Tutzing mit dem Ufer des Starnberger Sees und dem unbebauten Areal des früheren Hotels Seehof.
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Tutzing am Starnberger See: Wohin will sich die Gemeinde entwickeln?

Gemeinderat will Leitbild und ISEK

Tutzing sucht nach seiner Zukunft

Eine Leitbild-Diskussion soll Tutzing den Weg in die Zukunft weisen und ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept den Weg zu staatlichen Fördertöpfen ebnen.

Tutzing – Pöcking hat eines, Feldafing auch, Gauting ebenso und auch Wörthsee: Wahre Wunder scheinen sich manche Gemeinden von ISEK zu versprechen, einem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept. Tatsächlich geht es um viel Geld: Ein ISEK gilt als Grundlage für alle Programme der Städtebauförderung. Jetzt hat sich auch Tutzing dazu entschieden. Ob ein solches Konzept auch in Tutzing das Tor zu goldenen Finanzzeiten öffnet, wird sich zeigen.

Mit dem Auftrag für ein ISEK hat sich jedenfalls am Dienstagabend der Gemeinderat auf Antrag der Tutzinger Liste befasst. Sie plädiert für einen „Masterplan Tutzing 2030“ und ein ISEK-Konzept. „Wo geht die Reise hin mit der Gemeinde?“, fragte ihr Gemeinderat Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg. Bisher gehe es im Gemeinderat meist um Einzelfall-Betrachtungen, aber wenig um „perspektivische Dinge“, sagte er. Bürgermeisterin Marlene Greinwald sagte, die Gemeinde habe sich schon mit dem Thema befasst, bestätigte aber, dass Tutzing „nie eine Leitbild-Diskussion“ geführt habe.

Zunächst scheinen die meisten Gemeinderäte eine Klärung der Leitziele für sinnvoll zu halten. Die Schwerpunkte sind noch offen. Der städtebauliche Denkmalschutz, vor Jahren bei einem ähnlichen Vorstoß im Mittelpunkt, wird es wohl nicht sein. Greinwald fragte beispielhaft, „ob wir verdichten wollen oder nicht“.

Mancherorts bilden sich konkrete Wünsche heraus, wie Thomas Parstorfer (CSU) sagte. Er nannte als Beispiele ein Bürgerkraftwerk und ein Mehrgenerationenhaus. Nachhaltigkeit und Gemeinwohl-Ökonomie sprach Christine Nimbach (Grüne) an. Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) ging nicht auf die Inhalte ein, mahnte aber klar definierte Ziele und einen festen Zeitplan an.

Architekt Martin Büscher, wie Prof. Florian Burgstaller mit Tutzings Stadtplanung befasst, erhielt durch einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderats den Auftrag für eine erste Ausarbeitung. Für ISEK wird es eine Ausschreibung geben müssen.

Ein eher abschreckendes Beispiel haben die Tutzinger direkt vor Augen. „In Traubing hat so etwas Ähnliches schon stattgefunden“, sagte Marlene Greinwald. „Die Dorferneuerung.“ Die Umsetzung sei aber bisher gescheitert – an behördlichen Auflagen.

Lorenz Goslich

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