Tablet-Schulung für Senioren: Manuel Wiegand (r.), Rafael Wiegand (3.v.r), Otto Schweisgut (stehend l.) und Peter von Schau (stehend 5.v.l).
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Tablet-Schulung für Senioren: Manuel Wiegand (r.), Rafael Wiegand (3.v.r), Otto Schweisgut (stehend l.) und Peter von Schau (stehend 5.v.l).

Senioren wollen mit der Zeit gehen

Der Lions Club hat Senioren in Tutzing zu einem Online-Projekt „Wir verbinden Sie“ eingeladen. Im Betreuten Wohnen nahmen am Samstag zwölf Bewohner begeistert die Gelegenheit wahr, den Umgang mit Smartphone und Tablet zu lernen.

Tutzing – „Internet und Videos“ strahlt der Beamer das Thema der zweiten Schulungsveranstaltung auf die Leinwand. Im Rahmen des Seniorenprojekts „Wir verbinden Sie“ bekommen die Teilnehmer den Umgang mit Tablets und dem Internet erklärt. Koordiniert werden diese Projekte deutschlandweit vom Lions Club. Peter von Schau setzt sich dafür ein und organisiert Veranstaltungen wie sie nun auch in der Betreuten-Wohnen-Anlage in Tutzing an insgesamt vier Samstagen stattfinden.

Auf der Suche nach einer passenden Einrichtung hatten Peter von Schau vom Lions Club Starnberg und Lions-Mitglied Otto Schweisgut im Gespräch mit Armin Heil, dem Leiter der Ambulanten Krankenpflege Tutzing, das Betreute Wohnen ausgewählt. In der Umgebung sei das nicht ganz einfach gewesen, berichtet von Schau: „Ich habe mehrere Einrichtungen in München und Oberbayern angefragt. Viele hatten jedoch gar kein WLAN und haben es auch nicht einrichten lassen.“

Insgesamt zwölf Teilnehmer besuchten die Schulung in Tutzing. Fast alle haben sich bereits ein Tablet auf eigene Kosten angeschafft – die restlichen drei stellte der Lions Club als Dauerleihgeräte. Um eine personalisierte Einrichtung der Tablets und das WLAN in den Wohnungen der Teilnehmer kümmerten sich die Geschwister Manuel und Rafael Wiegand.

Seit drei Jahren haben es sich der ausgebildete Fachinformatiker und der studierte Wirtschaftsinformatiker mit ihrer Firma Wiegand digital GbR zur Aufgabe gemacht, Senioren den Umgang mit Computern, Smartphones und Tablets näherzubringen. „Die meisten wollen Mails schreiben, im Internet suchen können und zum Beispiel über Whatsapp mit ihren Kindern und Enkeln kommunizieren“, berichtet Manuel Wiegand. „Manche brauchen aber auch Hilfe, um nach einem Todesfall an Bankdokumente zu kommen – schließlich schicken die Banken nichts mehr per Post.“

Die Unterstützung der beiden kommt gut an: „Mit meinem Computer habe ich keine Schwierigkeiten – jetzt will ich den Umgang mit dem Tablet lernen. Mir ist das wichtig, sich an Modernes zu halten und mit der Zeit zu gehen“, sagt Teilnehmerin Brigitte Tillig.

Auch Burkhard Ziep (77) ist zufrieden: „Mein Tablet hatte ich schon länger, um Zeitung zu lesen. Aber ich möchte auch andere Nutzungsmöglichkeiten kennenlernen, zum Beispiel Youtube.“ Das Ziel, „zusammenzukommen und sich gegenseitig zu unterstützen“, wie es die stellvertretende Geschäftsführerin der Krankenpflege, Ingrid Dietze, formulierte, sei mit der Schulung schon mal erreicht worden. Und bei Interesse und Eigeninitiative der Teilnehmer sieht Armin Heil durchaus Möglichkeit, Termine wie diese fortzusetzen.

Ann-Kathrin Stich

Das Landkreiswetter

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