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Symbolbild

Netzausbau

Tutzing schaltet den Turbo zu

Was lange währt, wird gut: Spätestens im kommenden Jahr wird in der Gemeinde Tutzing flächendeckend zeitgemäß schnelles Internet verfügbar sein. Die Telekom informierte jetzt die Bewohner des Ortes.

Tutzing – Die Tutzinger brauchen nach wie vor einen langen Geduldsfaden: Schnelles Internet wird es flächendeckend erst 2018 geben, auch wenn in der knapp 10 000 Einwohner zählenden Gemeinde bereits Anfang Juni 2017 weitere Tiefbauarbeiten abgeschlossen und neue Ports freigeschaltet sein werden.

„Das liegt am Gebot des diskriminierungsfreien Internet-Zugangs“, erläuterte Ralf Niepel, bei der Telekom Deutschland zuständig für die „Service Region Süd“, im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Roncallihaus, zu der mehr als 40 Interessierte gekommen waren. Die vorerst für sieben Jahre gültige EU-Auflage besagt sinngemäß, dass jeder Netzanbieter die Chance erhalten muss, das sogenannte „Vectoring“, also einen Kupferkabel-anschluss ans derzeit ausgebaute Glasfaser-Netz, nutzen zu können.

Für Tutzing bedeutet diese „Bremse“ das Paradoxon, dass in den Kerngebieten der Gemeinde (siehe Grafik), die schon jetzt 50 bis 100 Mbit Datendurchsatz haben, bis 2018 alles beim Alten bleibt. Die Außenbereiche allerdings, bei denen längere Strecken zwischen Haus und Glasfaserleitung durch ein herkömmliches Kupferkabel überbrückt werden, werden hingegen bereits ab Anfang Juni einen ersten Qualitätssprung erleben. „Wir sind zuversichtlich, dass die EU-Verordnung zur Wettbewerbsgleichheit bald gekippt wird“, sagte Niepel. Telekom-Konkurrenten wie „1&1“ hätten dann das Nachsehen, wenn sie technisch nicht rechtzeitig „in die Puschen“ kämen.

Ausbau zahlt die Telekom komplett selbst

Tutzing sei im Hinblick auf schnelles Internet sogar privilegiert, führte der Telekom-Mann aus: „Es ist unsere Investition, ohne Fördergelder von Freistaat oder EU. Wir haben das durchgerechnet, es ist für uns eine Nullsumme“, so Niepel. Er verschwieg allerdings auch nicht, dass die Strategie des Netzausbaus auf uneinholbaren technischen Vorsprung setzt: Multifunktionsgehäuse am Straßenrand, die jeweils bis zu 800 eng gepackte Internetanschlüsse beherbergen, sorgen demnächst dafür, dass die Glasfaser gestützte VDSL-Technologie per Kupferleitung den einzelnen Haushalten zugänglich wird.

„Ziel bleibt langfristig natürlich ein komplettes Glasfaser-Netz, aber das würde momentan dreistellige Milliarden-Beträge verschlingen und ist noch nicht flächendeckend möglich.“

Mit der Vectoring-Technologie will man sich quasi behelfen, bis sich Glasfaser überall rechnet. Jochen Seefried, Unternehmer aus Tutzing („Succevo“, „Team Seefried“) mit Kooperationspartnern von Bulgarien bis Dubai, seufzte über den Ist-Zustand: „Online-Konferenzen wie heute weltweit üblich gehen noch immer nicht in Tutzing, meine Mitarbeiter fahren manchmal nach Hause, zum Beispiel nach München – da funktioniert es!“

Derweil preist die Telekom schnelles Internet als „Wettbewerbsvorteil bei Gewerbeansiedlungen und Einwohnerzahlen“: Der Datenhunger nehme stetig zu – sowohl im privaten Bereich mit Videostreaming oder dem Speichern großer Datenmengen im Netz als auch bei den Geschäftskunden.

Weitere Infos

www.telekom.de/schneller 


Von Thomas Lochte

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