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Einige Mängel gibt es seit Jahren: Schon 2015 standen Schulleiter Bruno Habersetzer (Foto oben, l.) und Rolf Maiwald vom Direktorat vor dem gesperrten Balkon der Villa. Seither hat sich daran nichts geändert.

Gymnasium

Sanierungsfall Schule: Tutzing arbeitet an Konzept

An vielen Stellen des Tutzinger Gymnasiums gibt es Mängel, der Unterricht ist laut Schulleiter Bruno Habersetzer aber nicht gefährdet.

Tutzing– Das Gymnasium Tutzing hat in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht – und keine, die der Gemeinde als Träger sonderlich gefallen haben. Auslöser war die Abiturfeier, bei der ein Gruppenbild nicht vor dem Balkon der Villa Kalle gemacht wurde – dort ist abgesperrt. Das allerdings ist kein neuer Zustand, wie Schulleiter Bruno Habersetzer erklärt. Die Gemeinde schnürt derzeit eine Art Sanierungskonzept für die gesamte Schule, an der in der Tat einiges zu machen ist. Eine Bruchbude, wie manche suggerieren, ist sie laut Schulleitung und Gemeinde nicht.

Der auffälligste Schaden ist der an der Villa Kalle. Habersetzer: „Nach wie vor ist der bröckelnde Balkon abgestützt und darf nicht betreten werden.“ Ein Zustand, der schon seit mehr als zwei Jahren besteht. Betroffen davon ist auch die Veranda, weil Putz herabfällt, erklärt Tutzings Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg. Innen sei die Villa aber „tadellos gepflegt“.

Beide verhehlen aber nicht, dass das Gymnasium mittelfristig ein Sanierungsfall ist. „Ein ganz wichtiger Punkt ist die Frage der Sanierung der zirka 40 Jahre alten Turnhallen. Hier hatten wir wegen eindringender Feuchtigkeit im letzten Winter eine Schimmelbildung, die zu einer zeitweisen Schließung der Halle führte“, erklärt der Schulleiter. Inzwischen sei das Dach provisorisch mit einer Plane abgedichtet – „wieder eine Notlösung“. Bruno Habersetzer baut auf die Zusage der Gemeinde, spätestens nach fünf Jahren substanzielle Maßnahmen umzusetzen. Bis dahin solle entschieden sein, ob die Hallen des Gymnasiums sanierungsfähig sind oder abgerissen werden müssen. Eine Halle an seiner Schule will Habersetzer möglichst sichern: „Falls kein Neubau am Gymnasium kommt, müsste der ganze Sportunterricht in die zirka 800 Meter entfernte Würmseehalle verlegt werden. Dies wäre natürlich nicht im Sinne der Schule, weil durch den Weg zur Würmseehalle wertvolle Unterrichtszeit gerade im Lieblingsfach vieler Schüler verloren ginge.“ Nach Dörrenbergs Angaben habe ein Gutachter festgestellt, dass die Sporthalle noch fünf Jahre hält. In der Halle gebe es zwar einige kleinere Einschränkungen, sie könne aber dennoch „voll genutzt“ werden.

Der in den 1990er-Jahren errichtete Neubau bereitet dem Schulleiter ebenfalls Kopfzerbrechen. Wegen schlechter Verarbeitung seinerzeit sei großflächig Putz abgebrochen, der schließlich zum Teil ganz abgeschlagen werden musste. Und weiter: „Die Beschläge mancher Fenster in diesem Gebäudeteil sind verschlissen, Ersatzteile kaum noch zu bekommen. Es ist vorgekommen, dass Fenster aus dem Rahmen gefallen sind. Sie wurden dann einfach zugeschraubt.“ Der Schulleiter sieht auch die Wärme im Haus für seine Schüler als Problem. Eine Verschattungsmöglichkeit für die Fenster sei nötig, auch besserer Schallschutz steht auf Habersetzers Liste. Derzeit sieht er keine akuten Probleme: „Der Unterrichtsbetrieb ist nicht akut gefährdet.“

Die Gemeinde sieht den Handlungsbedarf sehr wohl und arbeitet Dörrenberg zufolge an einem Sanierungsplan. Dafür sind im laufenden Haushalt Mittel eingeplant. Wann es konkret losgehen kann, ist allerdings noch offen. 2018 hält sie für eher unwahrscheinlich.

Drei bis sechs Jahre werde das Gesamtpaket dauern, wagt die amtierende Bürgermeisterin eine vage Aussage. Am Geld wird es nicht liegen, denn der Landkreis trägt 90 Prozent der Kosten – diesen Kompromiss bei der Kostenübernahme für Gymnasien der Gemeinden durch den Landkreis hatte der verstorbene Bürgermeister Rudolf Krug maßgeblich mitausgehandelt.

Die Schule, erklärt Bruno Habersetzer, werde dabei laufend unterstützt: „Wir bekommen eine komplett neue Rechnerausstattung für alle Klassenzimmer, für die beiden Computerräume, für das Lehrerzimmer und die Verwaltung.“ Nun hofft er, dass auch baulich etwas vorangeht.

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