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Nicht begeistert: Sabine Wi nkler aus Seeshaupt findet, dass die geplanten Parkgebühren am P&R-Parkplatz in Tutzing „Bürgerabzocke“ sind. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. 

Parkgebühren am S-Bahnhof Tutzing

Nicht ungewöhnlich, aber unpopulär

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  • Sebastian Tauchnitz
    Sebastian Tauchnitz
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In Tutzing kocht der Unmut hoch. Grund sind die Pläne der Bürgermeisterkandidatin Marlene Greinwald, künftig Gebühren von den Nutzern der Park&Ride-Plätze am S-Bahnhof zu verlangen.

Tutzing – Sabine Winkler steht mutterseelenallein auf dem riesigen Parkplatz an der S-Bahn in Tutzing. Der ist zwar voll besetzt, die Autobesitzer sind aber zur Mittagsstunde nahezu komplett andernorts. Etliche Autos tragen ein Weilheimer Kennzeichen. Für die Bewohner des Nachbarlandkreises ist es deutlich billiger, mit dem Auto bis zum MVV-Endhalt in Tutzing zu fahren und dort für 8,70 Euro Zug zu fahren. Von Weilheim aus wären die Fahrscheine mit 13,10 Euro doch teurer. Das macht sehr schnell sehr viel Geld aus, wenn man täglich in die Landeshauptstadt pendelt.

Auch am Auto von Sabine Winkler findet sich das Weilheimer Kennzeichen. Sie kommt aus Seeshaupt und findet verständlicherweise die Tutzinger Gedankenspiele, von den Pendlern einen Betrag zwischen 50 Cent und 1,50 Euro pro Tag für die Nutzung des P&R-Parkplatzes zu verlangen, überhaupt nicht gut. „Bürgerabzocke“ sei das, sagt sie.

Und ist mit dieser Ansicht nicht allein. Die Leser des Starnberger Merkur im Internet und auf Facebook machen aus ihrem Herzen ebenfalls keine Mördergrube und kritisieren das Vorhaben teils drastisch. Dabei sind kostenpflichtige P&R-Parkplätze im Großraum München gar nicht so selten. In Murnau beispielsweise wird schon seit Jahren abkassiert, in Grafing ebenfalls. Die Dorfener (Landkreis Erding) denken darüber nach, nach der Erweiterung der Parkkapazitäten Gebühren zu verlangen. Und selbst in Weilheim werden die Pendler auf dem Parkplatz Am Öferl bereits seit Anfang 2011 abkassiert. Die Tageskarte kosten 1 Euro, die Monatskarte 15 Euro, für die Jahreskarte werden 100 Euro fällig.

In den Nachbargemeinden entlang der S6 sorgen die Tutzinger Gebührenpläne für wenig Begeisterung. Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim formuliert es gewohnt deutlich: „Da halte ich gar nichts von. Wir haben jetzt schon viele Fremdparker mit Weilheimer Kennzeichen. Wenn die Tutzinger Geld verlangen, fahren noch mehr durch nach Feldafing.“ Seine Sorge: Wenn der P&R-Parkplatz voll sei, „parken die dann vogelwild kreuz und quer im ganzen Dorf“.

Da ist Pöckings Geschäftsleiter Sven Neumann deutlich entspannter: „Der Umweg von der B2 bis nach Possenhofen ist zu weit – da fahren die Weilheimer im Zweifelsfall gleich durch bis Starnberg und parken am Bahnhof Nord. Auch weil es da deutlich mehr Stellflächen gibt.“ Selbst Gebühren zu verlangen – auf diese Idee sei in Pöcking noch niemand gekommen. Und Neumann rechnet auch nicht damit, dass derartige Anstrengungen unternommen werden. Statt dessen soll in den kommenden Jahren das Umfeld des Bahnhofs attraktiver gestaltet werden – inklusive zusätzlicher Stellplätze (wir berichteten).

Aber inwieweit kann Tutzing denn überhaupt noch mitreden, wenn es um die Gebührenpflicht für den P&R-Parkplatz geht? Die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg sieht da durchaus Zwänge: „Unser Vertrag mit der Bahn läuft aus, die Bahn will den Parkplatz selbst betreiben.“ Die Pendlerparkgebühr an sich hält sie grundsätzlich für für sinnvoll: „Wir werden es nicht schaffen, den MVV-Tarif bis nach Weilheim zu tragen.“ Dann sei die Parkgebühr ein Ausgleich, weil es für die Weilheimer viel billiger sei, nach Tutzing zu fahren.

Dörrenberg fordert deshalb, auch die Parkplätze in den an den Bahnhof angrenzenden Gebieten gebührenpflichtig zu machen. „Der Edeka- und der Aldi-Parkplatz müssen eingerechnet werden“, sagt sie. „Man könnte die Gebühr eventuell über einen Einkauf dort verrechnen.“ Ohne diese Maßnahmen würde der Parkdruck für die Straßen rund um den Tutzinger Bahnhof viel zu groß.

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