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Eine starke Truppe: Das BRK in Tutzing.

BRK-Rettungswache

Die Not der Retter

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Über 400 Einsätze fahren die Helfer vor Ort vom BRK pro Jahr allein in Tutzing. Und doch sitzen die Ehrenamtlichen nach wie vor unter unhaltbaren Bedingungen in ihrer Baracke an der Rotkreuzalm. Über den dringend nötigen Neubau wird weiter gestritten.

Tutzing – In der heißen Phase des Bürgermeisterwahlkampfs brachte das BRK das Thema wieder aufs Tapet: Bei der Podiumsdiskussion des Starnberger Merkur war ein Großaufgebot von BRK-Aktiven erschienen und forderte endlich Klarheit (wir berichteten). Doch was ist seitdem geschehen? „Das BRK hat mittlerweile eine Bauvoranfrage gestellt“, sagt der Geschäftsleiter der Gemeinde Tutzing, Markus Grätz, auf Anfrage unserer Zeitung.

Das sei aus mehreren Gründen problematisch. Da ist zunächst ein baurechtliches Problem: „Beantragt wurde der Neubau eines Gebäudes am Rand des Volksfestplatzes“, so Grätz. Für das Areal gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der eine so genannte Wechselnutzung vorschreibt. Mit anderen Worten: So einfach darf man da kein festes Gebäude hinstellen. „Mit Blick darauf müssten wir die Bauvoranfrage ablehnen“, so Grätz.

Das sei aber nicht Wunsch der Gemeinde. Denn prinzipiell „wollen wir natürlich, dass das BRK in Tutzing eine neue Heimat findet“. Ein weiteres Problem: Im Gegensatz zu den Feuerwehren, die zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde gehören, sei der Landkreis für das BRK zuständig. Zunächst müsse daher mit dem Landratsamt abgestimmt werden, ob dieses das Vorhaben des BRK mittragen würde. Grätz zweifelt auch an, ob der geplante Standort am Volksfestplatz optimal geeignet ist: „Wir brauchen die Flächen dort im Sommer zum Parken, zudem soll hier aller Voraussicht nach das Lager für die Baufirmen entstehen, die bei der Sanierung der Hauptstraße im Einsatz sind.“ Daher sein Vorschlag: Das BRK solle die Bauvoranfrage zurückziehen, man sich zeitnah zusammensetzen und gemeinsam mit dem Landkreis nach Lösungen suchen.

BRK will Antrag nicht zurückziehen

BRK-Geschäftsführer Jan Lang lehnte das gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur ab: „Ich möchte, dass die Bauvoranfrage an den Landkreis weitergeleitet und dort als ’ruhend’ eingestuft wird“, sagte er. Man habe die Anfrage gestellt, die Dringlichkeit des Vorhabens zu dokumentieren.

Acht verschiedene Standorte seien im Laufe der Jahre diskutiert und wieder verworfen worden. Die Variante am Volksfestplatz habe der im vergangenen Jahr verstorbene Tutzinger Bürgermeister Rudolf Krug bei einer Vor-Ort-Begehung selbst als vorstellbar bezeichnet. „Da wird der Eindruck erweckt, dass wir den gesamten Volksfestplatz zubauen wollen“, ereiferte sich Lang. Das sei Unsinn. Es gehe um ein kompaktes Gebäude mit drei Stellplätzen und Sozialräumen im ersten Stock am Rand des Platzes. Dort könne die Jugend-, Ausbildungs- und Kameradschaftsarbeit des BRK erledigt werden. Zudem hätte die Parkplatzfrage auch keine Rolle gespielt, als auf dem Festplatz die Zeltstadt für die Asylbewerber aufgebaut worden war (wir berichteten).

Der Landkreis kennt nach Angaben von Sprecher Stefan Diebl das Problem. „Nicht nur in Tutzing besteht bei den Rettungskräften Investitionsbedarf“, sagt er. Daher müsse man überlegen, ob eventuell ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt würde, um derartige Investitionen zu unterstützen: „So etwas gab es schon einmal im Bereich der Wasserrettung.“ Die endgültige Entscheidung darüber würde aber der Kreistag fällen, so Diebl.

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