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Training auf dem Wannsee: Die Tutzinger Sebastian Bühler, Luis Tarabochia, Phil Blinn und Julian Stückl (v.l.) wollen beim Bundesligafinale mindestens auf Rang vier segeln, um erneut den Titel zu gewinnen.

Segel-Bundesliga

Tutzing hat den Hattrick vor Augen

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Am Donnerstag startet das Finale der Segel-Bundesliga. Am sechsten Spieltag kann der aktuelle Tabellenführer DTYC Tutzing auf dem Wannsee in Berlin zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister werden.

Tutzing/StarnbergDas gemeinsame Training auf dem Wannsee bereitete allen Beteiligten sichtlich Spaß. „Wir haben uns gar nicht so blöd angestellt“, würdigte Michael Tarabochia die Rolle seiner Crew als Herausforderer. Zusammen mit Markus Wieser heizte der Teammanager des Deutschen Touring Yacht-Clubs am Reformationstag und an Allerheiligen der eigenen Bundesliga-Mannschaft noch einmal ein. Das verschärfte Training sollte ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden drei Tage sein. Ab heute geht es für die Segler des DTYC in Berlin nicht nur darum, am letzten Spieltag der Saison seinen Titel zu verteidigen, sondern auch Historisches zu schaffen: Dreimal hintereinander Deutsche Meisterschaft holen. „Wir können das schaffen.“ Tarabochia ist davon überzeugt, dass seinem Quartett der große Coup in der Bundeshauptstadt gelingt.

Mit Julian Stückl, Sebastian Bühler, Phil Blinn und Luis Tarabochia haben die Tutzinger reichlich Erfahrung ins Boot gepackt. Aber auch die anderen 17 Mannschaften kreuzen mit dem Erlesensten auf, was sie haben. „Die bringen alle ihre besten Teams“, weiß Tarabochia.

Von Donnerstag bis Samstag gleicht der Wannsee einem Haifischbecken, in dem kräftig gemessert wird, denn die meisten Entscheidungen sind noch vollkommen offen. Vier Punkte Vorsprung weisen die Tutzinger (20) auf den härtesten Verfolger, den Norddeutscher Regatta Verein (24), auf. Sechs sind es gegenüber dem Segel- und Motorboot Club Überlingen (26), der an dritter Stelle liegt. „Jetzt müssen wir Top-Vier sein“, stellt Tarabochia klar, dass die alte Vorgabe, stets unter die besten Sechs zu kommen, nach oben korrigiert werden muss, wenn der Club die Tabellenführung ins Ziel bringen will.

Die Anspannung ist groß, obwohl die Verantwortlichen alles versuchen, keinen zusätzlichen Druck auf die Crew aufzubauen. „Wir freuen uns darauf“, sagt Tarabochia. Die Stimmung ist positiv, aber konzentriert.

Dass die Tutzinger den Hattrick unter Dach und Fach bringen, daran besteht am Starnberger See keinerlei Zweifel. Ilja Wolf jedenfalls ist davon überzeugt: „Ich denke, dass der Touring das rockt.“ Der Manager des Bayerischen Yacht-Clubs geht davon aus, dass der Nachbar aus dem Süden des Starnberger See konzentrierter sein wird als im vergangenen Jahr. Da hatte er zwölf Punkte Vorsprung und fing vor lauter Gelassenheit auf einmal zu schludern an. Seine eigene Crew darf sich ebenfalls keinen Fehltritt leisten. Die Bayern kämpfen um den letzten freien Platz, der zur Qualifikation für die Sailing Champions League berechtigt. Momentan behauptet sich der BYC mit 41 Punkten auf jenem vierten Platz. Doch das Wolf-Rudel wird gejagt. Sechs rivalisierende Teams haben noch gute bis hervorragende Aussichten, Philipp Hibler, Julian Autenrieth, Raoul Heraeus und Leopold Lindner abzufangen, da sie nur neun Zähler trennen. „Das wird eine ganz schwierige Nummer“, ist sich Wolf sicher und hofft, „dass wir den Platz halten“.

Das hat auch der Münchner Yacht-Club im Sinn. Doch für den Ranglistenelften geht es nicht um die Teilnahme an der Champions League, sondern rein um den Klassenerhalt. „Wichtig ist, dass wir uns nicht verrückt machen lassen“, beruhigt Micki Liebl seine Mannschaft. Der Teammanager weiß, wie schwer der Druck auf Kay Niederfahrenhorst, Caro Heine, Max Adami und Bastian Henning lastet. Nur drei Punkte trennen den MYC (53) von einem direkten Abstiegsplatz. Die können schnell verspielt sein, denn die fünf Verfolger haben wie alle übrigen Teams ihr stärkstes Personal aufgeboten.

Und so schwingt bei Liebl ein wenig die Hoffnung auf ein Happy End mit, wenn er sich die Dramaturgie des Bundesliga-Finales in seiner Fantasie ausmalt. „Am Samstagabend gehen wir alle zur Meisterschaftsfeier und küren den Touring zum Meister.“ Und feiern die Quali des Bayerischen Yacht-Clubs zur Champions-League und den Klassenerhalt seines MYC.

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