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Fleißige Palmbuschen-Binderinnen (v.l.): Thekla Strauß, Brigitte Berkenkamp, Anni Mühleck, Rosa Sladek, Christine Koser-Krahl, Elisabeth Lutzke, Gertraud Müller, Annemie Hupfauf und Finni List. Den Erlös aus dem Verkauf spenden sie.

Palmbuschen

Fellkätzchen in einem grünen Kränzchen

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Das kann nicht so schwierig sein: ein paar Zweige Weidenkätzchen und ein wenig Buchs zu einem Sträußchen zusammenbinden. Tatsächlich verlangt das Palmbuschen-Binden ein bisschen Gefühl fürs Arrangieren und Gestalten sowie Kraft in den Fingern, um den Draht festzuziehen.

Tutzing – Die Buschen werden an diesem Wochenende für einen guten Zweck verkauft: vor der Vorabendmesse am Samstag um 19 Uhr sowie am Palmsonntag ab 8 Uhr. Die Palmkätzchen erinnern an die Palmzweige, mit denen die Gläubigen Jesus beim Einzug in Jerusalem huldigten.

Die neun Frauen, die sich im Untergeschoss des Tutzinger Roncallihauses an diesem Donnerstagnachmittag zusammengefunden haben, binden seit Jahren Palmbuschen. „Bestimmt schon 15 Jahre“, sagt Gertraud Müller, die mit Blumendraht und Gartenschere angerückt ist. „Bindet die Sträußchen fest zusammen, nicht dass sie beim Verkaufen aufspringen“, fordert sie.

Draht und Schere haben fast alle dabei, das eigentliche Material – Palmkätzchen und Buchszweige – bringen ein paar in größeren Mengen mit. „Der Buchs ist von von einer Hecke, die jedes Jahr um die Zeit geschnitten wird“, sagt Anni Mühleck. Schwieriger sei es mit den Palmkätzchen. „Die sind inzwischen geschützt“, weiß Anni Mühleck. Sie hat welche von einem privaten Bauerngarten, wo sie jedes Jahr Zweige abschneiden darf. Die Kätzchen sind meist schwierig zu finden, doch es gibt ja noch den Buchs. „Drei oder fünf Palmzweige, dazwischen mit dem Grün auffüllen und ein grünes Kränzchen außenrum“, lautet die Ansage von Anni Mühleck. Gertraud Müller hält sich nicht ganz dran: „Ja, das sind sieben Zweige – aber sonst schaut es ja nach nichts aus.“

Annemie Hupfauf bewundert die vorbereiteten Schleifen. Eine über 90 Jahre alte Tutzingerin, Mia Radwanski, bindet sie jedes Jahr schon im Vorfeld: Schleifen in zwei Farben, befestigt an einem Draht, so dass sie problemlos am Buschen befestigt werden können. Sie muss seit Wochen daran gearbeitet haben: Es sind 120 Schleifen.

Die sind schnell weg, weil die fleißigen Frauen Palmbuschen binden wie am Fließband. Eine sinnvolle Arbeit: Vergangenes Jahr kamen 1440 Euro zusammen. Der Preis liegt zwischen zwei und fünf Euro – je nach Größe. Er ist gerechtfertigt. Es ist alles Handarbeit. 

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