Der Deutsche Touring Yacht-Club auf dem Starnberger See bei der Qualifikation für die Segel Champions League in Tutzing.
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Obacht geben war bei schwierigen Winden in Tutzing angesagt, auch für die Gastgeber des Deutschen Touring Yacht-Clubs.

Flaute vor Tutzing

Tickets gelöst in heimischer Windlotterie: DTYC und MYC für Champions-League-Finale qualifiziert

  • vonChristian Heinrich
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Deutscher Touring Yacht-Club und Münchner Yacht-Club haben den Winden auf dem Starnberger See getrotzt: Sie qualifizierten sich für das Champions-League-Finale.

Tutzing/Starnberg – Als das Ergebnis endlich feststand, wurde es Micki Liebl ein wenig bange. „Wir müssen schauen, wie wir das finanziert bekommen“, sagte der Teammanager des Münchner Yacht-Clubs, nachdem sich seine Crew für das Finale der Segel Champions League in Porto Cervo qualifiziert hatte.

Insgesamt 23 Mannschaften aus zehn Nationen hatten sich bei der Qualifikation in Tutzing um die zunächst veranschlagten 17 Tickets für Sardinien beworben. Letztlich wurden dann aber doch nur zwölf unter die Leute gebracht. „Wie sich das genau verhält, kann ich nicht sagen“, räumte Liebl ein. Wenige Stunden nach der Regatta herrschte immer noch keine Klarheit über die exakte Anzahl der Qualifikanten. Als Zehnter des Klassements sind die Starnberger jedoch sicher an Bord.

Schwierige Windverhältnisse auf dem Starnberger See vor Tutzing

Auch für den Deutschen Touring Yacht-Club geht es wieder einmal ans Mittelmeer, wo er einst Geschichte schrieb. Die Gastgeber verpassten als Fünfter nur knapp die Medal Races, was aber zu verkraften war, schließlich machte der Champions-League-Sieger von 2016 einen hervorragenden Job.

Das traf nicht nur auf die Crew von Skipper Patrick Follmann zu, sondern auch auf das Team um Wettfahrtleiter Wolfgang Stückl, der ein verlängertes Wochenende lang nach dem Wind auf dem Starnberger See suchte und ihn auch immer wieder fand. „Sie haben das Beste herausgeholt“, lobte Liebl die Organisatoren, die um ihre Aufgabe nicht zu beneiden waren. Schließlich präsentierte sich ihr Revier in diesen Tagen laut Liebl „von seiner schlechtesten Seite“.

Windlotterie: Segel-Crews in Führung liegend komplett abgehängt

Unmut brach während des Geduldspiels im Alpenvorland nicht aus. Bis auf wenige Ausnahmen waren den meisten Teams solche Verhältnisse ohnehin vertraut, weil sie ebenfalls an Binnengewässern groß geworden sind. Selbst die Hanseaten vom Norddeutschen Regatta Verein, die am Ende Zweite wurden, kennen solche Bedingungen von der Spieltagen der Segel-Bundesliga am Starnberger See mittlerweile wie ihre Westentasche.

Richtig gewöhnungsbedürftig war die Flaute von Tutzing nur für die Portugiesen vom Clube Naval de Cascais an der Algarve. „Es ist sehr schwierig“, sagte aber auch Stefan Seger vom Regattaclub Oberhofen. Der Schweizer hatte wie andere damit zu kämpfen, dass der Wind an einer Stelle plötzlich völlig einschlief, während die Konkurrenz wenigstens eine kleine Brise erwischte, die sie an den Dahindümpelnden vorbeitrug. „Es konnte passieren, dass man in Führung liegend komplett abgehängt wurde“, beschrieb Liebl die komplizierte Lage.

Württembergischer Yacht-Club gewinnt Champions-League-Quali

Sein Quartett ereilte dieses Schicksal in den beiden letzten Flights, als der MYC mit den Rängen sieben und acht eine bessere Platzierung verpasste. Nur der Württembergische Yacht-Club schlängelte sich irgendwie an allen Windlöchern vorbei und entschied am Ende die Ausscheidung für sich. Einen speziellen Vorteil für seinen Verein wollte Yannick Hafner allerdings nicht ausmachen. „Alle diese Leute können gut segeln“, sagte der Württemberger. Anders ließe sich die Teilnahme an der Champions League nicht rechtfertigen.

hch

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