CSU-Parteitag: Starkes Ergebnis - Markus Söder als Parteichef wiedergewählt

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Ein Gottesacker mit schöner Atmosphäre: der alte Friedhof in Tutzing bei der Kirche Peter und Paul. Die Gemeinde will sich um das Unkraut auf den Wegen kümmern. 

Diskussion im Gemeinderat

Gräber in Tutzing werden deutlich teurer

Die Grabgebühren in Tutzing steigen deutlich. Im Gemeinderat hat dies zu einer Diskussion geführt, die von den Beerdigungskosten über die Friedhofspflege bis zur Bestattungskultur reichte.

Tutzing Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hat die Friedhofsgebühren der Gemeinde Tutzing kalkuliert: rückwirkend für die Jahre 2012 bis 2027, vorausschauend für 2019 bis 2022. Ergebnis: eine finanzielle Unterdeckung von 314 000 Euro. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) nannte dafür im Gemeinderat einen wesentlichen Grund: „In der letzten Vorauskalkulation wurden mehr Todesfälle kalkuliert.“ Recht lockere Zwischenrufe waren die Folge: Würden mehr Menschen sterben, dann sähe es finanziell besser aus.

Auch eine zunehmende Zahl von Urnenbestattungen führt offenbar zu geringeren Einnahmen. Da Kostendeckung als Ziel gilt, hat der Gemeinderat einstimmig eine Erhöhung der Gebühren beschlossen.

Bei Erdbeisetzungen in Einzelgräbern betragen sie künftig für die festgelegte Ruhezeit von 30 Jahren: Alter Friedhof 1268 Euro (bisher 827 Euro), Neuer Friedhof 1902 Euro (1654 Euro), Waldfriedhof 1902 Euro (1654 Euro), Neuer Friedhof Traubing 951 Euro (620 Euro). Andere Gebühren gibt es für Doppel-, Dreifach-, Vierfach-, Kinder- und Urnengräber.

Auch in Pöcking und Starnberg sind die Gräbergebühren gestiegen

Mehrere Kommunen des Landkreises Starnberg haben in jüngerer Zeit die Friedhofsgebühren erhöht. In Pöcking sind sie für 15 Jahre von 465 auf 845 Euro, in Starnberg für 20 Jahre von 1280 auf 1400 Euro gestiegen.

Für finanziell weniger gut gestellte Menschen bedeuteten die Gebühren stattliche Summen, gab Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) zu bedenken. „Die Bestattungskosten sind für viele ein Angstthema“, sagte Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing). Für Greinwald relativiert sich dies, wenn man die jährlichen Einzelgrab-Gebühren von 42 Euro bis 63 Euro betrachtet.

Elisabeth Dörrenberg (CSU) machte sich Sorgen um die Bestattungskultur, wenn es aus Kostengründen immer mehr Urnenbestattungen oder auch andere Formen wie Seebestattungen gebe. Bernd Pfitzner (Grüne) wandte ein, dies habe nicht unbedingt mit dem Preis zu tun, sondern mit Veränderungen der Lebensumstände, kleineren Familien oder umziehenden Kindern, die sich nicht um die Gräber ihrer Angehörigen kümmern könnten.

Gemeinderat Lindl: Der Friedhof müsse ordentlicher aussehen

„Bei der Pflege der Friedhöfe müssen wir umdenken“, sagte die Bürgermeisterin zu den mit Unkraut bewachsenen Wegen. Früher sei Glyphosat eingesetzt worden, da seien die Wege schön sauber gewesen. „Glyphosat hin oder her“, erwiderte Dr. Ernst Lindl (CSU): Der alte Friedhof sei „verunkrautet“. Er sprach von einer „Löwenzahnwüste“, der Friedhof müsse ordentlicher aussehen. Greinwald verwies auf einen relativ hohen Erdanteil der Kieswege und dass sich die Verwaltung mit dem Problem beschäftige.

von Lorenz Goslich

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