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Großes Engagement für Tiere (v.l.): Bürgermeisterin Marlene Grein wald mit den Vorstandsmitgliedern Petra Schmidt-Holzer, Sonja Metzger, Kerstin Holly und Dr. Christine Radwanski-Feldhütter.

Tierschutzverein Tutzing

Hund, Katze, Maus und ein Fuchsjunges

Die Mitglieder des  Tutzinger Tierschutzvereins waren im vergangenen Jahr viel unterwegs, um Tiere zu retten.  Eine verschwundene Katze, einvon einem Mähroboter verletzten Marderhund  und ein angefahrener Schäferhund sind nur einige, zum Teil tragische Fälle.  

Tutzing Die Mitglieder des Tutzinger Tierschutzvereins kümmern sich engagiert um Tiere unterschiedlichster Art. In Problemfällen gibt’s oft ein Happy-End – aber nicht immer. Weitere Helfer wären willkommen.

Es passierte im Tutzinger Ortsteil Diemendorf. Eine Mutterkatze lief über die Straße, mit ihrem Baby im Maul, als sie ein Auto erfasste. Passanten retteten das kleine Kätzchen, aber das Muttertier war unauffindbar. Tagelang suchten Dr. Christine Radwanski-Feldhütter, Petra Schmidt-Holzer und Stephan Holzer vom Tierschutzverein Tutzing und Umgebung die ganze Gegend ab – ohne Erfolg. Das Starnberger Tierheim hat das Babykätzchen aufgepäppelt, inzwischen hat es ein Heim gefunden.

Der Alltag der Tierschützer ist voller solcher Geschichten. Viele von ihnen gehen gut aus, wie die Vorsitzende Petra Schmidt-Holzer am Dienstag bei der Jahresversammlung im Bernrieder „Seeblick“ berichtete. Eine verschwundene Katze hat das zu Hilfe gerufene K-9 Suchhundeteam München-Würmtal in einem schwer zugänglichen Kellerverschlag aufgespürt. So erfreulich endet es nicht immer. Die Tierschützer haben etliche tote Katzen gefunden, zwei Igel waren nicht zu retten, ein Mähroboter hat einen Marderhund so stark verletzt, dass er eingeschläfert werden musste.

Viel Aufsehen hat ein bei Unterzeismering von einem Zug überfahrener Schäferhund kurz nach Weihnachten erregt (wir berichteten). Er hatte einen Chip aus Mazedonien. „Ich habe in ganz Europa herumtelefoniert“, berichtete Petra Schmidt-Holzer. Doch der Besitzer blieb unbekannt. Vielleicht, so eine Vermutung, weil er die Kosten scheut. Die Tierschützer bedauern dies sehr. Was aus dem Hund geworden ist, dazu wollte sich die Vorsitzende nicht konkret äußern. Auch die betreffende Tierklinik wollte dazu auf Anfrage des Starnberger Merkur keine näheren Angaben machen. Aber der Hund scheint nicht überlebt zu haben.

Die Mitglieder des Tutzinger Tierschutzvereins, dessen Tätigkeitsgebiet auch Bernried und Seeshaupt umfasst, hatten im vorigen Jahr mit 57 Vögeln, 30 Katzen, 26 Hunden, 15 Igeln und sechs Kleinsäugern zu tun. Hinzu kamen Marder, Pferde sowie eine Eule, ein Turmfalke, eine Schildkröte, eine Fledermaus und ein Fuchsjunges. 42 der Vögel, vor allem Mauersegler, hat allein Dr. Ninon Ballerstädt versorgt, die in Tutzing als Expertin auf diesem Gebiet bekannt und gesucht ist. Die Helfer konnten viele der Tiere aus misslichen Lagen befreien, an Tierärzte übergeben oder den Besitzern zuführen.

Im vorigen Jahr war der Vorstand neu gewählt worden. Die bisherige Schriftführerin war nach sechs Monaten ausgeschieden. Die Mitglieder haben am Dienstag Sonja Metzner zur Nachfolgerin gewählt. Die Ausführungen der Vorsitzenden Petra Schmidt-Holzer verdeutlichten beträchtliches Engagement, für das Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald allen Mitgliedern dankte. Doch weitere freiwillige Helfer wären sehr willkommen. Seit einiger Zeit versucht der Verein, mit einem Tierschutz-Stammtisch näher an die Bürger in Tutzing und Umgebung zu kommen. Solche Zusammenkünfte sollen nun alle zwei bis drei Monate stattfinden, das nächste Mal am 6. Juni um 19 Uhr im „Tutzinger Hof“. Auch auf Facebook ist der Verein vertreten. Ein Tierschutztelefon, z (0 81 58) 33 30, wird, soweit möglich, rund um die Uhr betreut. Weitere Anlaufstellen sind bei akuten Notfällen das Starnberger Tierheim, von dem sich die Tutzinger gut unterstützt fühlen, oder die zuständige Polizei.

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