1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Tutzing

55 Flüchtlinge kommen in Beringerheim unter - Sprachkurs und Kunsttherapie geplant

Erstellt:

Von: Laura Forster

Kommentare

Bald ein Zuhause für 55 Flüchtlinge: das Beringerheim in Tutzing. Bei der Umsetzung mitgeholfen haben (v.l.) Monika Mayer und Stephan Jansen vom ASB, Kunsttherapeutin Monika Igl-von Velsen, Rotarty-Club-Tutzing-Präsident Dr. Siegfried Müßig und Claudia Steinke vom Ökumenischen Helferkreis Tutzing. 
Bald ein Zuhause für 55 Flüchtlinge: das Beringerheim in Tutzing. Bei der Umsetzung mitgeholfen haben (v.l.) Monika Mayer und Stephan Jansen vom ASB, Kunsttherapeutin Monika Igl-von Velsen, Rotarty-Club-Tutzing-Präsident Dr. Siegfried Müßig und Claudia Steinke vom Ökumenischen Helferkreis Tutzing.  © Dagmar Rutt

55 Ukrainer ziehen kommende Woche in das Beringerheim des Arbeiter-Samariter-Bundes in Tutzing ein. Der Rotary-Club ermöglicht den Flüchtlingen mit Spenden Deutschkurse zu besuchen und an Kunsttherapien teilzunehmen. Ein Besuch vor Ort.

Tutzing – Igor Schurawlenko (49) trägt ein Bettgestell die große Holztreppe des Beringerheims in Tutzing hoch in den zweiten Stock, stellt es im Flur neben einem Dutzend weiterer Möbelstücke ab und macht sich sich wieder auf den Weg in das Erdgeschoss. Seit früh morgens schleppt der Ukrainer Stühle, Tische und Lattenroste durch das Gebäude. „Er stand einfach vor der Türe und wollte helfen“, sagt Monika Mayer vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) während des Pressegesprächs zur Aufnahme von Flüchtlingen im Beringerheim gestern Vormittag. „Ich war am Mittwoch in der Turnhalle in Gilching, in der derzeit noch 40 der 55 Flüchtlinge wohnen, die bei uns kommende Woche einziehen, und habe mich und das Vorhaben vorgestellt.“ Igor Schurawlenko ist einer der Ukrainer, die künftig in dem Gebäude in Tutzing unterkommen und wollte sofort mithelfen, die Zimmer herzurichten.

Hat kurzerhand beim Möbeltragen geholfen: der Ukrainer Igor Schurawlenko. 
Hat kurzerhand beim Möbeltragen geholfen: der Ukrainer Igor Schurawlenko.  © Dagmar Rutt

Seit rund einem Jahr plant und baut der Arbeiter-Samariter-Bund, der das Haus 2017 übernommen hat, ein inklusives Tages- und Übernachtungshaus zu errichten. „Wir möchten uns beim Thema Inklusion einbringen“, sagt Mayer. Als jedoch die Anfrage des Landratsamtes kam, die Räume übergangsweise für Geflüchtete aus der Ukraine zu nutzen, mussten Mayer und ihr Team nicht lange überlegen und haben das ursprüngliche Projekt vorerst auf Eis gelegt. „Unser Leitspruch lautet: Helfen im Hier und Jetzt. Wann würde das besser passen?“, so Mayer. Das inklusive Tages- und Übernachtungshaus sei jedoch nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

23 Zimmer für 55 Geflüchtete, teils aus der Turnhalle in Gilching, teils aus privaten Haushalten in Tutzing, bietet das Beringerheim – viele davon mit Blick auf den See oder das wunderschöne Gelände rund um die Villa aus dem Jahr 1912. „Wir versuchen Frauen und Sozialverbände zusammen in einem Raum unterzubringen“, so Mayer. Den Geflüchteten stehen mehrere Bäder und eine große Küche zur Verfügung. Außerdem kümmern sich fünf Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes um die Ukrainer und sind Ansprechpartner bei bürokratischen Fragen. „Vor einem Monat haben wir mit der Organisation begonnen. Nun sind wir so gut wie fertig, es müssen nur noch die Möbel, die wir über Spenden bekommen haben, in die Zimmer gebracht werden“, sagt Mayer und lädt jeden, der Zeit und Lust hat, für den heutigen Freitag, Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr in das Beringerheim zum Helfen ein.

Sprachkurse und Kunsttherapie für Flüchtlinge aus der Ukraine

Als der Rotarty Club Tutzing von der neuen Nutzung der Villa erfahren hat, war Präsident Dr. Siegfried Müßig sofort klar, dass er und seine Mitglieder helfen wollen. „Wir wollen die Geflüchteten auf drei verschiedenen Wegen unterstützen“, sagt Müßig. Mit Sprachkursen, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Starnberger See entstehen, damit sich die Ankommenden möglichst schnell integrieren können, mit einem Betreuungsangebot für Kindergartenkinder, das der Ökumenische Unterstützerkreis Tutzing iniziiert hat, und mit Kunsttherapie. „Wir wollen die Menschen aus dem Kriegsgebiet nicht nur aufnehmen und ihnen ein Dach über den Kopf geben, sondern auch ein therapeutisches Angebot machen“, sagt Müßig.

Im obersten Stock des Beringerheims haben Mayer und ihre Kollegen einen Therapieraum eingerichtet, den Kunsttherapeutin Monika Igl-von Velsen in Zukunft mit den Ukrainern nutzen kann. „Vorerst ist es geplant, dass ich zweimal die Woche komme und mit den Kindern, die hier wohnen, male. Diese Art von Therapie funktioniert nonverbal, deshalb können wir gleich loslegen“, sagt Igl-von Velsen. Auch der Landkreis ist für das Engagement des Arbeiter-Samariter-Bund dankbar. „Es ist toll, was für ein ganzheitliches Konzept hier auf die Beine gestellt wurde. Ich bin mir sicher, dass das gut funktionieren wird“, sagt Sabine Neumann vom Fachbereich Integration im Landratsamt Starnberg. lf

Auch interessant

Kommentare