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Verständnis für Pfarrer Brummers Entscheidung

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Gäste des Neujahrsempfangs in Tutzing (v.l.): Dr. Ute Eiling-Hütig, Waltraud Brod, Schwester Katharina, Prof. Rainer Salfeld, Schwester Chantal, Landrat Stefan Frey, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Pfarrerin Beate Frankenberger, Pfarrer Peter Brummer und die Sternsinger.
Gäste des Neujahrsempfangs in Tutzing (v.l.): Dr. Ute Eiling-Hütig, Waltraud Brod, Schwester Katharina, Prof. Rainer Salfeld, Schwester Chantal, Landrat Stefan Frey, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Pfarrerin Beate Frankenberger, Pfarrer Peter Brummer und die Sternsinger. © Dagmar Rutt

Beim Neujahrsempfang der Pfarrei St. Joseph kam der angekündigte Abschied von Pfarrer Peter Brummer natürlich zur Sprache. Aber das beherrschende Thema war er nicht - so wie es sich der Pfarrer auch gewünscht hat.

Tutzing - „Gloria in excelsis deo“ trugen die Sternsinger vor. Für sie war der Auftritt beim Neujahrsempfang der katholischen Tutzinger Pfarrei St. Joseph gestern gewissermaßen der krönende Abschluss: In vier Gruppen waren sie an den Tagen zuvor in ganz Tutzing unterwegs gewesen, diesmal nicht an den Haustüren, sondern an verschiedenen Plätzes des Ortes.  Empfang im Brunnenhof der Pfarrkirche war es allerdings recht kalt. So lief alles eher kurz und bündig ab.

Natürlich kam der kürzlich angekündigte Abschied von Pfarrer Peter Brummer immer wieder zur Sprache. Er selbst ging auch im Gottesdienst zuvor noch einmal auf seinen Entschluss ein. Aber er wünschte sich ebenso, dass bis Ende August, solange er noch in Tutzing ist, nicht dauernd von Abschied die Rede ist – was freilich alle respektierten. Doch ein paar herzliche Worte der Dankbarkeit durften schon sein, so von Waltraud Brod, der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats, und ihrer Stellvertreterin Rita Niedermeier „für 22 intensive, gemeinsame, wertvolle Jahre“. Bürgermeisterin Marlene Greinwald war sicher: „Pfarrer Brummer geht nicht, weil er Tutzing verlassen will, sondern weil er etwas Neues machen will.“ Dafür habe sie volles Verständnis.

„Diese Corona-Zeit war sehr anstrengend für uns alle“, sagte der Pfarrer. Es habe Fragen gegeben: „Wo war die Kirche?“ Seine Antwort: „Sie war immer auf – und wir waren manchmal erstaunt, was für neue Dinge es gibt.“

Wie groß die Palette der Aktivitäten in der Tutzinger Pfarrei ist, zeigte Rita Niedermaier in einem wegen der Kälte kurz gehaltenen, aber nichtsdestoweniger beeindruckenden Überblick: Gottesdienste im Freien – im Brunnenhof, auf der Ilkahöhe, am Seeufer –, gemeinschaftliche Aktionen für die Jugend mit Pastoralreferent Stefan Petry, die karitativen Einrichtungen wie Trödelladen, Kleiderstube und die Tafel „Tischlein deck dich“, das Kirchenasyl. Die Vertreterinnen des Pfarrgemeinderats dankten allen haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern, und sie wiesen auf die bevorstehende Wahl des Pfarrgemeinderats am 20. März hin, die auch als Briefwahl möglich sei.

Unter den Gästen des Empfangs waren Landrat Stefan Frey, Schwestern aus dem Tutzinger Kloster, Gemeinderäte, Bernrieds Bürgermeister Georg Malterer, Prof. Rainer Salfeld von der in Tutzing ansässigen Artemed-Klinikgruppe und die CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig. Frey fragte offen, ob es eine Spaltung der Gesellschaft gebe und ob es zu schaffen sei, sie zu überwinden. „Daran hat jeder von Ihnen einen großen Anteil“, sagte er. Bürgermeisterin Greinwald sah gute Gründe für Zuversicht in der Region: „Uns geht es in Tutzing gut – wir sind nicht irgendwo auf der Welt.“

Lorenz Goslich

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