Ein Wagen der Berufsfeuerwehr München steht zur Unterstützung bei einem Holzpelletbrand in Tutzing.
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Das Mittel der Wahl war Kohlendioxid: Die Berufsfeuerwehr München kam als Unterstützung mit 120 Kilogramm. Ihre Vorräte wurden bei dem Schwelbrand in einem Pelletlager in Tutzing am Mittwoch nicht mehr gebraucht.

Feuerwehr zieht Lehren aus dem Tutzinger Einsatz mit schwelenden Pellets

Blecheimer und bereitwillige Fachfirmen 

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Feuerwehr Tutzing hat mit Unterstützung weiterer Wehren einen Schwelbrand in einem Holzpelletlager gelöscht. Das war ein durchaus kompliziertes Unterfangen.

Tutzing – Den Schwelbrand in einem Pelletlager in einem Tutzinger Einfamilienhaus am Mittwochnachmittag hat die Feuerwehr gut unter Kontrolle gebracht – unter anderem, weil Tutzings Kommandant Christoph Knobloch bei einem ähnlichen Brand vor zwei Jahren in Starnberg seine Erfahrungen gemacht hatte. Deshalb war für ihn klar: „Wir gehen nicht mit Wasser oder Schaum rein, sondern ersticken den Brand mit Kohlendioxid.“ Gleichzeitig ist für Knobloch klar, dass solche Einsätze eine andere Vorbereitung brauchen. So sei es in Tutzing am Mittwoch durchaus schwierig gewesen, eine Firma mit einem Absaugfahrzeug zu organisieren. „Das war eine Herausforderung“, sagt Knobloch. Und auch Blecheimer fehlten.

Doch der Reihe nach. Nachdem klar war, dass es sich um einen Holzpellet-Schwelbrand handelte, gingen die Tutzinger Feuerwehrleute mit Kohlendioxid gegen die Rauchentwicklung vor. Wasser oder Schaum hätten die Pellets aufquellen lassen und vermutlich den Keller beschädigt. Die Feuerwehr Söcking half mit ihrem CO2-Vorrat von 60 Kilogramm aus, als die Tutzinger Vorräte erschöpft waren. Die nachalarmierte Berufsfeuerwehr München rückte mit 120 Kilogramm an, doch deren Einsatz war laut Knobloch dann schon nicht mehr nötig.

Durch eine Wartungstür quetschten sich die Atemschutzträger in das Pelletlager und trugen die verkohlten Pellets in Eimern zu einem Lichtschacht. Im Freien wurden sie auf einer Wiese abgelöscht und anschließend in einer herbeigeschafften 30-Kubikmeter-Absetzmulde gelagert. Bei der Eimerkette tat sich ein anderes Problem auf. „Wir haben nur noch Kunststoffeimer im Einsatz“, berichtet Knobloch. „Die sind für schwelendes Material nicht geeignet.“ Am Mittwoch konnten die Helfer aus der Nachbarschaft Blecheimer organisieren, aber für Knobloch ist klar, dass die Blecheimer wieder zur Ausrüstung gehören sollten.

Als gegen 20.15 Uhr der Großteil der verkohlten Holzstücke rausgeschafft war, saugte eine Fachfirma den Rest aus dem Lager. Auch der kam in den Absetzbunker. Gegen 22.15 Uhr war die Arbeit der Fachfirma erledigt, um Mitternacht war alles aufgeräumt und die Feuerwehrmänner und -frauen konnten heimgehen. Im Einsatz waren neben Tutzing und Traubing auch die Feuerwehren aus Söcking. Starnberg und Wielenbach. Letztere hat eine Heumesssonde, die hilfreich war. Auch die Berufsfeuerwehr, das THW Starnberg und der THW-Fachberater waren dabei. Die Ursache ist unklar. Die Polizei sieht kein Fremdverschulden.  

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