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Besonderer Gast: Kamel Ali vertrat die ursprünglich vorgesehene Kameldame Tamara beim Tutzinger Weihnachtsspiel. Der Grund: Das Freilichttheater war wegen Regens in die Kirche verlegt worden – und Tamara passte nicht durch die Tür. 

„Tamara“ zu groß: Weihnachtsspiel mit Ersatz-Kamel

Das Tutzinger Weihnachtsspiel wurde am Sonntag wegen des Wetters in die evangelische Christuskirche verlegt. Stars der Darstellung waren Ersatz-Kamel und vielseitige Darsteller.

Tutzing – Es war eine bestens besuchte Premiere: Die „frohe Botschaft für alle“ gab es am Sonntagabend im Tutzinger Weihnachtsspiel in der evangelischen Christuskirche. Bedingt durch den Regen wurde das Freilichttheater in die Kirche verlegt. Sie war voll belegt. Immer wieder mussten die zahlreichen Gäste darum gebeten werden, den Mittelgang zu räumen, um Platz für einen ganz besonderen Gast zu machen: Kamel Ali vom Hof „Bayern-Kamele“ im Landkreis Miesbach, das in dem szenischen Spiel mitwirkte. Etwas kurios dabei: Ursprünglich war die elfjährige Kameldame Tamara für das Stück vorgesehen gewesen (wir berichteten). Aber sie war schlicht zu groß und passte nicht durch die Kirchentür.

Fünf Frauen unterschiedlichen Alters haben die Weihnachtsgeschichte mit eigenen Worten interpretiert und in dreimonatiger Zusammenarbeit das Projekt auf die Beine gestellt. Regie führten Annalena Maas, ausgebildete Opernregisseurin, und Pfarrerin Beate Frankenberger, die eine dreijährige theaterpädagogische Ausbildung absolviert hat. Im Rampenlicht standen Laiendarsteller aus verschiedenen Generationen.

Das Besondere: Die fünf Schauspieler spielten sämtliche Rollen der modern inszenierten Weihnachtsgeschichte – das häufige Wechseln der Kostüme war Teil der Aufführung. Bei der Idee wurde Beate Frankenberger von ihrem Ausbilder inspiriert: „Wir wollten lebende Bilder darstellen und dabei die alttestamentlichen Messiasverheißungen miteinfließen lassen.“ Die jüngste Künstlerin, die das Publikum verzauberte, ist erst zehn Jahre alt: Sarah Hafner untermalte mit ihrem Gesang das Schauspiel als Engel zur Klavierbegleitung ihrer Musiklehrerin, Schwester Franziska. „Ich bin in der Schule im Chor. Schwester Franziska hat mich gefragt, ob ich mitmachen will. Es hat mir Spaß gemacht, auch wenn ich davor ein bisschen nervös war“, sagte Sarah.

Seit Ende Oktober stand der Text des selbstgeschriebenen Weihnachtsstücks im Großen und Ganzen. Ein Teil sei aus Improvisation entstanden, so Beate Frankenberger, sie habe lediglich einen Szenenplan geschrieben. „Jeder von uns hat etwas zum Text beigesteuert“, berichtete Magdalena Rabas, die zum ersten Mal an einem Theaterprojekt mitwirkte. „ Für mich war dieses Projekt mal eine andere Möglichkeit, mich selbst auszuprobieren. Es hat sehr viel Spaß gemacht.“

Viele Zuschauer wollten sich das Spiel nicht entgehen lassen. Familie Sponer war mit ihren drei Kindern aus München-Lehel extra nach Tutzing gekommen. Sie kennen Pfarrerin Beate Frankenberger noch aus der St.-Lukas- Kirche in München, an der sie zuvor tätig war.

Ob es mal wieder ein Weihnachtsspiel in der evangelischen Kirche geben wird, steht noch nicht fest. Falls ja, dann auf jeden Fall wieder mit neuen Texten.

Von Anntkathrin Stich

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