Ein mittlerweile vertrauter Anblick: die von Sandsäcken gestützte Traubinger Friedhofsmauer. Die Sanierungsarbeiten beginnen voraussichtlich am 11. Januar.
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Ein mittlerweile vertrauter Anblick: die von Sandsäcken gestützte Traubinger Friedhofsmauer. Die Sanierungsarbeiten beginnen voraussichtlich am 11. Januar.

In Traubinger Ortsmitte

Sanierung steht bevor: Darauf hat ein ganzes Dorf lange gewartet

Dreieinhalb Jahre nach dem Einsturz sollen die Arbeiten nun im Januar endlich beginnen: Die Traubinger Friedhofsmauer steht vor der Sanierung.

Traubing – Diese Nachricht erwarten die Traubinger seit mehr als drei Jahren sehnlich: Am 11. Januar 2021 soll endlich die Sanierung beziehungsweise der Neubau der Friedhofsmauer bei der katholischen Kirche Mariä Geburt beginnen. Eine Mitarbeiterin der Tutzinger Gemeindeverwaltung hat dies am Mittwoch im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats mitgeteilt. Die Arbeiten werde nach ihren Angaben unter Vollsperrung der Weilheimer Straße in diesem Bereich stattfinden.

Mesnerin Steffi Kögel war sichtlich erfreut, als sie davon nach der Sitzung erfuhr. Zuvor hatte die Kirche in einem außerordentlichen Haushalt wie berichtet eine Nachfinanzierung beschlossen. Für das ganze Dorf sei die Sanierung sehr wichtig, sagte die Mesnerin.

Mitte Juli 2017 war die Mauer neben der katholischen Kirche eingestürzt. Die Bürger des zur Gemeinde Tutzing gehörenden Dorfs hatten mit einer schnellen Reparatur gerechnet, viele Ankündigungen haben diese Erwartungen seitdem geschürt. Doch die Mauer wurde über Jahre nur notdürftig durch mit Steinen und Kiessand gefüllte Säcken abgestützt, ansonsten ist sie dreieinhalb Jahre in diesem Zustand geblieben. Die an ihr vorbei führende Weilheimer Straße ist seitdem nur noch einspurig befahrbar – ein Dauerhindernis mitten im Ortszentrum. Diese Situation wurde auch mit dafür verantwortlich gemacht, dass es zur Aufstellung eines neuen Maibaums und weiteren Veranstaltungen nicht gekommen ist.

Viele Beschwerden und bohrende Fragen

Für viele Bürger war das alles ein Ärgernis. „Ich habe viele Beschwerden erhalten“, bestätigt Steffi Kögel: „Nach der Kirche haben mich die Leute oft gefragt, wann denn die Mauer endlich repariert werden wird.“ Aber sie konnte keine Auskunft geben. Auch Pfarrer Leander Mikschl wusste in dieser ganzen Zeit nicht so recht, was er auf all die bohrenden Fragen antworten sollte. Er verwies aufs Bistum, von dort wiederum kamen Verweise auf die Zuständigkeit der Pfarrgemeinschaft.

Die Kosten der Sanierung werden mittlerweile mit etwa 600 000 Euro veranschlagt – praktisch doppelt so viel, wie nach dem Einsturz 2017 zunächst geschätzt worden war. Die lange Zeit zwischen dem Einsturz und den Reparaturarbeiten hat ein Bistumssprecher vor einiger Zeit unter anderem damit erklärt, dass bei einer Ausschreibung der Baumeisterarbeiten kein einziges Angebot abgegeben worden sei. Erst im Rahmen einer so genannten freihändigen Vergabe sei dann doch ein Angebot eingegangen – allerdings zu Mehrkosten von 140 000 Euro gegenüber dem letzten vorherigen Stand. Das war mit dem ursprünglichen Budget nicht zu finanzieren. Mit der Fertigstellung der Friedhofsmauer wird bis Mitte 2021 gerechnet.

Lorenz Goslich

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