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Entscheidung für ISEK gefallen - Tutzing soll sich verändern

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Von: Laura Forster

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Tutzing von oben - bald soll sich einiges verändern.
Tutzing von oben - bald soll sich einiges verändern. © mm

Der Tutzinger Gemeinderat hat sich nach eineinhalb Jahren Diskussion für die Erstellung eines ISEK entschieden. Mithilfe von Fördergeldern soll der Ort nachhaltig verändert werden. Bürgermeisterin Marlene Greinwald spricht von einem längeren Prozess.

Tutzing – Pöcking setzt schon länger drauf, Feldafing und Gauting ebenso: Nun hat sich auch Tutzing in der vergangenen Gemeinderatssitzung für ein ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) und die vorbereitenden Untersuchungen eines geeigneten Sanierungsgebiets im Ort entschieden. Noch befindet sich die Gemeinde jedoch ganz am Anfang. Bis zum 1. Dezember muss sie einen Antrag auf Aufnahme in die Städtebauförderung bei der Regierung von Oberbayern stellen, damit noch 2022 mit dem Vergabeverfahren gestartet werden kann. „Das ist ein längerer Prozess“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Besonders die Mitglieder der Tutzinger Liste freuten sich über den Beschluss, vor eineinhalb Jahren hatten sie einen ersten Antrag auf ein abgestimmtes Handlungskonzept für die nachhaltige Ortsentwicklung gestellt.

„Wir arbeiten schon seit Jahren an diesem Thema“, sagte Greinwald. „In der letzten Klausursitzung haben wir uns noch einmal intensiv damit beschäftigt.“ Eines sei dabei klar geworden: Ohne ISEK ist keine städtebauliche Förderung möglich. Doch genau die kann die Gemeinde, die derzeit knapp bei Kasse ist, gut gebrauchen. „60 Prozent der Kosten werden gefördert, 40 Prozent müssen wir übernehmen. Das sollten wir nutzen“, sagte Caroline Krug (ÖDP).

Das wird uns die nächsten 20 bis 30 Jahre beschäftigen.

Bürgermeisterin Marlene Greinwald

Bürgermeisterin Greinwald berichtete in der Sitzung, dass Mitte Oktober Vertreter der Regierung von Oberbayern zu Besuch in Tutzing waren und sich ein Bild des Ortes und der anstehenden Themen gemacht haben. „Die Schlussfolgerung war, dass ein ISEK in Tutzing durchaus in Frage kommt“, sagte Greinwald. Handlungsbedarf bestehe in der Förderung des öffentlichen Raums. Darunter falle unter anderem die Neugestaltung des Platzes an der Tourismusinformation an der Marienstraße. Aber auch kommunale Gebäude wie das Thomahaus sollen zur öffentlichen Nutzung saniert werden.

Allgemein könne laut Greinwald ein ISEK Themen wie Siedlung und Gewerbeentwicklung, Orts- und Landschaftsbild, Naturraum, Klimaschutz, Aufenthaltsqualität und Baukultur beleuchten. „Das können wir allerdings nicht alles von heute auf morgen umsetzen, sondern das wird uns die nächsten 20 bis 30 Jahre beschäftigen“, sagte die Bürgermeisterin. Das Sanierungsgebiet in Tutzing hat die Gemeinde recht groß gefasst. Nur die umliegenden Dörfer können kein Teil des ISEK sein. Dort gebe es das Programm der Dorferneuerung, erklärte Greinwald.

Ein wichtiger Teil des ISEK ist die Bürgerbeteiligung. Wann die Bevölkerung mit einbezogen werden soll, darüber waren sich die Ratsmitglieder nicht einig. „Bevor sich die Bürger beteiligen können, müssen wir hier erst richtig arbeiten. Auch neben der Gemeinderatssitzung, das ist wichtig für die Zukunft“, sagte Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste). Er wünsche sich eine Klausur, bei der konkrete Leitziele ausgearbeitet werden sollen. Bürgermeisterin Greinwald zeigte sich nur wenig begeistert. Ihrer Meinung nach soll die Bevölkerung schon von Anfang an miteinbezogen werden. Schlussendlich stimmten bis auf zwei alle Gemeinderäte für den ISEK-Beschluss. lf

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