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Viel Zoff um zwei Schalen Erdbeeren gab es im Juni in Tutzing.

Aus dem Gerichtssaal

54-Jähriger sieht am Erdbeerstand rot

Ein handgreiflicher Streit ums Wechselgeld am Erdbeerstand brachte einen 54-jährigen Münchner vor das Starnberger Amtsgericht.

Tutzing – Der Appetit auf Erdbeeren führte einen Münchner Handelsvertreter bis vor das Starnberger Amtsgericht. Im Streit um das Wechselgeld geriet der 54-jährige Mann vergangenen Sommer derart in Rage, dass er sich jetzt wegen vorsätzlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung und Sachbeschädigung verantworten musste.

Bei einem Erdbeerstand in Tutzing kaufte der Münchner an jenem Juninachmittag zwei Schachteln voll frischer Früchte. Großer Ärger kam bei der Diskussion um das Wechselgeld auf. Während der Münchner darauf bestand, noch zehn Euro von der Verkäuferin zurückzubekommen, war sich die 69-Jährige sicher: „Ich hatte ihm die zehn Euro bereits ausgehändigt.“ Völlig außer sich soll der Angeklagte im Streit schließlich handgreiflich geworden sein.

Laut Anklage soll der 54-Jährige zunächst gedroht haben, den Stand zu zerstören. „Er hat mich dann ganz fest am Arm genommen“, sagte die geschädigte Erdbeerverkäuferin. Eine Augenzeugin beobachtete, wie der Münchner schließlich mit einer Aktentasche auf den Erdbeerstand einschlug. „Einige Flyer und viele Erdbeeren lagen dann alle auf dem Boden und waren relativ schnell zertreten“, berichtete die Soldatin, die mit ihren Kameraden eigentlich nur ein Eis essen wollte und dann doch lieber die Polizei alarmierte.

Laut Aussage der 28-jährigen Soldatin seien die Verkäuferin „total panisch“ und der Angeklagte völlig aufgebracht gewesen. Die geschädigte Rentnerin erlitt bei dem Übergriff ein schmerzhaftes Hämatom am Arm und war deshalb in Folge zwei Wochen lang krankgeschrieben. Der Angeklagte leugnete, die Frau tätlich angegriffen zu haben.: „Vor lauter Gestikulieren ist mir der Geldbeutel hinter die Theke des Erdbeerhäuschens gefallen. Ich lehnte mich nur ein bisschen über die Theke, um ihn zu holen.“

Pluspunkte gab es für den Münchner, weil im Vorfeld ein Täter-Opferausgleich angestrebt worden war. Dieser scheiterte jedoch vor allem daran, dass die Mediation mit der Geschädigten ohne Ergebnis blieb. Der Münchner wäre durchaus zu einer außergerichtlichen Einigung bereit gewesen und hatte sich bei der Tutzingerin auch entschuldigt.

Richterin Brigitte Braun drückte deshalb ein Auge zu und stellte das Verfahren ein. Teuer sind die Erdbeeren trotzdem noch geworden: Der Handelsvertreter muss eine Geldauflage von 500 Euro an die Staatskasse entrichten.

Nilda Höhlein

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