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Wind und Wellen trotzen will der Deutsche Touring Yacht-Club beim Champions-League-Finale in der Schweiz. Das Halbfinale in St. Petersburg (Foto) gestaltete die Crew schon mal äußerst erfolgreich.

Champions-League-Finale

DTYC: Königsklasse als  Bewährungsprobe für die Bundesliga

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Der Deutsche Touring Yacht-Club sucht im Finale der Segel-Champions-League in St. Moritz nach seiner Form für den Abstiegskampf in der Bundesliga. Das Team ist neu.

Tutzing– Hoch hinaus geht es für den Deutschen Touring Yacht-Club an diesem Wochenende. Auf 1768 Meter über dem Meeresspiegel messen sich die Tutzinger im Finale der Champions League mit den besten Mannschaften Europas. Der St. Moritzersee in der Schweiz soll für den deutschen Vizemeister in erster Linie zum Testgelände für die Segel-Bundesliga werden. Mitte Oktober geht es für den DTYC beim fünften Spieltag in Kiel um den Klassenerhalt. „Wir müssen mehr Konstanz reinbringen“, lautet die Devise von Maximilian Weiss vor der Stippvisite im Oberengadin. Mit Julian Stückl, Monika Linder, Jonas Vogt und Jakob Achterberg hat der Teamchef ein Quartett nominiert, das in dieser Besetzung noch nie miteinander gesegelt ist.

Kein Druck für DTYC auf St. Moritzsee

Unter Druck stehen die Vier überhaupt nicht. „Wir haben erst einmal keine Erwartungen“, stellt Weiss klar. Das ist nicht die schlechteste Herangehensweise. Als seine Crew vor zwei Jahren in Porto Cervo den Titel vollkommen überraschend gewann, war sie auch nur als Touristengruppe auf Sardinien angereist. Allerdings haben sich in dieser Saison die Ziele deutlich nivelliert, seitdem Teammanager Michael Tarabochia und Trainer Norbert Wagner von Bord gegangen wurden.

Der zweifache Deutsche Meister befindet sich im Umbruch. Die neue Strategie, nicht ganz so erfahrene Segler in die Verantwortung zu nehmen, benötigt vor allem viel Geduld. In der Bundesliga dümpeln die Tutzinger zurzeit nur auf dem 13. Tabellenplatz. Das Experiment, mit Ferdinand Gerz auf einen in der Liga unerfahrenen Skipper zu setzen, benötigte auf dem Berliner Wannsee einen Anlauf von zwei Tagen, bis es richtig funktionierte (wir berichteten). Mehr als ein zehnter Rang sprang trotz einer furiosen Aufholjagd nicht mehr heraus. „Das war noch glimpflich“, sagt Weiss, denn zwischenzeitlich lag seine Crew auf dem vorletzten Platz des Gesamtklassements.

Beim Halbfinale hat der Touring aufgetrumpft

Die Leistungen in der Liga sind nicht zu vergleichen mit dem Auftritt des Teams im Halbfinale der Champions League. In St. Petersburg demonstrierten Julian Stückl, Patrick Follmann, Jonas Vogt und Tobias Bolduan ganz große Klasse und wurden Zweite. Da es die Berufe der Topsegler nicht mehr zulassen, häufiger gemeinsam eine Regatta zu bestreiten, entwickeln sich gravierende Leistungsunterschiede zwischen den Einsätzen in der Bundesliga und in der Champions League.

Hinnehmen möchte das niemand. Da die eigene Liga das tägliche Brot des DTYC ist, genießt die Existenzsicherung absolute Priorität. „Wir wollen am letzten Spieltag nicht gegen den Abstieg kämpfen“, sagt Weiss. Seinem Team soll in Kiel der Befreiungsschlag vor dem Bundesliga-Finale in Hamburg gelingen.

Auf dem St. Moritzersee sollen sich Stückl und seine Crew aufeinander einspielen, um für die richtungsweisende Regatta auf der Ostsee gerüstet zu sein. Auch hier erweist sich die neue Teamleitung als lernfähig. Aus der kalten Hose heraus lassen sich keine guten Ergebnisse mehr fabrizieren. Das wird in St. Moritz nicht anders sein, wo sich die 31 besten Klubs aus zwölf Nationen um die Krone im europäischen Vereinssegeln streiten.

Weiss: „70 Prozent sind Können, 30 Prozent sind Glück“

„70 Prozent sind Können, 30 Prozent sind Glück“, meint Tutzings Teamchef Weiss. Neben dem DTYC vertreten mit dem Norddeutschen Regatta Verein, der Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“, dem Wassersport-Verein Hemelingen und dem Segel- und Motorboot Club Überlingen vier Vereine die deutschen Farben. Zumindest was die Höhenluft betrifft, sollten die Tutzinger gegenüber den Nordlichtern im Vorteil sein. Dann lässt sich an der Ostsee schon befreiter durchatmen.

hch

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