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Kirchenpfleger Alfons Mühleck und die neue Orgel: Noch ist das Instrument aus der Werkstatt Heiß in Füssen im Rohzustand. Demnächst wird es bemalt und fertig installiert.
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Arbeiten mit fantastischer Aussicht: Die Kuppel von St. Nikolaus wird neu gemacht und eingedeckt. Das Kreuz ist ebenfalls beim Restaurator.

St. Nikolaus Oberzeismering

Neuer Klang und neue Kuppel

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Neuerungen in und auf St. Nikolaus auf der Ilkahöhe: Die Kirche hat eine neue Orgel bekommen – dank eines großzügigen Spenders. Einweihungskonzert ist am Sonntag, 20. Mai, um 19 Uhr. Und der Kirchturm bekommt eine neue Kuppel.

Oberzeismering – Die kleine Kirche St. Nikolaus auf der Ilkahöhe ist ein Kleinod: ihre Form, die Heilige Kümmerniß mit dem Bart an der Wand, die Kanzel und der Peststein von 1632, der seit der Generalsanierung 2004 im Inneren der Kirche zu sehen ist. Ein schönes, gepflegtes Gotteshaus, das jetzt noch schöner und gepflegter wird. Die Kuppel auf dem rund 20 Meter hohen Turm wird neu gemacht, und die Kirche bekommt eine Orgel. „Musikalisch beginnt für diese Kirche damit eine neue Ära“, sagt Kirchenpfleger Alfons Mühleck.

Denn St. Nikolaus hatte bisher keine eigene Orgel. Bei den wenigen Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und dem Patrozinium in St. Nikolaus wurde auf der gemeindeeigenen Schleich-Orgel gespielt. Ein historisch höchst interessantes, musikalisch jedoch herausforderndes Instrument. Unter anderem, weil es um fast einen Halbton zu hoch ist und eine kurze Oktave hat. Das machte das Zusammenspiel für andere Musiker zu einer Herausforderung. „Die anderen Instrumente mussten einen Halbton höher transponieren“, berichtet Tutzings Kirchenmusikerin Helene von Rechenberg. „Das ist für die heutige Zeit mühsam.“ Zudem sei die Auswahl an Musikstücken durch die kurze Oktave eingeschränkt. Denn kurze Oktave bedeutet, dass die Töne Cis, Fis, Gis und Dis fehlen.

Trotzdem mag Helene von Rechenberg die alte Schleich-Orgel, freut sich aber auch über die neue. „Die Pfeifen der neuen Orgel stehen höher, der Klang kann besser durch den Kirchenraum gleiten“, sagt sie. „Das klingt unvergleichlich voller.“

Gespielt wurde die neue Orgel noch nicht. Seit Mitte April ist sie in der Kirche aufgebaut. Derzeit noch ganz in Naturholz. Der Generalkonservator der Diözese Augsburg hat laut Mühleck inzwischen über ihre Tönung entschieden. Gestrichen wurde sie noch nicht.

Und noch ist sie nicht ganz aufgebaut. „Erst wenn die Orgel bemalt ist, baut der Orgelbauer die restlichen Pfeifen ein“, berichtet Helene von Rechenberg. „Die Orgel muss sich erst an ihren neuen Ort gewöhnen, an die Luftfeuchtigkeit und die Atmosphäre.“ Das Instrument hat fünf Register, ein Pedal und ein angehängtes Pedal. Der Klang sei nicht tief, aber wesentlich runder als der der alten Schleich-Orgel. „Die alte Orgel klang nicht ganz rund, eher spitz“, beschreibt die Kirchenmusikerin.

Dabei ist die Geschichte der Schleich-Orgel höchst interessant. „Sie ist fast 300 Jahre alt und wurde in den 1980er Jahren bei Aufräumarbeiten auf dem Dachboden der Kalle-Villa, dem Altbau des Tutzinger Gymnasiums gefunden“, erzählt Helene von Rechenberg. „Sie war in ihre Einzelteile zerlegt.“ Beim Zusammenbauen wurde deutlich, dass nur noch wenig vom Original-Pfeifenmaterial vorhanden gewesen sei. „Die fehlenden Teile wurden ersetzt, und dann kam die Orgel auf die Ilkahöhe.“

Nun steht sie im Ortsmuseum der Gemeinde Tutzing. Wenn sie sich dort akklimatisiert hat, könnten theoretisch Konzerte stattfinden, sagt von Rechenberg.

Das Einweihungskonzert für die neue Orgel auf der Ilkahöhe findet am Pfingstsonntag, 20. Mai, um 19 Uhr statt. Agnès Blanche Marc (Flöten), Eva Röll (Barockgeige) und Helene von Rechenberg (Orgel) spielen französische und italienische Musik des Barock.

Bis dahin ist die neue Kuppel auf dem Kirchturm auch schon mit Rotzederschindeln eingedeckt. Nachdem der Turm einen neuen Anstrich gebraucht habe, sei die Entscheidung für die Sanierung der Kuppel leicht gefallen, berichtet Kirchenpfleger Alfons Mühleck. Kosten: rund 50 000 Euro, von denen rund 60 Prozent die Diözese übernimmt. „Die Kuppel ist mehr der Witterung ausgesetzt“, erkärt Mühleck. Sie sei völlig vermoost gewesen. „Krähen und Stare holten sich unter dem Moos Larven und Käfer heraus und haben zum Teil ganze Löcher hineingerissen.“

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