Der Bau der Mauer ist fast abgeschlossen: Die Abgrenzung zwischen dem Friedhof an der Kirche Mariä Geburt in Traubing und der Weilheimer Straße ist fast fertig. Ein Steinmetz wird die Oberfläche noch verschönern.  
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Der Bau der Mauer ist fast abgeschlossen: Die Abgrenzung zwischen dem Friedhof an der Kirche Mariä Geburt in Traubing und der Weilheimer Straße ist fast fertig. Ein Steinmetz wird die Oberfläche noch verschönern.  

Bauende nach vier Jahren

Friedhofsmauer fast fertig

  • VonSandra Sedlmaier
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Die Traubinger Friedhofsmauer ist in weiten Teilen fertig. Voraussichtlich Mitte August sind die Arbeiten abgeschlossen und die Weilheimer Straße wieder befahrbar – vier Jahre nach dem Einsturz.

Traubing – Es war vor fast genau vier Jahren. Am 15. Juli 2017, es war ein Samstag, stürzte die denkmalgeschützte Friedhofsmauer in Traubing ein. Die darüber liegenden Gräber drohten abzurutschen – dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr und der Traubinger Bürger konnte die Mauer mit Kies und später Sandsäcken provisorisch stabilisiert werden. Danach folgte ein langer Entscheidungsweg, wie die Mauer zu sanieren ist. Jetzt die gute Nachricht: Voraussichtlich Mitte August soll die Mauer fertig sein. Der Verkehr wird nach Auskunft von Pfarrer Leander Mikschl schon früher wieder fließen.

Zu zwei Dritteln steht die Mauer bereits. Laut Mikschl wurde sie in mehreren Abschnitten gegossen. „Erst kam die alte Mauer weg, dadurch lag das Erdreich frei –und wenn dann etwas ins Rutschen gekommen wäre, wäre das überschaubar gewesen.“ Nach all den Verhandlungen über die Art und Weise der Renovierung und zuletzt auch einer Panne zu Beginn der Arbeiten im Frühjahr passierte dies jedoch nicht. Im Frühjahr kam die Fachfirma endlich nach Traubing, um dann festzustellen, dass doch nicht ausreichend Platz für die Mikropfähle im Erdreich ist, auf der die neue Mauer gegründet werden sollte. Die Erdgasleitung war im Weg und musste auf die andere Straßenseite, wie schon andere Sparten früher.

Als die Gasleitung verlegt war und die Fachfirma wieder anrückte, lief es laut Pfarrer Mikschl grundsätzlich recht gut. Das Fundament sei gegossen worden, die Mauer in mehreren Abschnitten ebenfalls. Ein Prüfstatiker habe jedes Mal die Eisenarmierung überprüft. „Erst durch das Eisen bekommt der Beton seine Festigkeit“, erklärt Mikschl. „Die Eisenteile müssen in bestimmten Winkeln verschweißt und verflochten werden, damit sie die Zugkräfte der Mauer aufnehmen können.“

Das Ergebnis ist glatt und grau und wirkt fast ein bisschen schmucklos. Die alte, denkmalgeschützte, aber leider eben nicht renovierungsfähige Mauer hatte eine unebene Beschaffenheit aufgrund der vielen kleinen, zu einer Mauer zusammengesetzten Steine. Die neue wirkt dagegen fast steril. „Die Betonmauer wird noch von einem Steinmetz verschönert“, sagt Mikschl. „Das nennt man Stucken. Und oben kommt noch ein Geländer drauf.“ Auch die sicherheitshalber abgetragenen 15 Grabsteine müssen dann wieder an Ort und Stelle gebracht werden. Für diese Arbeiten müsse die Straße aber nicht mehr gesperrt werden.

Seit vier Jahren war die Weilheimer Straße zum Teil oder ganz gesperrt. All die Jahre gehörten die Sandsäcke, die die Reste der alten Mauer stützten, zum Ortsbild. Zunächst war unklar gewesen, wie die Mauer zu sanieren ist. Wie berichtet, stellte sich dann heraus, dass sie doch neu gegossen werden muss. Das war ein langer Weg für die Kirchenverwaltung und das Ordinariat. Die Kosten waren mit 600 000 Euro veranschlagt.

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