Auf dem letzten Platz landete die Crew des DTYC Tutzing beim dritten Spieltag in Kiel und damit auch in der Gesamtrangliste der 1. Segel-Bundesliga.
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Auf dem letzten Platz landete die Crew des DTYC Tutzing beim dritten Spieltag in Kiel und damit auch in der Gesamtrangliste der 1. Segel-Bundesliga.

Segel-Bundesliga

Ex-Champions-League-Sieger Tutzing am Tiefpunkt

  • VonChristian Heinrich
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Der Deutsche Touring Yacht-Club Tutzing sieht in der 1. Segel-Bundesliga schweren Zeiten entgegen. Der ehemalige Champions-League-Sieger stürzte am dritten Spieltag in Kiel auf den letzten Tabellenplatz ab.

Starnberg/Tutzing – Als Maximilian Weis das Zeugnis seiner Crew präsentiert bekam, dürfte sich der Teamchef des Deutschen Touring Yacht-Clubs so gefühlt haben wie der Vater eines Kindes, das mit den Zensuren in der Schule auf Kriegsfuß steht. Beim dritten Spieltag der Segel-Bundesliga in Kiel hagelte es für die Tutzinger sechs sechste Plätze, viermal Rang fünf sowie eine Disqualifikation.

Am besten lief es noch im zweiten und im sechsten Rennen, als die Mannschaft um Steuerfrau Lena Stückl jeweils Vierte wurde. „Ich bin ziemlich baff“, gab Weis zu. So ein Gesamtergebnis hatte er sich nicht einmal in seinen schlimmsten Albträumen vorgestellt. Nach der Hälfte der Saison dümpelt der zweifache Deutsche Meister auf dem letzten Platz der Gesamttabelle. Der Abstand zu Rang 14 und dem gesicherten Mittelfeld beträgt 15 Punkte. „Das ist etwas, was wir schlucken müssen“, räumt Weis ein.

Der DTYC hatte wie in den vergangenen beiden Jahren auch in dieser Saison auf den Umbruch gesetzt. Lena Stückl übernahm die Verantwortung an der Pinne, doch sie kam bereits in Überlingen nicht über Rang 17 hinaus und landete in Kiel abgeschlagen auf Platz 18. Außerdem fuhr Theresa Löffler in Hamburg noch auf Position 16. Die Ursachen für den Absturz des ehemaligen Champions-League-Siegers konnte Weis noch nicht ergründen: „Wenn wir das wüssten, würden wir es ändern.“ So schippern die Tutzinger langsam dem Abstieg entgegen.

Weis vermied es angesichts der bedenklichen Ergebnisse, von Pech oder von schlechtem Wetter zu sprechen. „Man kann auch mal einen rabenschwarzen Tag erwischen“, stellte er klar, „aber das gibt es nicht dreimal hintereinander“. Der Fehler scheint eher im System zu liegen. Nur während der Saison ist eine solche Problemstelle nur schwer zu beheben.

„Jetzt haben wir Druck“, weiß der Teamchef, dass die folgenden drei Spieltage zur reinen Nervensache ausarten werden. Beim kommenden Spieltag in Berlin wird mit Julian Stückl ein Skipper das Steuer übernehmen, der die großen Triumphe des Clubs noch selbst miterlebt hat. Allerdings stand dieser Wechsel schon vor Kiel fest. „Es muss die drei letzten Events richtig gekämpft werden.“ Weis erwartet, dass seine Segler anders auftreten als bisher. „So können wir nicht mehr weitermachen.“

In der Nordbucht des Starnberger Sees sieht man die Entwicklung im Süden mit Sorge. „Wir wünschen den Herrschaften, dass sie sich da rausziehen“, übersendet Ilja Wolf beste Genesungswünsche nach Tutzing. Die Crew des Teamdirektors aus dem Bayerischen Yacht-Club hat in Kiel gerade noch die Kurve gekriegt. Nils Sternbeck, der kurzfristig für den erkrankten Steuermann Felix Kaiser einspringen musste, steuerte die Bayern auf den zwölften Platz. Wolf war mit der Darbietung seines Quartetts im großen und ganzen zufrieden: „Sie sind ganz ordentlich gesegelt.“ Nur als die Mannschaft drei sechste Plätze in Serie aneinanderreihte, verzweifelte der Teamchef. Einmal kassierten seine Segler einen Penalty, in den beiden anderen Flights rutschte ihnen der Gennaker ins Wasser. „Das sind die Nackenschläge, die man da erhält“, sagte Wolf, der deshalb einem besseren Abschneiden hinterher trauerte.

Während der Bayerische mit einem blauen Auge davonkam, regnete es dem Münchner Yacht-Club ganz nass rein. In der vergangenen Saison schien Manuel Wunderle an gleicher Stelle mit Platz eins noch Wunder vollbringen zu können, dieses Mal landete er an 16. und damit vorletzter Stelle. Wie viele andere Teams aus dem Süden war er den Nordlichtern, die sich lange in Schilksee vorbereiteten, mit seiner neu formierten Crew nicht gewachsen.

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