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Vorwärts geht es nur mit Muskelkraft: Die Teilnehmer des Sautrogrennens auf dem Traubinger Bachfest hatten mit niedrigem Wasserstand zu kämpfen.

Traubinger Bachfest

Wasser hilft der Gaudi nach

Das zweite Traubinger Bachfest war ein voller Erfolg: Dank umsichtiger Vorabeiten konnten das Enten-Rennen für die ganz Kleinen, das Schlauchboot-Rennen für die Kinder und das Sautrog-Rennen für die Erwachsenen wieder auf dem Dorfbach durchgeführt werden – mit Gemeindegeschäftsführer Marcus Grätz als „Rennleiter“ und Peter Stich als „Enten-Papa“ im Stile eines Konrad Lorenz.

Traubing – Allein der Bach verlangte massive Vorbereitungsarbeiten. Weil er wegen des trockenen, heißen Wetters der letzten Zeit Niedrigstand hatte, hatten die Organisatoren zwei Tage lang Wasser aus dem Schwarzen Graben und dem Johanni-Weiher abgelassen. So gab es am Samstag nur noch das Problem zu lösen, die 108 gestarteten Plastikviecher bei sanftem Gegenwind in Richtung Ziel zu kriegen. Stich als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft kippte die mit Startnummern versehenen Quietsch-Enten in den Bach. Doch es sollte etwa eine halbe Stunde dauern, bis die 107 gelben Teile und ein Teilnehmer aus der Schweiz in Rot sich endlich bachabwärts bequemten. Mit Hilfe eines Paddelbelüfters der Fischereianstalt Starnberg und eines von Manfred Eisele betriebenen Laubbläsers schafften es die Entlein schließlich bis zum Ziel, „unserer Rialto-Brücke“, wie Stich die stählerne Behelfskonstruktion über den Bach getauft hatte.

„In Traubing haben wir das Problem, dass wir entweder Hochwasser oder gar kein Wasser haben“, kommentierte Grätz das zeitlupenartige Geschehen. Die vielen Besucher störte der trotz pumpender Feuerwehrschläuche etwas lahme Rennverlauf ganz und gar nicht: Mit Kind und Kegel verfolgte man das Spektakel auf schattigen Bierbänken.

Das Niedrigwasser hatte den Veranstaltern vor allem vor dem späteren Sautrog-Rennen gewisse Sorgen bereitet: „Das gibt es halt Schwellen im Bach,“ so Stich, „wenn dann eine besonders schwere Besatzung unterwegs ist...“ Letztlich erlitt aber keiner Schiffbruch bei dieser zweiten Auflage des Bachfests, das auf Drängen vieler Einheimischer nach der Premiere 2016 am liebsten jedes Jahr stattfinden sollte. „Wir haben hier ja sonst nur alle fünf Jahre das Maibaum-Aufstellen und sonst nix“, zeigte der „Enten-Papa“ Verständnis.

Gegen Abend trat dann auch noch die Sängerin Irmgard von Oesen auf, die sich beim Sommermusik-Voting 2017 eines Internet-Schlagerportals um möglichst viele zustimmende Clicks bewirbt. Das Traubinger Bachfest dürfte ab sofort jedenfalls zum alljährlichen Traubinger Höhepunkt werden – es braucht nur Sonnenschein, ausreichend Wasser und fürs Entenrennen Wind aus der richtigen Richtung. Die Traubinger werden aber mit allen Widrigkeiten fertig, wusste Marcus Grätz: „Notfalls lassen wird den Bach aufwärts fließen“, versprach er. 

Von Thomas Lochte

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