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Als Wirt für das Midgardhaus im Gespräch: Alexander Urban, ehemaliger Chef des Klostergasthofs Andechs, hat Interesse an Tutzing.

Gastronomie in Tutzing

Alexander Urban und das Midgardhaus

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  • Sandra Sedlmaier
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Die Gemeinde Tutzing verhandelt mit der Augustiner-Brauerei über eine Verpachtung des Midgardhauses. Als Wirt ist Alexander Urban im Gespräch, der jahrzehntelang den Andechser Klostergasthof führte.

Tutzing – Das denkmalgeschützte Midgardhaus direkt am Ufer des Starnberger Sees ist sicher eines der schönsten Gasthäuser in ganz Bayern. Seit rund einem Jahr verhandelt die Gemeinde Tutzing, der das Areal gehört, mit der Augustiner-Brauerei über einen Pachtvertrag. Bürgermeisterin Marlene Greinwald bestätigt auf Anfrage die Verhandlungen, unterstreicht aber auch: „Es ist noch nichts unterschrieben.“ Auch ein Wirt ist bereits im Gespräch: Alexander Urban, der langjährige Betreiber des Kostergasthofs in Andechs.

Das Midgardhaus ist weithin bekannt – auch dank seines Wirts Fritz Häring, der sich als Fernseh- und Promi-Koch einen Namen gemacht hat. Häring und seine Frau Marlies wollen sich nach mehr als 30 Jahren demnächst aus dem Geschäft zurückziehen (wir berichteten). Ihr Erbpachtvertrag läuft noch bis zum Jahr 2038. Deshalb müsse dieser Vertrag zunächst aufgelöst werden, dann könne die Gemeinde mit der Augustiner-Brauerei, Härings Wunschkandidat, einen neuen schließen. Wer als Wirt das Sagen im Midgardhaus hat, bestimme dann die Brauerei, sagt die Bürgermeisterin.

Alexander Urban bestätigt derweil Verhandlungen mit der Augustiner-Brauerei. „Wir sind in Gesprächen“, sagt er auf Anfrage des Starnberger Merkur. Allerdings gebe es bislang weder schriftliche Vereinbarungen geschweige denn einen Vertrag. Deswegen wolle er sich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht weiter dazu äußern.

Der 51-Jährige hatte zum Ende vergangenen Jahres den Klostergasthof in Andechs nach 30 Jahren als Wirt verlassen. In dieser langen Zeit hatte er das Lokal zu einem bayerischen Vorzeige-Wirtshaus gemacht, in dem sich neben ganz normalen Bürgern auch gerne Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft blicken ließen. Auf der Gästeliste standen unter anderen der spätere Papst Benedikt XVI., Bundeskanzler Helmut Kohl, Bundeskanzlerin Angela Merkel und seine kaiserliche Hoheit Otto von Habsburg. Der Abschied vom Heiligen Berg war ihm schwer gefallen. „Andechs ist ja so etwas wie meine zweite Heimat geworden“, hatte Urban gesagt.

Gut möglich, dass Tutzing nun seine neue Heimat wird. Viele Einheimische dürften ein Engagement Urbans im Midgardhaus begrüßen. Für Greinwald wäre die Lösung optimal: „Uns war wichtig, dass dieser schöne Platz allen zur Verfügung steht und dass auch jemand mit normalem Geldbeutel dort zum Essen gehen kann.“

Für die Verhandlungen mit Augustiner hatte der Gemeinderat einen eigenen Arbeitskreis gebildet. Gestern Nachmittag trafen sich dessen Vertreter und Mitarbeiter der Brauerei erneut zu Gesprächen. Die Verhandlungen waren laut Greinwald bisher sehr intensiv, man habe sich weit über zehn Mal zusammengesetzt. Nächste Woche, in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, wird es konkret. Dann geht es um einen Bauantrag der Brauerei auf Umbau des Midgardhauses. „Das läuft alles in enger Absprache mit dem Denkmalschutz“, sagt Greinwald. Die Wünsche orientierten sich an der vorhandenen Kubatur der Gebäude. Aus den Garagen soll ein Salettl für rund 120 Personen werden.

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