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Wirt Fritz Häring betreibt zusammen mit seiner Frau Marlies das Midgardhaus in Tutzing seit den 1980er Jahren. Nun stehen die Zeichen auf Abschied.

Midgardhaus: Wirt Fritz Häring hört auf

Das Tutzinger Midgardhaus steht vor Veränderungen. Die Wirtsleute Marlies und Fritz Häring wollen sich in absehbarer Zeit zurückziehen. Verhandlungen über die Nachfolge laufen bereits.

Tutzing – Häring und Midgardhaus: Zwei, die zusammengehören, so wirkt es heute. Seit den 1980er Jahren führt das Ehepaar Marlies und Fritz Häring die Wirtschaft am Ufer des Starnberger Sees mit ihrem traumhaften Biergarten und den beiden gusseisernen Löwen davor, die auf Ansichtskarten wie Tutzings Wahrzeichen aussehen. Für jüngere Tutzinger ist es, als wäre es nie anders gewesen.

Aber die Zeiten ändern sich. Nicht heute oder morgen, aber in absehbarer Zeit wollen die Härings aufhören. Ein Nachfolger steht schon bereit, die Verhandlungen laufen seit Monaten. Die vertraglichen Konstellationen sind für Außenstehende kaum durchschaubar. Soweit bekannt, gehört das Grundstück schon lange der Gemeinde Tutzing, doch eine wichtige Rolle scheint ein Erbbaurecht zu spielen, das Fritz Häring seinerzeit erworben haben soll. Bürgermeisterin Marlene Greinwald hat die Verhandlungen mit einem Interessenten auf Anfrage des Starnberger Merkur bestätigt, sie will aber dessen Namen nicht nennen. Härings Vertrag läuft nach ihren Angaben noch bis 2038. Der Zeitpunkt des Wechsels scheint offen zu sein.

Der 63 Jahre alte Fritz Häring selbst will zu all dem nichts sagen. Im Gespräch sind auch bauliche Veränderungen. Der Nachfolger scheint mehrere Millionen Euro investieren zu wollen, unter anderem für einen Saal. Der Baubestand werde aber nicht vergrößert, versichert Greinwald.

Unter Häring, der sich auch als Fernsehkoch einen Namen gemacht hat, ist das Midgardhaus weit über Tutzing hinaus bekannt geworden. In den 1970er Jahren schien alles ganz anders zu laufen. Hotelpläne des Steigenberger-Konzerns für das Areal waren schon weit gediehen, aber gegen den Abbruch der alten Villa hagelte es Proteste. Mit seiner ersten Bürgerinitiative wurde Tutzing im ganzen Land bekannt. Die Hotelpläne scheiterten. Mit dem Aufbau einer Gaststätte klappte es zunächst nur mäßig. Erst der Konditor und Koch Fritz Häring, damals um die 30, brachte mit gastronomischer Leidenschaft und viel persönlichem Engagement den Erfolg. Unkonventionell hat er die Wirtschaft aufgebaut, mit individueller, ideenreicher Küche, einer an Wohnzimmer erinnernden Einrichtung, einem mit witzigen Accessoires gespickten Biergarten und Fotos mit vielen Promis an den Wänden. Man hat den Eindruck, sie gingen und gehen bei Häring ein und aus: Heinz Rühmann, Michael Ballack, Phil Collins, Otto Waalkes, Lionel Richie, Gérard Depardieu, die Klitschko-Brüder und wie sie alle heißen.

Eher eine Falschmeldung waren 2018 wohl Spekulationen über einen Verkauf des Midgardhauses. Die „Bild“ berichtete, das Objekt sei per Erbpacht für 3,5 bis 5,5 Millionen Euro Millionen Euro zu haben. Fritz Häring widersprach, einen Makler zitierte die Zeitung mit der Aussage, es handele sich um eine „Dummy-Anzeige“. Tatsächlich stecke ein anderes Exklusivobjekt dahinter, doch das sei geheim. Eine „Tarnung“ sei nötig, um Kunden aufzuspüren. So läuft es also in gewissen Kreisen. 

Von Lorenz Goslich

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