Nach dem Tod seines Vaters

Skandal um Thai-Kini: Freistaat Bayern um Milliarden geprellt - mit einem einfachen Steuer-Trick

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Der Freistaat wird von Rama X., König von Thailand, um rund drei Milliarden geprellt. Der Monarch, der seit Jahren zumeist in Oberbayern lebt, nutzt einen  simplen Trick.

Tutzing - Rama X. (67), vor seiner Krönung auch Maha Vajiralongkorn genannt, ist seit dem 13. Oktober 2016 der rechtmäßige König von Thailand. Bereits zuvor hatte der 1972 zum Kronprinz ernannte Monarchensohn von Bhumibol Adulyadej viel Zeit im Ausland und am liebsten in Oberbayern verbracht. Obwohl er Bayern sehr zugetan scheint, gibt es jedoch eines, was der König dem Freistaat eher ungern überlassen möchte, nämlich sein Geld.

Tatsächlich soll Rama X. sich nach dem Tod seines Vaters um eine Zahlung von rund drei Milliarden Euro gedrückt haben. Der Trick, den er dafür angewandt haben soll, ist mehr als simpel - und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Doch der Reihe nach.

Thai-Kini prellt Freistaat um drei Milliarden Euro: Mit simplem Trick

Zu dem Zeitpunkt als sein Vater 88-jährig im Oktober 2016 verstarb, lebte der Rama X. mit seiner damaligen Lebensgefährtin Suthida in der herrschaftlichen Villa Stolberg in Tutzing am Starnberger See. Diese hatte er sich für viele Millionen Euro zum Eigentum gemacht. Nach dem Tod seines in Thailand sehr beliebten Vaters, König Bhumibol, erbte Rama X. ein Vermögen von umgerechnet rund zehn Milliarden Euro. Da er die Villa Stolberg gekauft hatte, und somit einen offiziellen Wohnsitz in Deutschland vorweisen konnte, wäre der König dem Freistaat demnach eine Erbschaftssteuer von 30 Prozent des Vermögens schuldig gewesen - satte drei Milliarden Euro also.

Doch der Thai-Kini hatte nicht das geringste Interesse daran, einen so hohen Anteil seines Vermögens in Deutschland versteuern zu müssen und fand, laut Informationen der Bild-Zeitung, ein Schlupfloch im deutschen Erbschaftssteuer-Gesetz, dass er geschickt ausnutzte.

Lücke im Gesetz: Thailand-König ernennt sich in Tutzing zum Diplomaten

So hing wenige Tage nach dem Tod Bhumibols ein Zettel an der Tür der Villa am Starnberger See, die diese als Diplomaten-Sitz auswies. Diplomaten müssen laut Gesetz in Deutschland unter gewissen Umständen keine Erbschaftssteuer zahlen, wie Rama X. offenbar erfahren hatte. Trotz der Tatsache, dass die Villa unverkennbar als Privathaus genutzt wurde und der heutige König nie in diplomatischer Mission nach Oberbayern gereist war, ging die Strategie auf. Bis heute hat Rama X. keinen Cent seines Erbes in Bayern versteuern müssen.

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Um ganz sicher zu sein, nutzte der König schließlich noch einen weiteren Trick. Mit Beginn der Corona-Pandemie verließ er seine Villa und mietete sich in einem Hotel in Garmisch-Partenkirchen ein. Obwohl Hotels zu Pandemie-Zeiten für Gäste gesperrt waren, erhielt der König mitsamt seinem Gefolge eine Ausnahme-Genehmigung. Fortan lebte er also nicht mehr als Privat-Eigentümer, sondern war offiziell als Hotel-Gast in Bayern, was ihn nach §2 Abs. 1 Nr. 3 Erbschaftsteuer-Gesetz nun vollkommen von seinen Steuerpflichten erlöst.

Rama X. bleibt Bayern drei Milliarden schuldig - und der Freistaat akzeptiert es

Der Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag stieß diese Steuer-Ungerechtigkeit übel auf. So forderten der stellv. Fraktionsvorsitzende Tim Pargent (27) sowie MdL Claudia Köhler (53) eine Erklärung dafür, warum der Freistaat den Thai-Kini so billig davonkommen lässt, erhielt jedoch eine sehr ernüchternde Antwort des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat.

Dieses räumte zwar ein, dass eine grundsätzliche Steuerpflicht für Rama X. bestanden habe, berief sich aber letztlich auf „Geheimschutzrechte“ und vor allem auf die  „gesamtstaatlichen Interessen der auswärtigen Beziehungen“, welche zu berücksichtigen seien. So schweigt der Freistaat also zu den Gründen für die Steuerbefreiung des Thai-Kinis und lässt die Fragen der Grünen unbeantwortet. 

Rama X. genießt derweil seine Freizeit weiter im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, wo er mittlerweile bereits in mehreren Hotels residiert hat. Scheint so, als könne der Monarch auch künftig ganz steuerfrei die Vorzüge der schönen Natur in Oberbayern genießen.

kah

Rubriklistenbild: © dpa / Sakchai Lalit

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