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Schweißtreibender Vormittag auf dem Acker (v.l.): Maria Doll, Robert Rauch, Johann Spagert, Markus Guggemos, Markus Doll und Sascha Seifert sammelten Steine für die Renovierung der Traubinger Friedhofsmauer.

Nach dem Einsturz an der Weilheimer Straße

Steine klauben für die Friedhofsmauer

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Fünf Männer und eine Frau haben am Dienstagvormittag in der Hitze auf einem Acker bei Traubing Steine geklaubt – für die eingestürzte Traubinger Friedhofsmauer, die seit dreieinhalb Wochen das Ortsbild beeinträchtigt.

Traubing – Die marode Traubinger Friedhofsmauer hat vor dreieinhalb Wochen den Geist aufgegeben und ist auf einer Länge von etwa fünf Metern eingestürzt. Seitdem ist wenig passiert – was eine Gruppe Traubinger Freunde motiviert, sich zu engagieren. Denn immer noch ist die Weilheimer Straße, an der die Friedhofsmauer liegt, gesperrt. Die Traubinger fahren seit dreieinhalb Wochen über die Umleitung. „Das ist lang, es wird Zeit, dass etwas passiert“, findet der Traubinger Wirt Markus Guggemos.

Deshalb hat sich ein Freundeskreis um Markus Guggemos gestern auf einem Acker des Traubinger Landwirts Markus Doll getroffen. Dort ist gerade der Weizen abgeerntet, und bevor Doll etwas anderes anbaut, will er die Steine aus dem Boden entfernen. Steine, die nach Ansicht Guggemos’ perfekt für die aus ebensolchen Steinen gefertigte Friedhofsmauer geeignet sind. So machten sich die Freunde gestern Vormittag an die Arbeit.

„Für mich ist das eine Win-win-Situation“, sagt Landwirt Doll. „Die Steine werden von meinem Acker entfernt, und ich spende sie gerne.“ Zu sechst werkelten sie gestern. Sascha Seifert aus Feldafing wollte seine Spezln nicht alleine arbeiten lassen. Johann Spagert wollte die Idee gerne unterstützen. Und Robert Rauch, der neben der Kirche Mariä Geburt wohnt und direkt von der wochenlangen Umleitung betroffen ist, hält die Aktion einfach für sinnvoll: „Endlich rührt sich was.“

Das ist das Problem: Schon lange weiß die Kirchengemeinde, dass die Mauer marode ist. „Im April haben wir die Angelegenheit an das Diözesanbauamt übergeben“, sagt Dr. Franz Matheis, der in der Kirchenverwaltung aktiv ist. Als die zwei Meter hohe Kirchenmauer am 15. Juli einstürzte, war das eigentlich keine Überraschung für die Traubinger. Sie packten auch gleich mit an, um den Schaden unter Kontrolle zu bringen (wir berichteten). Seitdem verhindern zwei Kieshaufen, dass die Steine aus der Mauer weiter abrutschen.

Nur: Die Weilheimer Straße kann deshalb nicht befahren werden. Laut Matheis sollen die Kieshaufen noch in dieser Woche in Plastiksäcke geschaufelt werden, damit die Straße zumindest halbseitig wieder befahrbar ist. Das habe Pfarrer Leander Mikschl gesagt, bevor er in den Urlaub gefahren ist. Ein Planungsbüro ist beauftragt.

Die Planungen durchzuführen, ist nicht einfach, denn auch der Denkmalschutz sitzt mit am Tisch. „Wenn viele Ämter mitreden, wird es immer schwierig“, weiß Matheis. Details waren gestern nicht zu erfahren. In Augsburg wurde das Friedenfest gefeiert. Wegen des örtlichen Feiertags war die Pressestelle des Bistums nicht besetzt.

Ersatzsteine sind nach der Aktion des Freundeskreises um Markus Guggemos zumindest vorhanden. Die Traubinger halten zusammen, wenn es nötig ist – das hat sich zuletzt auch beim Einsturz der Mauer gezeigt.

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