Versammelt am wärmenden Feuer im Pfarrhof: Die Festgäste mit Pfarrer Peter Brummer (l.), dem Präsidenten des Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher (6.v.r.), Bürgermeisterin Marlene Greinwald (6.v.l.), Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig (4.v.l.), Priorin Ruth Schönenberger (2.v.l.) und Geschäftsführer Armin Heil (r.).
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Versammelt am wärmenden Feuer im Pfarrhof: Die Festgäste mit Pfarrer Peter Brummer (l.), dem Präsidenten des Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher (6.v.r.), Bürgermeisterin Marlene Greinwald (6.v.l.), Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig (4.v.l.), Priorin Ruth Schönenberger (2.v.l.) und Geschäftsführer Armin Heil (r.).

Festgottesdienst und anschließender Empfang

Großes Geläut zum 100. Jubiläum der Ambulanten Krankenpflege

Ein großes Geläut mit allen Glocken, das hatte am Samstagabend seinen Grund. Denn mit Festgottesdienst, Empfang und der Rede eines hochrangigen Gastes gingen die Jubiläumsfeiern anlässlich „100 Jahre Ambulante Krankenpflege Tutzing“ auf die Schlussgerade. In St. Joseph gab sich dazu sogar der Präsident des Deutschen Caritasverbandes die Ehre.

Tutzing – Viele der rund 180 Gottesdienstgäste wussten es bereits: Der gebürtige Pfrontener und studierte Theologe kam bei seinem dritten Tutzing-Besuch nicht nur als Redner in Zivilkleidung, Dr. Peter Neher gestaltete hauptverantwortlich den Gottesdienst, mit Ortspfarrer Peter Brummer als Co-Zelebrant. Beide kennen sich gut, sie wurden am 3. Juli 1983 in Augsburg zu Priestern geweiht.

Neher umriss die Entwicklung der Ambulanten Krankenpflege. Schon vor dem Gründungsjahr 1921 hätten die Missionsbenediktinerinnen diese Fürsorge eingeleitet. Und was die Gegenwart anbelange, kämen immer weitere Aufgabenbereiche dazu, etwa die Palliativbegleitung sowie Wohngruppen für Demenzerkrankte. Aus der Corona-Zeit leitete Neher wichtige Impulse ab, nämlich eine „neu gewonnene Wertschätzung“ für Pflegeberufe. Daher schloss er: „So wie vor der Pandemie wünscht sich keiner die Zustände in der Pflege wieder zurück.“

Mit Danksagungen wurden unter anderem die Schwestern des Tutzinger Klosters bedacht, die Leiterinnen der Palliativpflege und der unterstützende Freundeskreis. Insgesamt sei jeder Einzelne wichtig. Deshalb gab es viele Rosen als Zeichen der Dankbarkeit. Schließlich sei Elisabeth Patronin der Barmherzigkeit und die Rose ihr Zeichen. Rosen erhielten auch die Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig und Priorin Ruth Schönenberger.

Als Vorsitzender umriss Pfarrer Brummer die Bedeutung des Krankenpflegevereins beim anschließenden Empfang am Feuer im Pfarrhof so: „Hilfe für die Mitmenschen ist ein starkes Element des Glaubens.“ Dank aktuell 2117 Mitgliedern sei praktisch in jedem zweiten Tutzinger Haushalt jemand mit dem Verein verbunden. „Es sind zudem ein Netz der Solidarität und mehrere Ableger gewachsen“, so zuletzt in Bernried, wo am 19. November die betreute Wohnanlage „Theresia-Petsch-Haus“ eröffnet wird – als letzter Akt zum 100-jährigen Bestehen.

In seiner Ansprache im Roncalli-Haus umriss Peter Neher die Herausforderungen der Altenpflege. „Es ist bedenklich, dass es einer Pandemie bedurfte, um der Politik die Bedeutung der Pflegeberufe bewusst werden zu lassen.“ Neben einer angemessenen Bezahlung brauche es auch Zuschüsse, um solche Pflege-Netzwerke entstehen zu lassen, wie sie in Tutzing vorbildlich bestehen. Brummer ergänzte: „Für Bedürftige da zu sein, das ist ein Herzstück von Gesellschaft und Kirche.“ Ein Herzstück, in das er sich als Klinikseelsorger in Höhenried schon aktiv einbringt. VON ANDREAS BRETTING

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