhütte tatsächlich realisiert würden. „Dann verliert das ganze Oberzeismering seinen Charakter.“ Um die Ruhe auf dem Friedhof zu wahren, wehrt sich die Kirche auch gegen einen Fußweg, den die Wendelstadts entlang der Mauer außerhalb des Friedhofs auf ihrem Grund planen. „Man kann nicht alles dem Zeitgeist opfern“, findet Mühleck.

Dabei hat er Verständnis, dass die Familie Graf wirtschaftlich etwas bewegen will. Das Einvernehmen mit den Grafs sei gut. Alexandra Graf habe den Schlüssel zur Kirche, um an Taufe oder Hochzeit interessierten Gästen die Räumlichkeit zeigen zu können und pflege das Gebeinhaus auf dem Friedhof.

Das Landratsamt weiß noch nichts von einer Hütte für die Ilkahöhe. Sprecher Stefan Diebl geht davon aus, dass deren Errichtung zumindest angezeigt werden muss. „Das muss man bei jedem Stadlfest-Zelt. Inklusive Pläne für den Brandschutz.“

Lorenz Goslich und Sandra Sedlmaier

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