Herrenloses Gepäckstück sorgt für Aufregung: Teile des Hauptbahnhofs abgesperrt

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Seinen ersten Saisonsieg feierte der Deutsche Touring Yacht-Club am vierten Spieltag der 1. Segel-Bundesliga in Travemünde mit dem Team Dominik Müller, Sebastian Bühler, Marco Tarabochia und Julian Stückl.

Segel-Bundesliga

DTYC auf Hattrick-Kurs

Der Deutsche Touring Yacht-Club gewinnt sein erstes Rennen. In Travemünde muss dem Titelverteidiger das Glück beistehen. Anders sind Siege momentan nicht mehr möglich. Zu ausgeglichen präsentiert sich die gesamte Segel-Bundesliga.

Tutzing/StarnbergJulian Stückl wischte sich die Schweißperlen von der Stirn. „Wir sind schon sehr happy, dass wir vorne geblieben sind“, sagte der Steuermann des Deutschen Touring Yacht-Clubs und atmete erst einmal tief durch. Nach drei vergeblichen Anläufen gelang den Tutzingern im vierten Wettkampf der Segel-Bundesliga erstmals in dieser Saison der Sprung aufs Treppchen. Dass sich Stückl, Sebastian Bühler, Dominik Müller und Marco Tarabochia in Travemünde noch als Sieger eintrugen, war auch ein wenig glücklich. Denn nach 16 hart umkämpften Flights trennten den Titelverteidiger und den zehntplatzierten Wassersport-Verein Hemmelingen nur läppische 5,33 Punkte.

„Das ist unheimlich großer Sport“

Die gesamte Top Ten durfte für sich in Anspruch nehmen, beste Chancen auf den Sieg besessen zu haben. Spannender verlief in der fünfjährigen Geschichte des Wettbewerbs noch keine Regatta. Die Rennen auf dem Wasser entwickelten sich zu einem echten Thriller, der allen Beteiligten mächtig an die Nerven ging. „Ich gehe jetzt unter das Sauerstoffzelt“, meinte ein sichtlich erschöpfter Kay Niederfahrenhorst japsend zu seinem Teammanager Micki Liebl. Die Wettfahrten hatten dem Skipper aus dem Münchner Yacht-Club und seinen drei Vorschotern Florian Grosser, Maximilian Adami und Bastian Henning alles abverlangt. Mit einem ersten Platz im letzten Rennen kletterten die Münchner noch auf den fünften Gesamtrang. Zwei Punkte weniger, und sie hätten den Spieltag für sich entschieden. „Das ist unheimlich großer Sport“, pries Liebl das allgemeine Niveau in der deutschen Eliteklasse. Vor vier Wochen war seine Crew vor Kiel noch untergegangen, in Travemünde tauchte sie aus den Fluten wieder auf und steigerte sich gleich um elf Plätze.

Einen anderen Verlauf nahm der Spieltag für den Bayerischen Yacht-Club. Als Zwölfter schlossen die Segler das Wochenende an der Ostsee ab. Dabei hatten sie mit Maximilian Hibler und Julian Autenrieth ihr Traumduo an Bord, das in Lindau noch einen stolzen Regattasieg eingefahren hatte. Dieses Mal leisteten sich der Steuermann und sein Taktiker sowie Raoul Heraeus und Markus Steinlein ein paar kleine Fehler zu viel. „Wir sind nicht so stark gesegelt wie sonst“, sagte Ilja Wolf. Umso erstaunlicher war es für den Teammanager des BYC, dass sich sein Club auf den vierten Platz im Gesamttableau vorschob, weil nicht nur die Bayern schwächelten. „Man kann darauf warten, dass auch die anderen mal einen Hänger haben“, meinte Tarabochia. Er hält es mittlerweile für unmöglich, dass ein Team die Liga dominiert.

Die Ausgangsposition ist trügerisch

Auch sein Quartett war fern davon, die absolute Dominanz auszustrahlen. Zwischenzeitlich sah es zwar so aus, als könnte der Deutsche Meister wieder an die alte Souveränität anknüpfen, aber mit drei fünften Plätzen zum Abschluss erwiesen sich auch die Tutzinger wieder als Normalsterbliche. „Die sind nicht untouchable“, sagte Wolf. „Es lassen sich nicht ständig Top-Leistungen abliefern.“

So gilt als einzige Gewissheit in dieser Saison, dass jeder jeden schlagen kann. „Wir haben jetzt einen soliden neunten Platz“, so Liebl. Zwei Spieltage vor dem Saisonfinale beträgt der Vorsprung der Münchner auf die Gefahrenzone neun Punkte. Eine Garantie auf den Klassenerhalt bedeutet das Polster ebenso wenig wie die aktuelle Ausgangslage des Touring im Kampf um die Meisterschaft. Momentan sind die Tutzinger punktgleich mit Ligaprimus Segel- und Motorbootclub Überlingen Zweiter. „Auch wenn du immer in den Top-Six fährst, hast du das Ding noch nicht gewonnen“, sagte Tarabochia. Sein Team erwarte bei den letzten beiden Stationen in Glücksburg und in Berlin noch jede Menge Arbeit.

Was auf dem Wasser alles passieren kann, ist kaum jemanden mehr bewusst als Julian Stückl. Während des allerletzten Rennens in Travemünde baten die Organisatoren den Steuermann ans Mikrofon, um den Auftritt der Überlinger zu kommentieren. Ein zweiter Platz hätte den Schwaben genügt, um die Oberbayern zum Schluss noch vom Platz an der Sonne zu verdrängen. Der Skipper übte sich zunächst in Selbstkritik: „Mit den schlechten Starts am letzten Wettkampftag haben wir unsere Führung unnötig riskiert.“ Zu seiner eigenen Verblüffung sah er dann, dass auch der Widersacher vom Bodensee Nerven zeigte und Dritter wurde. Mit jeweils 48 Punkten waren beide Konkurrenten gleichauf. Nur nach Siegen besaß der Touring mit vier einen mehr.

Christian Heinrich


Aktuelle Tabelle

1. Segel-Bundesliga

1. SMC Überlingen 1/4/10/2  17

2. DTYC Tutzing 4/6/6/1 17

3. Norddeutscher RV 10/2/1/9 22

4. BYC Starnberg 12/1/5/12 30

5. WV Hemelingen 2/13/8/10 33

6. Berliner Yacht-Club 5/8/3/17 33

7. SKW Bremen 13/7/2/15 37

8. Klub am Rupenhorn 17/5/9/6 37

9. MYC Starnberg 6/10/16/5 37

10. Lindauer Segler-Club 9/3/12/14 38

11. VSaW Berlin 7/16/14/4 41

12. Düsseldorfer YC 15/12/7/7 41

13. Hamburger SC 11/11/11/8 41

14. Chiemsee YC 3/14/18/11 46

15. Württemberg. YC 8/9/13/16 46

16. Lübecker YC 14/17/4/13 48

17. Potsdamer YC 16/15/17/3 51

18. Schweriner YC 18/18/15/18 69

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