Der in die Jahre gekommene Rüstwagen der Tutzinger Feuerwehr soll demnächst ersetzt werden. Unser Bild zeigt Jugendwart Christoph Knobloch (l.) und Kommandant Markus Kuisl.  Foto: Andrea Jaksch
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Der in die Jahre gekommene Rüstwagen der Tutzinger Feuerwehr soll demnächst ersetzt werden. Unser Bild zeigt Jugendwart Christoph Knobloch (l.) und Kommandant Markus Kuisl.

Überlegungen zum Gerätehaus im Rat

Neuer Rüstwagen für die Feuerwehr

Die Beschaffung eines neuen so genannten Rüstwagens hat am Dienstag im Tutzinger Gemeinderat weitergehende Diskussionen über die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr mit sich gebracht. Wie dabei bekannt wurde, liegt mittlerweile ein Feuerwehrbedarfsplan für Tutzing vor, den das Bayerische Feuerwehrgesetz fordert.

Tutzing – Unter Hinweis auf den großen Umfang dieser Thematik empfahl Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) eine Verschiebung der Entscheidung zum Rüstwagen, um zunächst über Prioritäten zu diskutieren. Die Mehrheit des Gemeinderats sah dies aber anders und beschloss die laut Bürgermeisterin Marlene Greinwald schon im Finanzplan des vorigen Jahres beschlossene Beschaffung.

Der Gemeindehaushalt sieht für sie, verteilt auf die Jahre 2020 bis 2022, insgesamt 605 000 Euro vor. Der Rüstwagen sei ein Spezialfahrzeug mit umfangreicher technischer Ausrüstung, quasi eine „große fahrende Werkzeugkiste“, sagte Dritter Bürgermeister Dr. Franz Matheis, der Kommandant der Feuerwehr im Ortsteil Traubing ist. Großer Bedarf daran bestehe wegen vieler technischer Hilfeleistungen, die über normale Feuerwehreinsätze hinausgingen, etwa bei Groß- und Bahnunfällen oder Explosionen. Laut Matheis ist der Rüstwagen auch für überörtliche Einsätze gedacht, weshalb auch die staatliche Förderung höher sei. Die Mindestförderung für den Wagen bezifferte er auf rund 140 000 Euro. Das bisherige Fahrzeug, das 28 Jahre alt ist, weise altersbedingt erhebliche Mängel auf, bestätigte Tutzings Feuerwehrkommandant Markus Kuisl gestern beim Fototermin mit dem Starnberger Merkur gemeinsam mit Christoph Knobloch, dem Jugendwart und seinem vorgeschlagenen Nachfolger.

Über den Rüstwagen hinaus gingen mehrere Gemeinderäte immer wieder auf den Feuerwehrbedarfsplan ein, der die Weichen für die nächsten zehn bis 20 Jahre stellen soll – personell ebenso wie technisch und zum Standort des Feuerwehrhauses. Dessen Beibehaltung an der Oskar-Schüler-Straße betrachten Verantwortliche der Feuerwehr als sinnvoll, schon wegen enger zeitlicher Vorgaben für die Hilfsfristen. Doch es gibt auch Überlegungen über einen denkbaren anderen Standort, wegen des Platzbedarfs auch für ein Boot und Fahrzeuge des Landkreises und des Bundes. Ein bisher in Tutzing stationierter Gerätewagen für Gefahrgut soll in absehbarer Zeit zur Gautinger Feuerwehr verlegt werden.

Der Feuerwehrbedarfsplan erfasst auch die Traubinger Feuerwehr sowie die Löschgruppen in den Tutzinger Ortsteilen Diemendorf und Monatshausen. Laut Matheis enthält er konkrete Anschaffungstermine für weitere Fahrzeuge. Der Gemeinderat hat den Plan bislang noch nicht diskutiert und auch nicht beschlossen.  

Lorenz Goslich

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