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Öffnet ab 22. Juni wieder ihre Türen für Gäste: die Akademie für Politische Bildung in Tutzing. 

Nach 14 Wochen Schließung

Politische Akademie Tutzing öffnet wieder: „Der Bedarf an Wissen ist größer denn je“

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing öffnet nach 14 Wochen virusbedingter Schließung ab 22. Juni wieder ihre Türen. Mehr als 50 Tagungen sind bis Ende des Jahres geplant. Die Top-Themen: Corona-Pandemie, Digitalisierung und 30 Jahre Deutsche Einheit.

Tutzing – Die Gäste müssen sich wie überall auf besondere Bedingungen einstellen. „Corona macht tatsächlich alles anders – auch für die Akademie“, sagt ihre Leiterin Prof. Ursula Münch.

Die Tagungsleiter sind laut der Direktorin froh, „nicht länger nur wissenschaftliche Aufsätze, Podcast-Beiträge und Videovorträge vorzubereiten, sondern endlich auch wieder Tagungen, die nicht abgesagt werden müssen, sondern tatsächlich stattfinden können“. Direkt mit dem Virus befasst sich zum Beispiel die Veranstaltung „Die Digitalisierung in Krisensituationen“ (9./10. Oktober). Wie es den Umgang mit Technik verändert, behandelt die Tagung „Corona als Beschleuniger?“ (9./10. September).

Zum Thema „Corona macht alles anders“ hat Münch ein sehr anschauliches Beispiel: „Während wir in den letzten Jahren konsequent darauf geachtet haben, Verpackungsmüll zu vermeiden, stellen wir uns gerade um: Sogar die Kuchenstücke für den Nachmittagskaffee müssen verpackt werden.“ Das sei aber nur ein kleiner Teil des Schutz- und Hygienekonzepts, „das so ziemlich alles regelt, woran man als Veranstalter denken muss“. Wer sich für eine Tagung anmeldet, bekommt es vorab zugeschickt. Die Vorkehrungen in der Akademie reichen von Mund-Nasen-Bedeckung auf den Gängen („Zwei Mitarbeiterinnen sind in den letzten Wochen an der Nähmaschine gesessen“) bis zu Plexiglasscheiben in der Bibliothek.

Im Speisesaal gibt es nun zwei verschiedene Essenszeiten

Im Speisesaal gibt es nun zwei verschiedene Essenszeiten, weil statt sechs bis acht nun nur noch zwei Gäste oder Mitarbeiter an einem Tisch sitzen dürfen. Am Frühstücks- und Abendbuffet gibt es anders als sonst keine Selbstbedienung, die Ausgabe erfolgt durch das Personal. Das Mittagessen wird serviert. Die Mahlzeiten sind für Direktorin Münch „der einzige Engpass“ im Haus. In den Hörsälen könne man die Abstandsregel leicht einhalten –nicht nur das Auditorium biete viel Platz.

Trotzdem ist klar: Es gibt weniger Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern als üblich und weiterhin ergänzend digitale Angebote. Falls Tagungen gleichzeitig stattfinden, müssen die Pausen noch genauer aufeinander abgestimmt werden – „damit nicht alle gleichzeitig zum Kaffeetrinken oder zum Mittagessen gehen“, sagt Münch.

Über einen, wenn man so will, glücklichen Zufall kann sich die Leiterin amüsieren. Wegen der energetischen Sanierung stehen im Gästehaus derzeit ohnehin nur 40 Übernachtungsplätze zur Verfügung. „Auf einmal passen ,dank Corona‘ die Bewirtungs- und die Bettenkapazitäten sogar zusammen“, sagt Münch. Dafür dauert aber die Reinigung der Zimmer länger als zuvor.

„Wir sind zuversichtlich“, sagt die Direktorin

Die Nachfrage nach den Tagungen sei noch nicht abzusehen. Allerdings hätten sich viele erkundigt, ob ihre jeweilige Tagung stattfinde oder nicht. „Wir sind zuversichtlich“, sagt die Direktorin. „Ein wenig Sorge“ bereiten ihr aber die Referenten, die aus dem Ausland anreisen müssen: „Von deren Seite gab es in den letzten Wochen durchaus Bedenken. Jetzt hoffen wir, dass die Aufhebung der Reisebeschränkungen hilft.“

Für Münch erfüllt die Tutzinger Einrichtung gerade in diesen Zeiten eine wichtige Funktion: „Der Bedarf an fundiertem Wissen und an seriösen Debatten über politische, gesellschaftliche und ökonomische Themen ist größer denn je.“

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