Refugium Beringerpark

Hospiz muss nach neun Monaten schließen

Tutzing - Das Mitte 2015 eröffnete Hospiz „Refugium Beringerpark“ ist schon wieder am Ende. Eine Nachfolgelösung zeichnet sich aber bereits ab: eine Einrichtung für Schwerstkranke.

Die Enttäuschung sitzt bei allen Beteiligten tief. Schweren Herzens mussten sich die Betreiber des noch relativ neuen Tutzinger Hospizes „Refugium Beringerpark“ entschließen, ihr Projekt wieder einzustellen. Es wird kein Patient mehr versorgt. Den etwa zehn Mitarbeitern ist per Ende März gekündigt worden. Grund: Die Krankenkassen haben die Bezahlung abgelehnt. Für eine Nachfolge soll es aber schon gute Aussichten geben.

„Es wird auf jeden Fall eine medizinische Einrichtung werden“, sagte Mitgesellschafter Dr. Egon Gniwotta am Karfreitag auf Anfrage. „Es wird nicht leer stehen“, bekräftigte er. Auch Dr. Wolfgang Weber-Guskar, der Vorsitzende des ebenfalls noch jungen Hospizvereins Fünf-Seen-Land, zeigte sich trotz aller Probleme überzeugt: „Es gibt eine positive Weiterführungsperspektive.“

Das oberhalb der Bahnlinie errichtete neue Gebäude soll künftig als Einrichtung für schwerstkranke Patienten genutzt werden. Die Verhandlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen, sollen aber weit gediehen sein. Es wird erwartet, dass es in einigen Wochen soweit sein könnte. Die neue Einrichtung könnte dann vielleicht Mitte dieses Jahres mit ihrer Arbeit beginnen.

Fortgeführt wird auch eine Fortbildungsakademie in der alten Villa Beringer. Zurzeit werden dort 15 ehrenamtliche Hospizhelfer ausgebildet. Errichtet worden war das neue Hospiz von einer gemeinnützigen Gesellschaft, die ihrerseits von zehn privaten Gesellschaftern getragen wurde. Im Zuge der Probleme gab es offenbar auch Meinungsverschiedenheiten. Die Hälfte der Gesellschafter ist mitlerweile ausgeschieden, die übrigen fünf haben deren Anteile übernommen. Wichtige Rollen spielen auch eine Stiftung und der Hospizverein.

Am Bedarf für ein Hospiz in der hiesigen Region haben die Initiatoren nach wie vor keinen Zweifel. Von vornherein hatte es aber heftige Widerstände gegen das Tutzinger Hospiz gegeben, die offenbar seit der Eröffnung kräftig weiter betrieben worden sind. Plötzlich wurden Einzelfallabrechungen nicht mehr bezahlt, mit denen die Betreiber auch ohne einen – von den Kassen abgelehnten – Versorgungsauftrag gerechnet hatten. So blieb ihnen nichts anderes übrig, als den Betrieb einzustellen.

Das Refugium war Ende Juni vorigen Jahres eingeweiht worden. Schon damals war der Versorgungsauftrag nicht gesichert, die Betreiber bauten bei der Finanzierung auf Einzelfallabrechnung.

Rubriklistenbild: © Andrea Jaksch

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