+
Entwickelte mit seiner Firma ein Venen-Laser-Gerät , mit dem Patienten äußerst schonend behandelt werden können: Dr. Michael Schubert. 

Finalist für Starnberger Wirtschaftspreis

Unternehmen bietet „Bio-Behandlung“ bei Krampfadern an

Der Landkreis Starnberg sucht unter dem Motto „Zukunftsgestalter“ nach der innovativsten Firmen-Neugründung. Der Wirtschaftspreis wird im Oktober vergeben. Sieben Finalisten stehen bereits fest, einer von ihnen ist das Unternehmen iMS – innovative Medizin Systeme aus Traubing.

Traubing – „Wir sind optimistisch. Die erste Saat geht auf“, sagt Dr. Michael Schubert. Er ist Geschäftsführer der Firma iMS – innovative Medizin Systeme – in Traubing. Mit Stephan Dittmar und Torsten Kühnle hat Schubert im März 2018 ein medizintechnisches Unternehmen gegründet – mit dem Ziel, ein Gerät zur minimal-invasiven Lasertherapie für Beinvenen beziehungsweise Krampfadern, die zu den Volkskrankheiten zählen, zur Marktreife zu bringen. Die Firma gehört zu jenen, die für den Wirtschaftspreis des Landkreises ins Rennen gehen. Im Herbst werden „Zukunftsgestalter“ und „innovativste Firmengründungen“ ausgezeichnet.

Die modernste Technologie ermöglicht, dass der Patient besonders schonend behandelt wird. Das Ergebnis ist der „simLa6“, ein kompaktes, handliches Laser-Tischgerät, gerade mal 18 x 20 x 27 Zentimeter groß, das, wie der Prospekt verspricht, im „flüsterleisen Betrieb“ läuft. Es findet in jeder Arztpraxis Platz und kann an jede normale Steckdose angeschlossen werden. Mit dem Gerät soll die meist schmerzhafte Behandlung des Ziehens von Krampfadern durch eine schonende, endovenöse Lasertherapie ersetzt werden.

Die Therapie erfolgt ambulant mittels eines Laserstrahls

Der Patient wird ambulant therapiert, indem direkt in der erkrankten Vene der Blutfluss mittels eines Laserstrahls verschlossen und die Selbstheilung des Körpers angeregt wird. Die so verödeten Venen verbleiben im Körper, der die behandelte Vene innerhalb von Monaten komplett abbaut, umliegendes Gewebe und Nervenzellen werden verschont.

Der Patient kann meist direkt nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen, teils mehrtägige Krankenhausaufenthalte wie bei der herkömmlichen Behandlung bleiben aus. „In den USA werden inzwischen weniger als fünf Prozent konventionell therapiert, in Deutschland sind es immer noch etwa 70 Prozent aller Patienten“, erzählt Schubert.

Er stammt aus einem Medizinerhaushalt und hat in Jena und Karlsruhe Physik studiert. Er ist promovierter Ingenieur und beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit der Laser-Medizin.

Schubert hat sein Laser-Gerät patentiert

Nach Studienabschluss und verschiedenen beruflichen Stationen landete er 2006 in einem Starnberger Unternehmen für Medizinlaser, baute ein zwölfköpfiges Entwicklungsteam auf und leitete es, bis das Unternehmen an einen amerikanischen Konzern verkauft wurde. Nach seinem Ausscheiden Anfang 2017 widmete er sich der Firmengründung und seinem heute erteilten Patent für das neue Venen-Laser-Gerät.

Es zu entwickeln, dauerte bis Ende 2018, denn es mussten zahlreiche Partner-Unternehmen und Referenzärzte begeistert werden. „Etwa 30 Partner haben wir mit ins Boot geholt“, erzählt der Unternehmer, „darunter auch Investoren“. Fast jede Komponente ist aus Deutschland, mehr als 50 Prozent aus Bayern. Die speziell gefertigten, sterilen Faser-Katheter, die sich durch die Geschmeidigkeit des Werkstoffs auszeichnen und hochflexibel sind, werden zugekauft. „Ich habe eigentlich nur Regie geführt“, fügt Schubert bescheiden hinzu.

Das Gerät wird international an Krankenhäuser verkauft

Am anstrengendsten sei das Zertifizierungsverfahren für die Zulassung gewesen. „Es hat über ein halbes Jahr lang gedauert, bis wir die CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt hatten“, eine Art „Reisepass für die EU“. Jetzt vermarkten die drei Partner, die schon wieder neue Ideen haben, das Gerät gemeinsam mit den Partnern international an Arztpraxen und Krankenhäuser. Es werden Fachmessen besucht, Fachvorträge von Referenzärzten gehalten, Praxen abgeklappert. „Niederlassungswillige Ärzte entschließen sich meist schnell“, sagt Schubert. Auch, weil viele Krankenkassen die Behandlungskosten übernehmen und die Patienten zunehmend nach dieser ambulanten Methode fragen würden.

Sie dauere meist nur etwa 45 Minuten pro Bein, während Krankenhausaufenthalte oft mehrtägig waren. Nach der Laserbehandlung können die Patienten direkt wieder ihrem Alltag nachgehen. Weil das Verfahren besonders schonend für sie ist, kann nach Rücksprache erstmals auf Schmerzmittel verzichtet werden. „Dann ist keinerlei Chemie mehr dabei“, betont Michael Schubert. „Es ist wie eine Art Bio-Behandlung“.

von Astrid Amelungse-Kurth

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Frau stoppt Auto – weil es einen Kater mitschleifte
Ein Autofahrer hat am Freitag in Starnberg einen Kater mitgeschleift. Durch ihr beherztes Eingreifen konnten eine aufmerksame Passantin und die Feuerwehr das Leben des …
Frau stoppt Auto – weil es einen Kater mitschleifte
Betrunken versucht, Motorrad zu stehlen
Ein junger Mann hat am Samstagabend in Tutzing versucht, ein Motorrad zu stehlen. Auch weil er zu betrunken war, misslang das Vorhaben. 
Betrunken versucht, Motorrad zu stehlen
Heimwegendet in Kellerschacht
Eine 32-Jährige aus Berg hat am Samstag deutlich zu viel Alkohol erwischt. Erst spuckte sie in ein Taxi, dann verschwand sie spurlos und landete schließlich in einem …
Heimwegendet in Kellerschacht
Großes Herz für Mensch und Kunst
Annäherung an ein außergewöhnliches Künstlerpaar – unter diesem Titel steht die Ausstellung der Werke von Lisl und Hans Kreuz.
Großes Herz für Mensch und Kunst

Kommentare