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Prominent besetzt war beim sozialpolitischen Aschermittwoch in der Akademie für politische Bildung nicht nur das Podium, sondern auch der Zuschauerraum.

AWO

Sozialpolitischer Aschermittwoch abseits des Politspektakels

Über die sozialen Auswirkungen der Gesundheitspolitik diskutierten Teilnehmer beim traditionellen Sozialpoltischen Aschermittwoch der oberbayerischen AWO.

Tutzing – Dieses Jahr fand der traditionelle Sozialpoltische Aschermittwoch in der Politischen Akademie in Tutzing statt. Mit dabei: Fernsehmoderatorin Dr. Marianne Koch und SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner.

Die beiden Ärztinnen waren sich einig, dass insbesondere Menschen aus prekären Verhältnissen bei Prävention und Versorgung oft benachteiligt würden, obwohl das deutsche Gesundheitssystem zu den besten der Welt gehört. Formal habe zwar jedes Kind und jeder Erwachsene im Krankheitsfall Anspruch auf dieselben medizinischen Leistungen, gleich ob Kassen- oder Privatpatient, gleich ob arm oder reich. Oft hätten die armen Schichten aber gar keinen Zugang dazu, kritisierten sie.

Seit über 30 Jahren lädt der Bezirksverband ein

Die Armut von rund vier Millionen Menschen in Bayern sei aber nach wie vor auch der Hauptgrund für gesundheitliche Beeinträchtigungen oder auch eine frühere Sterblichkeit der Betroffenen, stellten die beiden Gesundheitsexpertinnen auf dem Podiums weiter fest. Fehlendes Problembewusstsein kombiniert mit einem Mangel an Information, zum Beispiel über gesunde Ernährung oder wichtige Vorsorgeuntersuchungen, und interkulturellen Hürden spielten eine große Rolle für den schlechteren Gesundheitszustand ärmerer Bevölkerungsschichten.

Seit über 30 Jahren lädt der Bezirksverband Oberbayern der Arbeiterwohlfahrt Mitglieder, Mitarbeiter, Freunde, Förderer, politische Entscheidungsträger und Geschäftspartner zum Sozialpolitischen Aschermittwoch ein. Mit der Traditionsveranstaltung zu Beginn der Fastenzeit will der Verband als Kontrapunkt zum Politspektakel der großen Parteien zum Nachdenken über aktuelle und künftige Entwicklungen in der Gesellschaft anregen, teilte Michaela Lichtblau von der AWO mit. 

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