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Wagen einen Neuanfang in Tutzing: Franco und Carla Martini haben beim dortigen Bahnhof die Eisdiele GelatOK eröffnet. 

Neue GelatOK-Filiale in Tutzing

Alles original italienisch

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Er ist ein Vagabund in Sachen Eis – italienischem Eis. Als Franco Martini vorigen Herbst seine Eisdiele GelatOK in Starnberg für den Winter einmottete, wusste er bereits: „Ich mache etwas Neues, vielleicht das letzte Mal.“

Tutzing – Das hatte sich Franco Martini nicht so anstrengend und nervenaufreibend vorgestellt. Im Herbst vorigen Jahres war die Planung für seine neue Eisdiele unter Dach und Fach. Im Dezember begannen die Arbeiten zum Umbau des Ladenlokals an der Bräuhausstraße in Tutzing. Und damit der Stress für den Italiener, der vor 60 Jahren bei Udine im Friaul das Licht der Welt erblickte.

Nach mehr als drei Monaten Bauzeit war es geschafft. Gegenüber vom Tutzinger Bahnhof ist ein dekoratives Eiscafé entstanden. Der helle Raum verfügt über die für italienische Eisdielen typische Verkaufstheke nach draußen. Drinnen bieten Tische mit Stühlen einem guten Dutzend Gästen Platz. Draußen in dem fußläufigen Bereich zwischen den Neubauten können sich die Eisschleck-Freunde die cremigen Kreationen des GelatOK-Chefs Martini an Tischen unter großen Sonnenschirmen schmecken lassen.

Franco Martini: „Die Feinabstimmung bei den Geräten läuft gerade“

Ohne es an die große Glocke zu hängen, haben der 60-Jährige und seine Frau Carla vor wenigen Tagen das GelatOK geöffnet. „Wir wollten sehen, wie das so anläuft. Es war auch noch nicht alles fertig und perfekt. Die Feinabstimmung bei den Geräten, vor allem bei der neuen Kaffeemaschine, läuft gerade“, erklärt Martini. Das frühsommerliche Wetter hat dafür gesorgt, dass die neue Eisdiele an Ostern ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen hatte – mit Erfolg.

Offiziell wollen Martini, seine Frau und das vierköpfige Service-Team am ersten Tag nach den Osterferien das Café in Betrieb nehmen. Ab 14 Uhr dürfen sich die jungen Besucher am Montag, 29. April, auf eine Eisprobe freuen – zum Einstand umsonst. Zur Feier des Tages wird es eine neue Kreation geben: Bienenstich-Eis. Mit den Mamas und Papas – oder wer sonst die Kinder begleitet – wird der Eisdielenbetreiber mit einem Glas Prosecco auf die Neueröffnung anstoßen. Das alles aber nur, wenn das Wetter mitspielt.

Neu sind neben dem Bienenstich-Eis auch kompostierbare Becher und Löffel

Neu ist aber nicht nur das Bienenstich-Eis. Wer nicht aus der gebackenen Waffel schlecken, sondern seine Eisportion lieber löffeln möchte, erhält dafür kompostierbare Schalen, Becher und Löffel. Ein weiterer Schritt zum Abschied vom Plastikmüll. Ganz besonders stolz ist Franco Martini auf sein neues, altes Kühlsystem. Während in den meisten Eisdielen das Eis aus luftgekühlten Edelstahlbehältern abverkauft wird, hat Martini das in Italien ursprünglichste Verfahren installieren lassen. Seine Eiscremebehälter – so genannte Carapine – sind rund (statt rechteckig) und werden in ebensolche Vertiefungen in der Verkaufstheke gestellt. Die gesamte Theke ist mit einem Kühlmittel gefüllt, das das Eis auf eine konstante Temperatur hält. „Das trägt zur Cremigkeit des Eises bei“, erklärt Martini.

Warum hat Martini nach nur drei Jahren seine Eisdiele in Starnberg an einen Nachfolger übergeben? „Das hatte keine besonderen Gründe. Ich hatte nur den Wunsch zu wechseln. Das wird vielleicht das letzte Mal sein“, sagt der Italiener. Wenn man seine Lebens- und Berufsgeschichte hört, darf daran zumindest gezweifelt werden. Seit er 14 Jahre alt ist – das war 1973 – lebt Franco Martini in Deutschland. Und er hatte immer mit Speiseeis zu tun. Mit 18 Jahren machte er sich selbstständig mit einer Eisdiele bei Detmold (Ostwestfalen-Lippe). Er blieb nie lange an einem Ort. 

Franco Martini arbeitete unter anderem in Hessen und im Ruhrgebiet

Er war später im nördlichen Hessen tätig, dann verschlug es ihn ins Ruhrgebiet. Weil seine Eltern erkrankt waren, kehrte Martini für einige Jahre in die Heimat zurück. Dann ging es wieder auf die Nordseite der Alpen – nach Bayern. 1998 eröffnete er in Erding das erste GelatOK. Dann zog es ihn nach München in die Blumenau, wo er das nächste GelatOK betrieb und sich wenig später in Gilching eine Filiale dazugesellte. 2009 kam der Standort Starnberg dazu, ein Jahr später gab er die Eisdiele in Gilching auf.

Jetzt bleibt Martini dem Starnberger See treu. Für immer? Wer weiß.

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