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Ein eindrucksvolles Gebäude: Die große Villa Thies steht am Höhenberg. Der Eigentümer möchte zusätzliches Baurecht im Garten. Die Gemeinde denkt deshalb über eine SoBoN nach.

Wohnungsbau

Soziale Bodennutzung: Erstes Projekt im Garten der Villa Thies?

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Die Gemeinde Tutzing denkt über die Einführung einer Sozialen Bodennutzung (SoBoN) nacht. Erstes Projekt könnte der Garten der Villa Thies am Höhenberg sein.

Tutzing Die stattliche Villa Thies am Höhenweg in Tutzing hat einen neuen Eigentümer, der neben der Villa zusätzliche Häuser im Garten errichten will. Jetzt will das Rathaus prüfen, ob eine Soziale Bodennutzung (SoBoN) dort greifen könnte.

Ob und wie eine Bebauung des Gartens der Villa Thies möglich sein könnte, beschäftigt die Verwaltung seit längerem. Im Gespräch sind zwei bis drei Gebäude, der gültige Bebauungsplan gibt das allerdings nicht her. Er müsste geändert werden, was wieder Thema im Bauausschuss am Dienstagabend war. Zudem ist das Grundstück mit einer Veränderungssperre belegt. Das Thema wurde vertagt.

Denn Dr. Heinrich Reiter (FW) brachte die SoBoN ins Spiel und fragte nach der Rückmeldung des beauftragten Rechtsanwalts dazu. Ein Besprechungstermin sollte noch in dieser Woche stattfinden, erklärte Klaus Menzinger vom Bauamt. Im nächsten Ausschuss, wenn es Details zu berichten gibt, kommt die Villa wieder auf den Tisch.

Soziale Bodennutzung in Gemeinden ist nicht ganz einfach. Die Idee ist, bei der Schaffung neuen Baurechts auch die Allgemeinheit zu berücksichtigen, indem Wohnraum günstiger verkauft oder vermietet wird. Gauting ist die einzige Kommune im Landkreis, die eine solche Richtlinie verabschiedet hat. Andechs denkt darüber nach und führt Gespräche, und auch Tutzing will etwas vom Gewinn bei der Schaffung neuen Bauraums für die Öffentlichkeit abschöpfen. Die Idee sei seit Jahren in Tutzing präsent, sagt Bürgermeisterin Marlene Greinwald auf Nachfrage. „Hier geht es um neues Bauland im Grünzug.“ Es sei zumindest den Versuch wert, schließlich müsse die Gemeinde auch vieles an Infrastruktur vorhalten.

Dass es sich ausgerechnet um ein Villengrundstück handelt, wo eine SoBoN eingreifen würde, ist für Greinwald kein Thema: „Was hält einen Bauherrn davon ab, eine Wohnung etwas günstiger zu vermieten?“ Gleichzeitig unterstreicht sie: „Die Villa ist ein ortsbildprägendes Gebäude. Es wäre schade, wenn sie abgerissen würde.“ Deshalb wolle das Rathaus nicht gegen den Eigentümer arbeiten.

Christine Nimbach (Grüne) warnte im Ausschuss davor, den Neubauten grünes Licht zu erteilen, bevor nicht die Villa renoviert ist. „Wir können das in Aussicht stellen, aber hinten erst genehmigen, wenn vorne die Sanierung gelaufen ist.“

Die Bemühungen des Rathauses, die Villa unter Denkmalschutz stellen zu lassen, haben nicht gefruchtet. In den 1950er-, 1960er-Jahren seien zu viele Umbauten vorgenommen worden, berichtete Menzinger. Damals schuf die Familie Thies einige Mietwohnungen in dem Gebäude, das sie um die Jahrhundertwende erworben hatte. Moderator Michael Schanze etwa lebte dort viele Jahre.

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