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An der afrikanischen Westküste in Liberia wird Claus Piesch mithelfen, Ebola zu bekämpfen. Denise (12), Pauline (9) und Anita Piesch werden fünf Wochen auf ihren Vater und Mann verzichten müssen.

Er fliegt nach Liberia

Dieser Tutzinger hilft im Kampf gegen Ebola

Tutzing - Lieber aktiv helfen als spenden: Der Tutzinger Claus Piesch wird Ende dieser Woche zu einem humanitären Einsatz nach Liberia aufbrechen im Kampf gegen Ebola.

Der 45-jährige gelernte Nachrichtentechniker und Bundeswehrsoldat im Rang eines Hauptmanns hatte sich nach dem Aufruf des Bundesverteidigungsministeriums Anfang Oktober freiwillig gemeldet. Nach einer mehrtätigen Spezialausbildung in Appen bei Hamburg, dem medizinischen Check und den vorbeugenden Impfungen startet der Tutzinger am Freitag, 21.November, via Berlin in Liberias Hauptstadt Monrovia.

Piesch ist Mitglied eines Bundeswehr-Kontingents - medizinisches Personal und Unterstützungssoldaten, jeweils 20 Personen - und Kräften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Sie werden voraussichtlich fünf Wochen in dem afrikanischen Land bleiben.

Piesch ist sich der Gefahren im Einsatzgebiet bewusst: „Ich habe keine Angst, aber den nötigen Respekt vor der Aufgabe.“ Um jegliche Gesundheitsgefährdung seiner Familie durch Ebola-Ansteckung auszuschließen (Piesch hat Frau und zwei Töchter), wird er nach seiner Rückkehr die volle Beobachtungszeit ausschöpfen und sich in Deutschland erst wieder nach der Inkubationszeit von 21 Tagen zusammen mit seiner Familie „zeigen“, wenn also nachweislich keine Ansteckungsgefahr von ihm ausgeht.

Einsatz mit Frau und Töchtern besprochen

Piesch, einziger Freiwilliger aus dem Landkreis Starnberg, ist zwar kein Arzt, dennoch wurde er beim Hamburger Lehrgang Anfang November auch in der minutiösen Handhabung von Schutzanzügen unterwiesen - praktisch und theoretisch. „Mädchen für alles“ werde man wohl sein müssen, vermutet Piesch: „Wir sind darauf vorbereitet, auch direkt in der roten High-Risk-Zone mit den Patienten zu arbeiten“, ist sich Piesch im Klaren.

„Er wird dort den Tod sehen, und zwar täglich, das ist keine Spaß-Veranstaltung“, ergänzt der Presse-Offizier der Führungsunterstützungsschule in Pöcking-Maxhof, Fregattenkapitän Ingo Neuwirth.

Piesch hat seinen Einsatz Frau Anita und den beiden Töchtern ausführlich besprochen. Die ältere habe in seiner Abwesenheit Geburtstag und bereits wissen lassen: „Das passt mir jetzt nicht so ganz!“

Freiwillige wie Claus Piesch sind bei der Bekämpfung der Ebola-Seche unverzichtbar. Das umfangreiche ehrenamtliche Engagement des Tutzingers war vor dem Liberia-Einsatz sogar schon dem Bundespräsidialamt bekannt geworden. Piesch war samt Familie vor kurzem beim Bürgerfest des Bundespräsidenten.

Joachim Gauck sagte bei dieser Gelegenheit den eingeladenen Gästen: „Danke für Ihre Entschlossenheit und Ihre Ausdauer, für Ihre Fantasie und Ihr Einfühlungsvermögen, für all Ihre Talente und Fähigkeiten, die Sie in Ihre freiwilligen Aufgaben einbringen.“

Das Rote Kreuz benötigt für den Kampf gegen Ebola dringend Spenden:

IBAN DE63 3702 0500 0005 0233 07; BIC BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft) Alternativ die Kontonummer: 41 41 41, BLZ: 370 205 00, Stichwort: Ebola.

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