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Ein neues Provisorium im Pausenhof der Mittelschule: Der Hort in der Alten Volksschule brauchte einen zweiten Fluchtweg. Für die Zehntklässler Richard Peter Illes (l.) und Felix Schuster und ihre Mitschüler bedeutet das weniger Platz während der Pause. Die Absperrung der provisorisch verlegten Dachrinne ist links hinten zu sehen.

Mittelschule Tutzing

Mensa bringt Renovierung ins Stocken

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An der Tutzinger Mittelschule stagnieren die Renovierungsarbeiten. Seit September ist zudem noch die Fläche des Pausenhofs reduziert. Wann es weitergeht, ist noch nicht klar.

Tutzing – Die Tutzinger Mittelschule bekommt zwar eine Mensa. Doch der Preis dafür ist, dass die seit 2016 laufende Generalsanierung unterbrochen wird. Der Gemeinderat sprach sich erst für die Mensa aus, nachdem die Sanierung bereits eineinhalb Jahre lief. Wie und wann es weitergeht, ist noch unklar, vermutlich im kommenden Jahr. Die Ausschreibungen für die Schule laufen, so die Auskunft von Gemeindegeschäftsführer Marcus Grätz.

Es ist schon ein Pech für die Tutzinger Mittelschule. Da hatte sich der Gemeinderat nach langer Diskussion und wiederholtem Abwägen für eine Generalsanierung ausgesprochen, die vergangenes Jahr auch angelaufen ist. Es gibt bereits neue Toiletten und ein renoviertes Schülercafé. Doch jetzt ist wieder Pause. In einem Stockwerk hängen Leitungen von der Decke, in einem anderen sind die Deckenlamellen aus Plastik mit Holz abgesichert, damit sie nicht herunterfallen. Die Schule ist zweifellos renovierungsbedürftig. Die für diesen Sommer geplante Aufstockung der beiden ungenutzten Dachterrassen im ersten und zweiten Stock zu drei weiteren Klassenzimmern ist ausgefallen. Sie wurde ebenso verschoben wie die neuen Fenster im kommenden Jahr.

Neue Planung muss her

Allerdings aus einem Grund, der Rektorin Barbara Pompe grundsätzlich freut. Die Gemeinde will eine Mensa errichten. Und zwar an der Stelle, an der im usrprünglichen Plan für die Generalsanierung die Bücherei gedacht war: im Kunstraum im Norden des Geländes Richtung Traubinger Straße und in der darunter liegenden Unterfahrt, die im Moment nur der Hausmeister nutzt.

Weil die Nutzung als Bücherei und die als Mensa wenig gemeinsam haben, muss eine völlig neue Planung gemacht werden. „Wir brauchen eine Änderungsgenehmigung“, sagt die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg. „Daraus resultiert, dass wir die Architektenleistungen nochmal ausschreiben müssen.“ Zudem werde das gesamte Erdgeschoss neu strukturiert, auch das Lehrerzimmer, ergänzt Dritte Bürgermeisterin und Schulreferentin Marlene Greinwald. Die Aufstockung der Dachterrassen sei verschoben worden, weil die Neuplanung für die Mensa unter anderem auch eine Neuplanung der Leitungen erforderlich mache.

Rektorins Wunsch geht in Erfüllung

Schulleiterin Pompe hat von den neuen Plänen kurz vor den Sommerferien erfahren, in denen eigentlich gebaut werden sollte. „Wir haben angerufen und haben gefragt, was wir für die Bauarbeiten wegräumen sollen“, erzählt sie. „Dabei haben wir erfahren, dass keine Bauarbeiten stattfinden.“

Pompe beschwert sich nicht – sie ist seit neun Jahren Schulleiterin in Tutzing und gewöhnt, in einem renovierungsbedürftigen Gebäude zu arbeiten. Sie freut sich über die neuen Möbel in der Schülercafeteria (siehe Kasten). Dass eine Mensa gebaut wird, ist schon sehr lange ihr Wunsch. „Dass wir eine Mensa für unsere rund 400 Schüler brauchen, ist lange klar und im Gespräch.“ Denn über kurz oder lang werde die Mittelschule eine gebundene Ganztagsklasse für alle Jahrgangsstufen anbieten. Und dann sollten die Kinder ein Mittagessen bekommen.

Der Bau der Mensa sei eine Vorgabe, die der Gemeinde Tutzing gemacht worden sei, unterstreicht Grätz im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Wie sich die Kosten durch die neue Planung verändern, kann er noch nicht sagen. Das geht erst nach der Ausschreibung. Bisher war die Gemeinde von Gesamtkosten von mehr als 7 Millionen Euro ausgegangen, verteilt auf sechs Jahre bis 2021. Gefördert würden nach Auskunft des Tutzinger Bauamts etwa 47 Prozent.

Fluchtweg-Provisorium engt Pausenhof ein

Der alte Plan für die Generalsanierung war auch ein generalstabsmäßig organisierter Arbeitsplan. Vorgabe bei der Ausschreibung war nämlich, dass die lauten Arbeiten vor allem in den Ferien stattfinden. Der beauftragte Bauunternehmer hatte sich darauf eingestellt. Jetzt sei der Vertrag gekündigt worden, sagt Dörrenberg. Eine Strafe für die Vertragsaufhebung seitens der Gemeinde sei nicht fällig.

Statt neuer Klassenzimmer gab es im September eine andere Überraschung für Lehrer und Schüler der Mittelschule. Im mittleren Pausenhof wurden rund 40 Quadratmeter durch eine Metalltreppe mit einer Holzverschalung besetzt. „Das schränkt unseren ohnehin begrenzten Platz für die Pause weiter ein“, sagt Pompe.

Die Gemeinde habe für den Schülerhort in der Alten Volksschule einen zweiten Fluchtweg einrichten müssen, sagt dazu Bürgermeisterin Dörrenberg. „Sonst hätten wir den Hort schließen müssen.“ Im Zuge der Umplanungen für die Mittelschule werde man eine andere Lösung finden, verspricht sie. Die Treppe sei ein Provisorium.

Das zweite Problem im Pausenhof der Schule: Seit knapp zwei Jahren ist ein Eck provisorisch mit Baustellengittern abgesperrt, um die Entwässerung des Lehrerhaus-Daches zu sichern.

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