Zur Eröffnung gibt es lauter strahlende Gesichter (v.l.): Christian Boenisch, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Jacqueline Groß, Monika Mayer, Katharina Hasenöhrl und Hortleiterin Linda Seehawer.
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Zur Eröffnung gibt es lauter strahlende Gesichter (v.l.): Christian Boenisch, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Jacqueline Groß, Monika Mayer, Katharina Hasenöhrl und Hortleiterin Linda Seehawer.

ASB-Hort am Beringerweg eröffnet

Raus aus der Schule, rein in den Wald

Freiheit, Naturverbundenheit und Verantwortung: Diesen drei Grundsätzen hat sich der Tutzinger „Hort im Wald“ des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) verschrieben. Seit etwa einem Monat kommen 17 Grundschüler jeden Tag nach der Schule dorthin, um gemeinsam zu essen, zu lernen und zu spielen. Am Freitag fand die offizielle Einweihung statt.

Tutzing – Es ist eine große Wiese, fernab von Straßenlärm, zwischen Bäumen und nahe einem Bach. Daneben steht eine Villa: das Beringer-Haus. Seit etwa vier Jahren gehört dieses Grundstück samt Villa dem ASB München/Oberbayern. Im Haus werden derzeit Fortbildungen veranstaltet, das Gelände drumherum hatte bislang keinen gesellschaftlichen Nutzen. „Das wollten wir ändern“, sagte ASB-Vorsitzender Christian Boenisch. „Wir wollten es für soziale Zwecke nutzen.“ So sei die Idee eines naturverbundenen Horts im Grünen entstanden.

Seit September steht ein 69 Quadratmeter großer Bauwagen aus Lärchenholz auf der Wiese und bietet Platz für 17 Kinder, die nach Schulschluss dort betreut werden. Auf dem Wagendach befinden sich Solarzellen, innen steht ein Ofen, der den Wagen auch im Winter warmhält. Allzu lange halten sich die Kinder jedoch nicht im Inneren auf. Es ist ein weiteres Konzept des „Horts im Wald“, bei jedem Wetter möglichst viel draußen zu machen. „Die Kinder kommen aus der Schule und können sich bewegen“, sagte Erzieherin und Hortleiterin Linda Seehawer. „Das stärkt die Individualität und sorgt für Ausgeglichenheit.“ Sie arbeitete zuvor in anderen Kinderbetreuungseinrichtungen, freut sich aber sehr über die Stelle in Tutzing.

„Ich bin auch auf dem Land aufgewachsen. Die Natur ist mir wichtig.“ Linda Seehawer betreut die Kinder gemeinsam mit Erzieherin Kati Hasenöhrl. Nach der Schule essen alle gemeinsam Mittag, anschließend folgt eine Stunde Hausaufgabenzeit. Den Rest des Nachmittags spielen die Kinder Fußball oder erkunden die Natur. „Wir haben ein paar Projekte“, so Seehawer. „Zum Beispiel bauen wir eine Treppe aus Naturmaterialien bis zum Bach hinunter.“ Auch andere Beschäftigungen gebe es. Eine davon, die sogenannte Land-Art, präsentierten die Kinder ihren Familien, Bürgermeisterin Marlene Greinwald und den anderen Gästen der Eröffnungsfeier. Es sind Bilder, Figuren und Muster rein aus Naturmaterialien gelegt. Vor der Einweihungsfeier hatten die Grundschüler dafür allerlei Heu, Kastanien oder auch Moos gesammelt.

„Ich finde, Kinder sollten genau so aufwachsen“, sagte Greinwald. „Gerade der Ausgleich zur digitalen Welt ist wichtig.“ Als Geschenk brachte sie Fairtrade-Fußbälle mit. Auch die Eltern sind zufrieden. „Es gibt in Tutzing kein vergleichbares Angebot“, schwärmte Ulrich Epple. Sein Sohn Lukas geht in die erste Klasse und seit September in den „Hort im Wald“. Über eine Bekannte habe er von dem Angebot erfahren und seinen Sohn angemeldet. Jedes Jahr im September werden neue Plätze frei, und bald soll es auch einen zweiten Bauwagen für noch mehr Kinder geben. val

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