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Günter Schorn (Mitte, mit Ehefrau Annegret) bekam die Auszeichnung vom Landesvorsitzenden des Bund Naturschutz, Peter Rottner.

Seit 22 Jahren im Amt

Starnberger Bund Naturschutz-Chef: „Wir lassen uns von staatlichen Stellen nichts vorschreiben“

Günter Schorn, Vorsitzender des Bund Naturschutz im Landkreis, kritisiert Behörden und Gutachter. Er spricht von „groben Schnitzern“.

Tutzing – Seit 22 Jahren ist Günter Schorn Vorsitzender der Kreisgruppe Starnberg des Bund Naturschutz. Dafür wurde er in der Jahresversammlung mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur schildert er, was ihn antreibt, unermüdlich für die Natur und deren Schutz zu kämpfen. Schorn ist 65 Jahre alt, wohnt in Tutzing, hat Biologie und Chemie auf Lehramt studiert, bis vor wenigen Jahren aber als Betriebswirtschaftler gearbeitet.

Herr Schorn, geht es mit der Natur im Landkreis bergauf oder bergab?

Es ist ein Auf und Ab. Mit anderen Vereinen wie dem ADFC oder den Obst- und Gartenbauvereinen arbeiten wir gut zusammen. Da geht viel voran. Aber die Gemeinden setzen uns immer wieder unnötige Sachen vor, zum Beispiel die Gebietserweiterung von Gewerbegebieten. Das zeigt, dass sie auf die Natur nicht mehr achtgeben.

Was war Ihr größter Erfolg?

Dass so gut wie alle Bürgerbegehren, die wir unterstützt haben, gewonnen haben. Dabei waren wir nie alleine, sondern haben immer kräftige Mitstreiter gefunden.

Was müssen Sie auf jeden Fall noch anpacken?

Wir müssen mehr Artenkenner im Landkreis ausbilden, die wissen, was es für schützenswerte Arten gibt. Wir brauchen mehr Leute, die sich vor Ort auskennen. Die Gutachterbüros leisten sich da solche groben Schnitzer. Zum Beispiel suchen sie Eulen und Fledermäuse von 9 bis 17 Uhr. Wenn solche Sachen passieren, was kommt ihnen dann erst bei schwierigen Themen unter?

Was motiviert Sie, so lange durchzuhalten?

Meine Frau ist nicht umsonst mitgeehrt worden. Sie hat mir immer den Rücken freigehalten. Ich habe auch eine sehr gute Mannschaft, und wir hatten fast durchgehend 14 Ortsgruppen. Das ist sehr hilfreich, weil man vor Ort besser nachfragen kann.

Wenn Sie jemanden überzeugen müssten, dem Bund Naturschutz beizutreten, was wären Ihre Argumente?

Wir sind der für Natur und Menschen tätige Verband, der sich von staatlichen Stellen nichts vorschreiben lässt. Wir kümmern uns um Amphibien, pflegen Biotope und sorgen dafür, dass die Leute nicht mit überbordenden Gewerbegebieten und Straßenprojekten malträtiert werden. Wir setzen uns für die Natur ein und haben auch Erfolg. Unsere Mitgliederzahl, übrigens der höchste Anteil in Bayern, zeigt, dass wir bei den Leuten gut ankommen.

Interview: Isolde Ruhdorfer

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