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Vor dem Tutzinger Gymnasium und der Realschule wird Tempo 30 angeordnet.

Ortsdurchfahrt Tutzing

Es geht doch: Tempo 30 vor den Schulen

Viele Tutzinger fühlen sich durch die Kehrtwende des Landratsamts bestätigt: Nun wird vor Gymnasium und Realschule doch Tempo 30 angeordnet. Das hatte die Behörde bisher strikt abgelehnt.

Tutzing – Da war Bruno Habersetzer sichtlich überrascht. „Damit hätte niemand gerechnet, dass das so schnell möglich sein würde“, sagte der Direktor des Tutzinger Gymnasiums am Montagabend beim Bürgerforum zur nun doch geplanten Tempo-30-Regelung. Wie berichtet, hatte Bürgermeisterin Marlene Greinwald die Neuigkeit gleich zu Beginn verkündet: Das Landratsamt will vor den Schulen an der Hauptstraße doch eine Geschwindigkeitsbeschränkung anordnen – was bisher stets abgelehnt worden war. Tempo 30 soll montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr zwischen Gröberweg und Schlösserweg gelten.

Bestätigt fühlten sich auch andere, so Martin Held. Er hatte mit dem Fahrradclub ADFC eine Aktion vor den Schulen organisiert. „Das ist die Durchsetzung der Rechtslage“, kommentierte Grünen-Gemeinderat Bernd Pfitzner. Auch viele Eltern hätten beigetragen, sagte Habersetzer. Er hält weitere Maßnahmen für notwendig, so eine Querungshilfe auf der Bahnhofstraße und eine Verbreiterung der Bushaltestelle vor dem Gymnasium.

Die Hauptstraße sei eine „ordentlich belastete Ortsdurchfahrt, die saniert werden“ müsse, sagte Christian Probst vom Staatlichen Bauamt. Aber jetzt sei ein Punkt erreicht, an dem Entscheidungen getroffen werden müssten. Planer Benjamin Neudert legte die neuesten Konzepte vor, so auch für einen Kreisverkehr oder eine Einmündung. Wo sich Radfahrer und Fußgänger bei der einen oder anderen Variante bewegen sollen, sorgt für Diskussionen. Probst erhofft sich auch eine Entscheidung in Sachen Radwegeführung.

Über viele Details wurde am Montag nur in kleinen Kreisen gesprochen. Vor Informationstafeln standen Fachleute und Gemeindevertreter, aber sie wurden jeweils nur von wenigen Umstehenden verstanden. Der Architekt Martin Büscher, der mit Stadtplaner Florian Burgstaller die Straßengestaltung vorbereitet, berichtete am Rande über den vorgesehenen Wegfall von rund 25 Prozent der Autoparkplätze an der Hauptstraße. Gleichzeitig soll die Fahrbahn, die im Ortszentrum nur 6,50 Meter breit sein soll, so gelegt werden, dass möglichst viel Platz für Gehwege und platzähnliche Bereiche entsteht. Recht attraktiv wirkte zum Beispiel eine Skizze von dem Bereich, wo die Marienstraße in die Hauptstraße mündet, mit einem relativ breiten Gehweg vor dem Supermarkt und gegenüber einer verkehrsberuhigten Zone mit anderem Belag. An der Hauptstraße sind nach den gezeigten Entwürfen ein paar Parkplätze vorgesehen, die sich mit breiteren Fußgänger-Arealen abwechseln. Auch dort sollen Autos anhalten dürfen, solange dies nicht verboten werde, sagte Probst. Im Gespräch mit Bürgermeisterin Greinwald schlug ein Bürger eine Fahrbahnbreite im Zentrum von nur sechs Metern vor, doch sie verwies darauf, dass auch Lastwagen aneinander vorbei kommen müssten. Der östliche Gehweg vor den Schulen soll auf 2,50 Meter verbreitert, der westliche auf ein bis 1,60 Meter reduziert werden. Bestätigt wurden auch Umbaumaßnahmen im Umfeld, so an der Zufahrt zum Einkaufszentrum an der Lindemannstraße.

Lorenz Goslich

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