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Belebte Hauptstraße: Für die Tutzinger Geschäftswelt sind Parkplätze dafür eine wichtige Voraussetzung. Nach der Sanierung sollten es mehr statt weniger sein, fordern die Gewerbetreibenden. 

Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender

„Ohne Parkplatz keine Aufenthaltsqualität“

Die Tutzinger Geschäftsleute sorgen sich um ihre künftige Erreichbarkeit. Bei der Sanierung der Hauptstraße wünschen sie sich nachdrücklich ausreichenden Parkraum möglichst direkt bei den Läden.

Tutzing– Die Parkplätze im Tutzinger Ortszentrum sollten erhalten und nach Möglichkeit sogar ausgeweitet werden. Diesen Appell verbindet Arnold Walter, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG), mit dem Plänen zur Sanierung der Tutzinger Hauptstraße.

Bisherige Überlegungen, bestimmte Parkplätze zu streichen, verfolgen er und seine Kollegen kritisch, wie sie in einem Gespräch mit dem Starnberger Merkur deutlich machen. Die Gründe hat Thomas Bove (Hotel Reschen) so zusammengefasst: wachsende Bevölkerung der Gemeinde, steigender Altersdurchschnitt und teils große Entfernungen zwischen den Ortsteilen.

Wer keinen Parkplatz finde, fahre anderswo hin und kaufe nicht im Ort ein, sagte Thomas Thallmair (Intersport Thallmair). Susanna Held (Buchhandlung Held) sieht dies schon heute bestätigt. Sie kennt Klagen etlicher Geschäftsleute und ihrer Kunden. Viele Geschäfte böten zwar auch Lieferservice an. Doch die Menschen wollen nach allen Erfahrungen auch selbst in die Läden kommen.

Die Sanierung der Hauptstraße ist für die Tutzinger Geschäftswelt von zentraler Bedeutung, schon wegen ihrer Erreichbarkeit während der Umbaumaßnahmen. Der ATG-Vorstand beurteilt die Planungen insgesamt positiv, wie er betont. Dass die Geschäfte gut erreichbar sein sollten, hält Thallmair durch die aktuelle Entwicklung des Kaufverhaltens für belegt. Es gebe offenkundig großen Bedarf vieler Tutzinger, örtliche Geschäfte und auch Ärzte aufzusuchen – und gut zu ihnen gelangen zu können.

Für ATG-Chef Walter steht deshalb fest: „Parkplätze beleben den Ort – und ohne Parkplätze keine Aufenthaltsqualität.“ Ein Parkhaus oder eine Tiefgarage, wie bei der Grund- und Hauptschule geplant, wäre nach Auffassung der Geschäftsleute zwar hilfreich, aber kein ausreichender Ersatz für wegfallende Parkplätze. Walter verweist auf die steigende Zahl älterer Menschen in Tutzing, für die auch ein kurzer Fußweg schwierig ist. Viele Kunden würden dann nicht mehr im Ortszentrum einkaufen, sondern dorthin fahren, wo sie direkt vor den Geschäften parken könnten, also zu den Supermärkten. Damit werde auf Dauer die Attraktivität der innerörtlichen Geschäfte sinken, sie würden Kunden verlieren, und mancher Laden müsse schließen.

„Der Einzelhandel ist nicht nur zum Konsumieren da“, sagt Veronika Bove (Reschen), „sondern auch für das Lebensgefühl der Menschen.“ Die ATG-Vorstände zitieren ausdrücklich Versprechen mehrerer Gemeinderäte, dass derzeitige Parkplätze – wenn überhaupt – erst dann gestrichen würden, wenn das geplante Parkhaus fertig sei.

Wenn Parkautomaten aufgestellt werden, wünschen sich die Geschäftsleute eine so genannte „Semmeltaste“: Mit der dürfen Autofahrer für kurze Zeit, etwa 20 oder 30 Minuten kostenlos parken.

Von Lorenz Goslich

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