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Neue Definition der Ortsmitte gewünscht

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Auch die Brücke über den Kalkgraben in Tutzing wird im Zuge der heute beginnenden Bauarbeiten saniert.
Auch die Brücke über den Kalkgraben in Tutzing wird im Zuge der heute beginnenden Bauarbeiten saniert. © a. jaksch

Die Bauarbeiten an der Tutzinger Hauptstraße beginnen am heutigen Montag wieder. Für die im nächsten Jahr vorgesehene Neugestaltung des Ortszentrums gibt es unterdessen konkretere Pläne.

Tutzing – „Kopfstein wie im Mittelalter macht man heute nicht mehr“, sagte Verkehrsplaner Benjamin Neudert. Sein Hinweis im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Tutzinger Gemeinderats verdeutlichte aber den Wunsch nach einer optischen Differenzierung beim Verkehr – auch mit Pflaster, wenn es sinnvoll erscheint. Während heute die Sanierungsarbeiten im nördlichen Bereich der Hauptstraße fortgesetzt werden, gab es im Verkehrsausschuss intensive Diskussionen über die Neugestaltung des Zentrums. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt in der Mitte soll 2023 an die Reihe kommen.

Ortsmitte

Bürgermeisterin Marlene Greinwald sprach sich für einen bewussten „Bruch“ in der Optik aus, „um die Mitte zu definieren“. Die Zurücksetzung eines Neubaus von der Straße an der Stelle des früheren Supermarkts ermöglicht wie berichtet einen neu entstehenden Platzcharakter, den eine Verschiebung der Straße laut Neudert noch erweitern soll. Beim Straßenbelag der Fahrbahn will Neudert am Asphalt festhalten. Eine hellere Färbung, wohl beige, soll aber die Betonung der Ortsmitte verstärken. Zudem soll Pflaster den Zentrumscharakter an den Rändern verstärken. Vor der Eisdiele sieht der Verkehrsplaner drei zusätzliche Parkbuchten vor. Der Gehweg werde verschmälert werden – eine für ihn gewünschte Breite von 2,50 Meter gebe es in vielen Ortschaften nicht, aber 1,50 Meter seien möglich. An der Oskar-Schüler-Straße soll es keine Abbiegespur geben, aber bessere Sichtverhältnisse für Fußgänger.

Nebenstraßen

Pflasterung ist auch etwa zehn Meter in die Nebenstraßen hinein vorgesehen. Deren weitere Pflasterung gilt als wünschenswert, sofern sie eher der Aufenthaltsqualität dienen. Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) warnte davor, dass eine nur kurze Pflasterung Dauerzustand werden könne. Als denkbar gilt eine Pflasterung in die Schlossstraße hinein und in der Leidlstraße. Keine Pflasterung soll es in der Traubinger Straße geben, wegen ihres Verbindungscharakters. Ihre Einmündung soll aber künftig breiter sein.

Sanierung im Norden

Die am heutigen Montag beginnenden Arbeiten finden wieder auf zwei Baufeldern gleichzeitig statt, zwischen Ringseisweg und Hans-Albers-Straße. Der Verkehr wird mit Ampelregelung halbseitig vorbei geführt, der Durchgangsverkehr großräumig umgeleitet. Das Staatliche Bauamt Weilheim kündigt auch die Sanierung der Brücke über den Kalkgraben an. Fußgänger müssen im Baubereich auf die andere Gehwegseite, Radfahrer auf der Fahrbahn bleiben, bei Bedarf absteigen und Gehwege benutzen. Den Anliegern sichert das Staatliche Bauamt Weilheim rechtzeitige Informationen der Baufirma zu, so auch, wenn Zufahrten kurzfristig nicht befahrbar sind. Erneuert werden auch Wasser- und die Niederschlagswasserleitungen einschließlich Hausanschlüssen, Gehwege und Beleuchtung. Ein Glasfaserleerrohrnetz wird verlegt, eine Querungshilfe soll ersetzt, zusätzlich auf Höhe der Akademie für Politische Bildung eine weitere Querungshilfe errichtet werden. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis November 2022 dauern.

Lorenz Goslich

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